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Der Volksfestorganisator geht in den Ruhestand: Klaus Mader übergibt nach 22 Jahren an Andrea Löffler.

Volksfest-Organisator Klaus Mader bereitet sich auf seine letzte Wiesn vor

Abschied nach 22 Jahren

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Volksfest-Organisator Klaus Mader bereitet sich auf seine letzte Wiesn vor - und blickt zurück auf die 22 Jahre seines Wirkens. 

Dachau Die Orkanböe über dem Dachauer Volksfest 2004 wird Klaus Mader (63) nicht mehr vergessen: „Da hat’s vom großen Zelt die Plane runtergehauen“, das Zelt und ein weiterer Biergarten mussten damals geräumt werden.

Klaus Mader arbeitet im Hauptamt der Stadt und organisiert die Dachauer Wiesn seit mittlerweile 22 Jahren: „Ich hab Volksfeste erlebt, da wären wir am liebsten mit der Badehose dagesessen und bei anderen am liebsten mit dem Pelzmantel“, lacht er. Heuer ist es das letzte Mal, dass er das Volksfest auf die Beine stellt.

Klaus Mader steht im Glückshafen, auf der Los-Ablage stapeln sich Kartons mit den Preisen. Kinder dürfen heuer erstmals keine Lose kaufen – zum Schutz vor Glücksspiel, das hat die Regierung von Oberbayern angeordnet (wir berichteten): „Da kann man nur den Kopf schütteln“, sagt Mader: „Wir werden hier behandelt wie ein Casino.“ Überhaupt sei das zehntägige Fest viel bürokratischer geworden: „Früher hatten wir ein oder zwei Sicherheitsmänner vor dem Zelt – das hat glangt.“ Aber: „Seit drei Jahren müssen wir ein Sicherheitskonzept erstellen“, seitdem gibt es Taschenkontrollen an den Eingängen und die Trachtler dürfen ihre Messer nicht mehr mitbringen.

Wenn Mader selbst aufs Volksfest geht, dann hat er Jeans, Turnschuhe und Hemd an. Er sitzt in seinem Büro im Glückshafen: „Da bin ich meistens von Mittag bis 23 Uhr“, am Volksfest mache er rund 70 Überstunden. Er checkt, ob alle Losverkäufer zur Arbeit kommen und ist Ansprechpartner für die Schausteller. Gerade die Schausteller rauben ihm dabei oft den letzten Nerv: „Dann haben sie zum Beispiel ein anderes Fahrgeschäft dabei, als in der Bewerbung stand und brauchen mehr Platz und Strom, da müssen wir dann wieder irgendwelche Kabel oder Anschlüsse organisieren.“ Auch die Standlbetreiber sind manchmal schwierig: „Einer hat mal angegeben, dass er nur Süßigkeiten verkauft, und dann hatte er auf einmal Fruchtspieße dabei. Da hat sich dann der Fruchtspieße-Verkäufer von gegenüber beschwert.“

Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen: Mit dem Ende des Volksfests endet die Arbeit für Mader ja nicht, im Gegenteil: „Nach dem Volksfest ist vor dem Volksfest.“ Die Standlbetreiber müssen sich jedes Jahr aufs Neue bewerben, die Wirte alle zwei Jahre, Mader kümmert sich ab September um die Ausschreibungen, im Oktober gehen die Bewerbungen ein, im November entscheidet der Stadtrat über Maders Standl- und Wirteauswahl, und im Dezember schickt er die Zusagen an die Schausteller raus: „Als Weihnachtsgeschenk quasi.“

Noch bis Mai wird er am Volksfest 2020 mitarbeiten, dann wandert die Volksfest-Organisation in die Hände des Kulturamtes, an Leiter Tobias Schneider und Andrea Löffler. Sie sagt: „Ich freue mich schon, weil die Aufgaben wahnsinnig vielfältig sind, mit dem Glückshafen, den Fahrgeschäften oder dem Seniorennachmittag!“

Klaus Mader gibt zu, mit einem „weinenden Auge“ zu gehen, „weil ich schon ein Baby verliere“. Andererseits freue er sich auch darauf, nicht mehr um 5 Uhr aufstehen zu müssen, sondern erst um 8 oder 9 und dann bis 12 Uhr Zeitung lesen zu dürfen. Aufs Dachauer Volksfest will er natürlich weiterhin gehen, „dann als Gast“.

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