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Er empfing die Menschen, die zu ihm kamen, stets mit offenen Armen: Stadtpfarrer Wolfgang Borm während seiner letzten Predigt in St. Jakob.

Zuhörer, Trostspender, Hoffnungsbringer

Dachau verabschiedet sich von Wolfgang Borm

In der St.-Jakobs-Kirche ist am Sonntag kein Platz mehr frei geblieben. Kein Wunder, wurde doch der langjährige Stadtpfarrer Wolfgang Borm verabschiedet. Zudem feierten die vielen Gläubigen das Patroziniumsfest der Stadtpfarrkirche.

18 Tage nach seinem 70. Geburtstag ist Stadtpfarrer Wolfgang Borm beim Patroziniumsgottesdienst am Sonntag in der Pfarrkirche St. Jakob verabschiedet worden. „Viele, die solch einen runden Geburtstag feiern, sind in der Regel schon einige Jahre im Ruhestand“, meinte Pfarrverbands-Verbundpfleger Franz Blatt bei seiner Laudatio, „aber bei einem Priester ist man oft der Meinung, der ist noch gut in Schuss.“ Nun, gut in Schuss ist Borm allemal, doch wie hatte er Anfang des Jahres, als sein Weggang bekannt wurde, gegenüber den Dachauer Nachrichten gesagt: Die verantwortungsvolle Arbeit für seine 15 000 Schäflein, sei ihm „nicht mehr so leicht von der Hand gegangen, wie noch mit 35“.

Diese 15 000 Schäfchen verteilen sich im Pfarrverband Dachau St. Jakob auf nicht weniger als sechs Pfarreien, sechs Filialen sowie vier Nebenkirchen.

Viele Menschen aus diesem großen Gebiet fanden sich am Sonntag zum Gottesdienst ein, um ihrem Stadtpfarrer Lebewohl zu sagen. Pfarrverbandsvorsitzende Birgit Gstaltmeyr fasste es zusammen: „Für uns bedeutet das heute: Zeit zum Abschied nehmen, Zeit für Begegnung und Erinnerung, Zeit für Lob und Kritik, Zeit für Freude und Trauer, Zeit, für 16 Jahre zu danken und diese zu würdigen.“ Und das taten die Teilnehmer an dem Gottesdienst.

Die beiden Chöre im Pfarrverband natürlich musikalisch – mit der wunderschönen Spatzenmesse von Wolfgang Amadeus Mozart oder das Canticum gaudii von Flor Peeters. Das Dachauer Bläserensemble war im großen Kirchenschiff zu hören, ebenso wie das Orchester und Solisten von St. Jakob um Kantor Michael Nauderer sowie Rainer Dietz an der Orgel. Die Gesamtleitung hatte Christian Baumgartner.

Andere Menschen, die Borm bei dessen Wirken in Dachau nahestanden, nutzten den Abschied für persönliche Worte. So etwa Birgit Gstaltmeyr. Sie meinte, dass dem scheidenden Pfarrer „das gute Miteinander am Herzen lag“. Borms Streben sei es gewesen, „auf Augenhöhe Lösungen zu finden“ und dabei den Blick auf das „große Ganze“ zu richten. Gstaltmeyr: „So durften wir Sie als auch Seelsorger und Priester erleben. Den Menschen zugewandt. Mit dem Mut, die eigene Betroffenheit und Verletzlichkeit zu zeigen.“

Kirchenpfleger Blatt erinnerte an die großen Veränderungen innerhalb der Wirkenszeit von Borm. Er erwähnte etwa die großen Baumaßnahmen wie den Umbau und die Renovierung des Pfarrhauses und des Pfarrheims von St. Jakob, den Orgelneubau und die Umgestaltung des Altarraums in Maria Himmelfahrt, die Neugestaltung der Sakristei sowie die Außeninstandsetzung und Turmrenovierung von St. Jakob. „Ja, Wolfgang, hier sind einige Millionen verbaut worden“, sagte Blatt, der befand, dass es „für die Zukunft bei Weitem nicht so gut aussieht“. Diese Worte dürften den neuen Verwaltungsleiter ein wenig beunruhigen, der seit Juni im Amt ist.

Am Ende verabschiedete sich Franz Blatt von Wolfgang Borm mit den Worten: „Es ist ein Segen zu wissen, dass es Menschen wie Dich gibt, lieber Wolfgang, ein aufrichtiger Zuhörer, Trostspender, Hoffnungsbringer und Vermittler von Gemeinschaft und Liebe.“ Wie hatte Borm noch vor einem halben Jahr gesagt: Traurig über seinen Abschied sei er nicht, das sei „der natürliche Lauf der Dinge“. Am Sonntag, als Borm seinen allerletzten Gottesdienst in St. Jakob zelebrierte, durfte zumindest ein bisschen schwer ums Herz gewesen sein. dn

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