Heiß begehrt: Vor allem die Fahrräder fanden bei der jüngsten Fundsachen-Versteigerung der Stadt reißenden Absatz. Auktionator war, wie jedes Jahr, Heribert Lorenz. Foto: mik

Vom Radl bis zur Rutsche: Die Fundsachen-Versteigerung zog 150 Bieter in den Dachauer Stadtbauhof

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten!

Vom Radl bis zur Rutsche: Die Fundsachen-Versteigerung zog 150 Bieter in den Dachauer Stadtbauhof.

Dachau – Er war ursprünglich da, um ausgediente Gerätschaften des Bauhofes zu erwerben, doch am Ende bot er auch für eine Edelstahl-Rutsche mit. Damit machte Richard Schlosser aus Kleinberghofen am Samstag gleich mehrere Schnäppchen, als es im Bauhof „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten“ hieß.

Wie jedes Jahr im Mai fand auf dem Bauhofgelände die Fundsachen-Versteigerung der Stadt Dachau statt. Über 70 Fundräder, fast 20 Smartphones, unzähliger Schmuck, also alles, was seit über einem halben Jahr im Fundbüro oder im Bauhof nicht abgeholt wurde, kamen dort unter den Hammer.

Der erfahrene Auktionator und Bauhofmitarbeiter Heribert Lorenz und seine Kollegen aus dem Fundbüro hatten jede Menge zu tun. 150 Bieter und Interessierte standen in der Lagerhalle an der Otto-Hahn-Straße, während der Regen draußen eine große Pfütze bildete. Auch wenn hier wohl niemand an den nächsten Fahrradausflug dachte, ging ein Radl nach dem anderen vom Stellplatz über das Auktions-Podest vorbei an die Kasse. Fundgegenstands-Nummern mussten vorgelesen, Angebote eingeholt und Rechnungen geschrieben werden. Lorenz hatte dabei immer alles fest im Blick und seinen Hammer fest in der Hand. Zahlen zwischen 20 und 350 Euro standen auf den Rechnungen, wenn es um Fahrräder ging. Bei einigen Radeln, bei denen Lorenz merkte, da könnte ein kleines „Schmankerl“ nicht schaden, legte er Rucksäcke oder Regenschirme dazu.

Die Beträge wurden höher, als Heribert Lorenz die Nummern der ausgedienten Bauhof-Gerätschaften aufrief, die an diesem Tag ebenfalls einen neuen Abnehmer finden sollten. 1050 Euro zahlte beispielsweise ein Meistbietender aus Markt Indersdorf für „Stahlschrott“, wie Lorenz ganz offen die Schneepflüge nannte. „Die sind gerissen, geschweißt, geschraubt, nichts Gescheites mehr“, warnte der Auktionator. Dennoch schien es genug Interessierte gegeben zu haben, lag das Startgebot noch bei 360 Euro. „Die Schneepflüge brauche ich als Ersatzteillager“, erklärte der Bieter den Dachauer Nachrichten.

Wenige Minuten zuvor war Richard Schlosser der Meistbietende beim Kehranbaugerät gewesen. Der Kleinberghofer hat einen Hof und kann so schweres Gerät für wenig Geld gut gebrauchen. Kurzerhand bot dieser auch auf die Edelstahl-Rutsche, die sonst keiner haben wollte. Für 20 Euro macht er damit seine Nichte und seinen Neffen im Alter von drei und fünf Jahren glücklich, wie er sagt.

Auch ein Betonmischer, Pflegereifen, ein Mulchmäher sowie zwei Handfräser und viele weitere Gerätschaften fanden ihre Käufer. „Nur ein Erdwolf und ein Kompressor sind übrig geblieben“, bilanzierte am Ende Bauhofleiter Kurt Ladehof. Das eingenommene Geld kommt übrigens in die Stadtkasse. 

Miriam Kohr

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