Emmy Noether: Nach ihr wird eine Straße in neuen Gewerbegebiet benannt.

Neue Straße im Dachauer Gewerbegebiet erhält Namen

Eine Straße zu Ehren von Emmy Noether

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Die Stadt Dachau bekommt eine Emmy-Noether-Straße. Der Bündnis-Vorschlag findet eine knappe Mehrheit im Ausschuss.

Dachau – Einig waren sich die Stadträte im Umwelt- und Verkehrsausschuss nur in einem Punkt: Die Straße, die durch das neue „Gewerbegebiet südlich des Schleißheimer Kanals“ führt, soll nicht „Am nu park“ heißen. Und auch nicht „nu park Allee“. Wie die Straße aber stattdessen heißen soll, darüber gingen die Meinungen im Ausschuss dann doch etwas auseinander.

Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, dass sich der Ausschuss doch aus der Liste des Stadtarchivs bedienen möge; darin aufgelistet sind Namensvorschläge verschiedenster Fraktionen und Dachauer Bürger: darunter Dr. Jakob Bleyer, vorgeschlagen 1959 von der Südostdeutschen Landsmannschaft, oder August Peter Waldenmaier, 1977 ins Spiel gebracht vom Verein zur Förderung musischer Ausbilder.

Horst Ullmann (Bürger für Dachau) hatte einen anderen Favoriten auf der Liste: Johann Mayerhanser, Landwirt und letzter Bürgermeister von Augustenfeld. „Das wäre doch nicht schlecht“, fand Ullman. August Haas (CSU) hatte eine andere Idee für eine Straße in einem Gewerbegebiet. „Wieso nicht Ludwig Erhard?“ Der sei ein „Vordenker der sozialen Marktwirtschaft“ gewesen.

Das Bündnis für Dachau aber schickte schließlich einen dritten Vorschlag ins Rennen: die Mathematikerin Emmy Noether. Die 1882 in Erlangen geborene Wissenschaftlerin, die laut Bündnis zu den „Begründern der modernen Algebra“ zählt und deren „Noether-Theoreme“ zum Grundbestand mathematischer Physik gehören, hatte sich Zeit ihres Lebens zum Pazifismus bekannt. Als Jüdin hatte sie 1933 ihre Lehrererlaubnis verloren und in die USA emigrieren müssen, wo sie 1935 verstarb.

Die Straßennamen-Liste der Stadt weise bedauerlicherweise „nur sehr wenige Frauen“ aus, begründete das Bündnis seinen Vorschlag, zumal sich eine Straße in einem Gewerbegebiet gut nutzen ließe, um die „Leistung der Frauen in der Technikgeschichte“ wertzuschätzen.

Während die Stadträte von SPD, Freien Wählern und Grünen dem Bündnis-Vorschlag zu einer knappen Mehrheit von acht zu sieben Stimmen verhalfen, blieb August Haas bis zum Schluss bei seinem Ludwig-Erhard-Vorschlag. Klar seien die Männer in der Straßennamen-Überzahl, aber dass der „Erhard keine Frau ist, da kann ich ja nix dafür“.

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