+
Die Hochspannungsleitungen entlang der Theodor-Heuss-Straße wandern unter die Erde.

Großprojekt geht voran

TSV-Aussiedlung: Endlich eine Einigung im Kabel-Streit

  • schließen

In Sachen TSV-Aussiedlung geht es voran. Nachdem sich Stadt und Verein zuletzt über die Finanzierung des Großprojekts einig wurden, gibt es nun auch eine Lösung für die 110-kV-Leitung.

Dachau – Wer hätte das gedacht, dass beim Thema Erdverkabelung der 110kV-Leitung entlang der Theodor-Heuss-Straße einmal ein einstimmiger Beschluss stehen würde? Tatsächlich aber fand die Bauverwaltung in Zusammenarbeit mit dem TSV Dachau 1865 einen Kompromiss, den nun auch die Stadträte im Bauausschuss einhellig begrüßten.

Demnach soll das Kabel nun, dem alten Stadtratsbeschluss entsprechend, definitiv unter die Erde. Welchen Trassenverlauf dieses Kabel einmal nehmen wird, soll eine Vorplanung klären. Parallel dazu wird aber auch schon das Bauleitplanverfahren für die Teilaussiedlung des TSV auf die Flächen östlich der Theodor-Heuss-Straße eingeleitet – zugrunde gelegt wird dieser Planung aber noch die bestehende, überirdische 110-kV-Leitung.

Was die Trassenführung der späteren Erdverkabelung betrifft, gibt es laut Bauamtsleiter Moritz Reinhold drei mögliche Varianten: Das Kabel könnte in voller Länge entlang des späteren Sportparks unter der Erde verschwinden. Es könnte in einer zweiten – sehr teuren – Variante die Theodor-Heuss-Straße zweimal queren, um die Grundstücke, deren Besitzer sich bislang der Erdverkabelung verweigern, zu umgehen. Oder es gibt, Variante drei, eine verkürzte Erdverkabelung, die ab der Feldstraße beginnend in Richtung Norden laufen würde.

Technisch hätten alle drei Varianten folgende „big points“, wie Stadtbaumeister Reinhold es formulierte, im Erdreich zu überwinden: So gibt es im Untergrund zum einen eine alte Wasserleitung, die im Abstand von etwa zehn Metern neben der Theodor-Heuss-Straße verläuft. Dazu gibt es zwei 20-kV-Stromleitungen, wobei die eine entlang, die andere quer zur Theodor-Heuss-Straße geführt wird. Und dann wäre da noch eine Hochdruckgasleitung der Stadtwerke mit einem Durchmesser von 200 Millimetern. Optimal sei es, wenn die 110kV-Leitung unterirdisch zwischen Wasser- und 20kV-Leitung verlaufen könnte, so Reinhold.

Endlich eine Einigung im Kabel-Streit: Welche Variante wird umgesetzt?

Das Gremium war sich am Ende einig, dass die Variante der Erdverkabelung, die einzelne Grundstücke praktisch umläuft, vom Kosten- und Zeitaufwand her nicht darstellbar ist. Daher soll die Verwaltung nun die gerade Lösung prüfen. Oberbürgermeister Florian Hartmann warb explizit dafür, dabei nicht nur die Kurzversion zu diskutieren, sondern auch weiter mit der langen Variante „ins Rennen zu gehen“. Schließlich sei das Argument des Stadtrats stets gewesen, die Erdverkabelung vor allem aus ästhetischen, städtebaulichen Gründen weiter vorantreiben zu wollen. Je mehr Kabel daher unter die Erde komme, umso besser.

Die Stadträte sahen es ähnlich, wobei Volker C. Koch (SPD) in erster Linie froh war, dass „die Teilaussiedlung endlich in Gang kommt“ und dieser „unsägliche Streit beendet ist“. Sportreferent Günter Dietz (CSU) war ebenfalls zufrieden; er wiederholte seine Auffassung, dass „eine 110-kV-Leitung über einer Sportanlage ein No Go ist, das kann einfach nicht sein“!

TSV-Vorsitzender Wolfgang Moll betont, dass das „Bauleitplanverfahren für die Teilaussiedelung auf den aktuell zur Verfügung stehenden Grundstücken nicht verzögert oder gar aufgehalten werden“ dürfe. Insoweit nehme er in Kauf, „dass bis zur Erlangung anderer Erkenntnisse unter der Berücksichtigung der vorhandenen Überlandleitung geplant wird“.

Eile, die rund 60 Jahre alte, überirdische Leitung unter die Erde zu bringen, besteht aber zumindest aus materialtechnischer Sicht nicht. Laut Bernhard Kiening von den Stadtwerken halten derartige Anlagen im Schnitt 100 Jahre. Allein: Der für den Masten verwendete Grauguss reagiert Kiening zufolge „empfindlich auf Erschütterung“. Bei den Baumaßnahmen könnte das Material entsprechend leiden. „Dies müsste man berücksichtigen.“

Lesen Sie auch:

„Ein großer Tag“ für den TSV Dachau 1865

Der TSV 1865 und der Stadtrat sind sich nun doch einig: Der Verein bringt sein gesamtes Vermögen in den neuen Sportpark an der Theodor-Heuss-Straße ein. Gleichzeitig bekommt er aber finanziellen Handlungsspielraum, was die Verwendung der Mittel dort betrifft. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Emotionaler Appell: FCB-Nationalspieler privat in KZ-Gedenkstätte Dachau
Ein FC Bayern-Spieler besuchte an seinem freien Tag das KZ in Dachau. Auf Instagram postete er ein Foto und richtete einen Appell an die User.
Emotionaler Appell: FCB-Nationalspieler privat in KZ-Gedenkstätte Dachau
Irre Aktion in bayerischem Petershausen: Gemeinde wie ausgelöscht - „Folgen sind brandgefährlich“
Petershausen gibt es nicht mehr - zumindest wenn es nach den Ortsschildern geht: Unbekannte Täter haben alle acht Schilder in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag …
Irre Aktion in bayerischem Petershausen: Gemeinde wie ausgelöscht - „Folgen sind brandgefährlich“
 „Wahnsinn! So groß waren wir noch nie!“ - Besuche bei Faschingswagen-Bauern im Landkreis Dachau 
Ein besonderer Spaß im Fasching ist, auf einem der vielen Wagen mitzufahren. Die Heimatzeitung hat einige Wagen-Bauer besucht.
 „Wahnsinn! So groß waren wir noch nie!“ - Besuche bei Faschingswagen-Bauern im Landkreis Dachau 
Entsetzen im Karlsfelder Gemeinderat über Münchner Parkhaus-Pläne
Das klingt nach Streit unter Nachbarn: In der Landeshauptstadt München reifen Überlegungen, am Karlsfelder Bahnhof ein möglichst großes Parkhaus mit bis zu 300 …
Entsetzen im Karlsfelder Gemeinderat über Münchner Parkhaus-Pläne

Kommentare