Wäre ohne den Jugendrat wohl niemals gekommen: die Skateranlage Dachau.
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Wäre ohne den Jugendrat wohl niemals gekommen: die Skateranlage Dachau.

Stadtrat Dachau

AfD will Dachauer Jugendratdie Mittel streichen

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Markus Kellerer (AfD) hat im Sozialausschuss des Stadtrats gefordert, dem Jugendrat die Mittel zu streichen - zu teuer. Es gab deutlichen Widerspruch.

Dachau – Eigentlich wollte Oberbürgermeister Florian Hartmann dem Familien- und Sozialausschuss eine gute Nachricht überbringen: 15 junge Dachauer hätten sich für die Amtszeit von 2020 bis 2022 um einen Sitz im Dachauer Jugendrat beworben. Die 13- bis 19-Jährigen würden sich demnach aktiv für die Interessen ihrer jungen Mitbürger in der Stadt einsetzen wollen.

SPD-Stadtrat und Jugendreferent Berkay Kengeroglu, selbst sechs Jahre Mitglied im Jugendrat, sah darin „ein starkes Zeichen“! Während das Gremium in den vergangenen Jahren noch Mühe hatte, Mitstreiter zu finden, habe man heuer, mit 15 Bewerbern, endlich wieder einmal eine gute Basis gefunden. Hinzu komme, so Kengeroglu, dass der Jugendrat auch auf seinen sozialen Kanälen zuletzt sehr erfolgreich gewesen sei: „Wir haben 800 Jugendliche, die regelmäßig auf unseren Instagram-Account reagieren. Das Interesse wächst von Jahr zu Jahr!“

Während Kengeroglus Kollegen im Ausschuss anerkennend nickten, mochte ein Stadtrat die Begeisterung für den Jugendrat nicht teilen: Markus Kellerer (AfD). Er war „verwundert, dass die Stadt sich einen Jugendrat leistet, der 6000 Euro im Jahr kostet, ohne dafür einen Verwendungsnachweis erbringen zu müssen.“ Der Jugendrat habe „keine großartigen Aktionen“ zu bieten. Klar, der Skaterpark sei auf einen Wunsch des Jugendrats hin gebaut worden. „Aber, so meinte Kellerer, „nur für so eine Forderung brauch ich eigentlich auch keinen Jugendrat.“

Die Stadtverwaltung widersprach deutlich: Der Jugendrat müsse seinen von der Stadt zur Verfügung gestellten Etat von 6000 Euro zwar eigenverantwortlich verwalten, doch es gebe ein Haushaltsbuch, das beweise: Hier läuft alles ganz korrekt.

Sabine Geißler (Bündnis für Dachau) sah die 6000 Euro gut investiert: Der Jugendrat sei ein Mittel zur Demokratie-Erziehung, vor allem in Zeiten, in denen allerorten über die Politikmüdigkeit der Jugend geklagt werde. „Die Stadt kann stolz sein, dass sie sich so einen Jugendrat leistet!“

Florian Schiller (CSU) war ebenfalls der Meinung, dass der Jugendrat ein „wichtiges Gremium“ sei, das Jugendlichen zeige, „wie der politische Prozess funktioniert“. Wenn man am Jugendrat den Rotstift ansetze, würde man in seinen Augen „am falschen Ende sparen“.

OB Hartmann klärte anschließend dem Stadtrats-Neuling Kellerer auf, was der Jugendrat zuletzt auf die Beine gestellt habe: etwa die Eisparty am Eisstadion, die Note-1-Aktion sowie die Eröffnung zweier „Bücherzellen“ im Stadtgebiet – eine am Max-Mannheimer-Platz, eine am Ernst-Reuter-Platz. Wenn sich „nicht einmal die Weltstadt München so ein Gremium leistet“, wie Kellerer seinen Kollegen erklärte, dann, fand der OB, „sieht man mal, dass sogar die Stadt München was von uns lernen kann.“ zip

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