Spektakuläre Wende! UEFA gibt nach: CL-Rückspiel des FC Bayern anders als geplant

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Das Schwimmerbecken im Dachauer Familienbad wird noch bis mindestens 25. Juli eine Baustelle sein. Es vorher zu öffnen, sagen die Stadtwerke, se i „nicht zu akzeptieren oder zu verantworten“. Denn: Die genormten Überlaufgitter (links im Bild) passen nicht, die Verletzungsgefahr für die Besucher sei zu groß.  

Stadtwerke wollten Familienbad-Saison ausfallen zu lassen

Dachauer Stadträte erzwingen Freibad-Öffnung

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Die Stadtwerke Dachau  wollten die diesjährige Familienbad-Saison ausfallen zu lassen. Doch da spielten die Stadträte nicht mit.  

Dachau – Das Schwimmerbecken ist noch nicht fertig, das passende Einlasssystem noch nicht gefunden und überhaupt würde die Umsetzung der Corona-Hygienevorschriften viel Geld kosten: Für die Stadtwerke Dachau Gründe genug, die diesjährige Familienbad-Saison ausfallen zu lassen. Nach einer hitzigen Debatte im Werkausschuss wird es nun aber zumindest eine teilweise Öffnung geben.

Mit den Handwerkern ist es ein Kreuz: Im Herbst, berichtete Stadtwerke-Prokurist Christian Stangl, habe man die Sanierung des Schwimmer- und Springerbeckens im Familienbad in Auftrag gegeben – an eine Firma, mit der man im Hallenbad „super Erfahrungen“ gemacht habe. Dann aber kam erst der Winter, dann Corona und schließlich sei auch noch „der Betonierer abgesprungen“. Auch bei der Baufirma sei „die Begeisterung mäßig“ gewesen, alles in allem sei die Baustelle „nur schleppend vorangegangen“ und am Ende seien die Arbeiten speziell am Schwimmerbecken auch noch schlampig erledigt worden. Am Ende, so Stangl, war der Fertigstellungstermin 1. Juni nicht zu halten. „Das Bad war nicht fertig, und das Bad ist nicht fertig.“

Doch nicht nur die Dauerbaustelle Schwimmerbecken veranlasste die Stadtwerke-Chefs dazu, am Dienstag den Stadträten im Werkausschuss vorzuschlagen, die diesjährige Familienbad-Saison ausfallen zu lassen. Auch die Hygieneanforderungen der Staatsregierung seien praktisch nicht zu erfüllen. „Mühsam“ müsse man sich derzeit „durch Paragrafen wälzen, um zu erfahren, wie viele Personen überhaupt in ein Freibad dürfen“. Wie solle man darüber hinaus die Besucher steuern? Ein sogenanntes Timeslot-Verfahren, bei dem die Besucher einen Besuchszeitraum buchen können, erzeuge nur einen „Besucher-Berührungsverkehr“ im Eingangsbereich. Auch sei unklar, wie man denn „mit denen verfährt, die länger bleiben wollen, als sie gebucht haben. Sollen wir die dann rausschmeißen?“

Eine „Parkhaus-Regelung“ erscheint den Stadtwerken dagegen eine praktikable Lösung: Dabei würden die Besucher in beide Richtungen fortlaufend gezählt; via Internet könnten sich Badegäste dann informieren, ob die maximale Besucherzahl von 1300 schon erreicht sei. Aber auch hier gebe es Probleme: Wenn die Schlange „bis zur Ludwig-Dill-Straße geht, müssen wir kontrollieren, ob die Leute schon auch alle Mund-Nasenschutz tragen – bei einer Bevölkerung, die Corona schon beendet hat! Dann können wir doch gleich ein Volksfest veranstalten!“

Und dann gebe es ja auch noch „die Thematik im Bad“. Auf den Rasenflächen müsste der Mindestabstand eingehalten und Laufwege zum und vom Becken definiert werden. „Soll dann der Bäderfachangestellte mit der Pfeife am Beckenrand stehen und kontrollieren?!“, redete sich Stangl in Rage. Und er wiederholte: „Es gibt einen Prozentsatz in der Bevölkerung, der nicht mehr bereit ist, die Corona-Regeln mitzumachen.“

Als Kompromiss bot er an, statt einer Freibadöffnung ab August das Hallenbad zu öffnen. Dort sei die Erwartungshaltung der Besucher nämlich eine andere: „Die wollen nicht den Tag im Grünen verbringen“ und den „nicht vorhandenen Garten kompensieren“. Der Besuch am See sei ebenfalls zu empfehlen, weil die Gäste dort „räumlich nicht so abgeschlossen“ seien.

Die Stadträte wollten Stangls Ausführungen aber nicht folgen. Bäderreferentin Ingrid Sedlbauer (ÜB) fand es „sehr enttäuschend, dass die Regierung Grünes Licht gibt für Freibäder und die Stadt Dachau nicht mitziehen kann“. Norbert Winter (CSU) beschwerte sich, „dass wir immer nur hören, was nicht geht“, und fragte Stangl: „Haben Sie sich auch schon mal Gedanken gemacht, was geht?“ Markus Erhorn (Freie Wähler) war überzeugt, dass die „Dachauer verantwortungsvoll ins Bad gehen“. Überhaupt sei es ihm lieber, wenn „die Dachauer Kinder bei uns ins Familienbad gehen, wo wir mit der Security ein Auge drauf haben“.

Am Ende stand der Beschluss, dass die Stadtwerke das Bad – exklusiv der Schwimmerbecken-Baustelle – öffnen. Und zwar schnellstmöglich. Die Besucher aber, so wollte Stadtwerke-Prokurist Stangl am Ende festgehalten wissen, sollen sich aber darüber im Klaren sein, dass „das kein Urlaubsbesuch wird. Wir reden hier von einem Freibad-Betrieb unter Pandemie-Bedingungen“! Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) nickte gelassen: „Das wissen wir.“

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