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Noch wird saniert im Schwimmer- sowie im Springerbecken des Dachauer Familienbads. Ob das Bad anschließend öffnet, steht noch nicht fest. Ebenfalls ungeklärt ist die Frage, ob es Erstattungen für Jahreskartenbesitzer geben wird. „Wir werden eine Lösung finden“, versprechen die Stadtwerke.

Am 8. Juni öffnet noch kein Freibad im Landkreis Dachau

Badespaß frühestens Ende Juni

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Freibäder dürfen ab 8. Juni öffnen. Unter welchen Bedingungen, steht aber noch nicht fest. In Dachau, Ainhofen und Vierkirchen könnte – wenn überhaupt – erst Ende Juni geschwommen werden.

Dachau – Die Berliner Bäderbetriebe sind den Bayern voraus. Sie durften bereits am Montag wieder öffnen – unter strengen Auflagen. Um Warteschlangen am Einlass zu verhindern, gibt es ein Online-Ticketsystem. Geschwommen wird in Schichten, wobei die Pausen zwischen den Schichten zum Reinigen der Becken verwendet werden muss.

Ob dieser oder ähnlicher Aufwand auch auf die Dachauer Badegäste zukommen wird, ist jedoch unklar. Zwar steht nun fest, dass auch in Bayern ab 8. Juni geschwommen werden darf; unter welchen Bedingungen aber, weiß niemand. Aus diesem Grund können auch weder die Verantwortlichen im Familienbad Dachau noch die Betreiber des Freibads Ainhofen und des Naturbads Vierkirchen definitiv sagen, ob sie in dieser Saison noch öffnen werden.

Robert Haimerl, Chef der Stadtwerke Dachau, betonte auf Nachfrage, dass der Startschuss im Familienbad erst in „minimum vier Wochen“ fallen könnte, zuvor müssten noch die laufenden Sanierungsarbeiten abgeschlossen werden. Und danach hänge es schlicht von den Vorgaben ab: „Es gibt eine Vielzahl von Punkten, die noch nicht geklärt sind.“ Ein Schwimmen in bestimmten Zeitfenstern etwa sei in Dachau technisch gar nicht machbar. Überhaupt stelle sich vor dem Hintergrund eines erheblichen Mehraufwands in punkto Sicherheit bei vorgeschriebenen Höchsteinlasszahlen die Frage: „Rentiert sich die Öffnung des Bades überhaupt?“

Die gleiche Frage stellen sich auch die Kollegen in Ainhofen. Dort betreibt mit dem Verein für Bewegungsspiele (VfB) Ainhofen zwar kein Wirtschaftsunternehmen das örtliche Schwimmbad, doch laut zweitem Vorsitzendem Olaf Schellenberger geht es auch dort um die Wirtschaftlichkeit. Er persönlich, gibt er zu, sei zwar für eine Öffnung. Seine Vorstandskollegen aber hätten noch nicht abschließend über die Frage getagt; zu unklar seien nach wie vor die dafür zu erfüllenden Auflagen. „Im günstigsten Fall“, so Schellenberger, könnte in Ainhofen in der „Kalenderwoche 25 oder 26“ losgekrault werden.

In Vierkirchen ist die Sachlage noch unsicherer als in Dachau und Ainhofen. Denn: Geschwommen wird dort nicht in einem Freibad, sondern einem Naturbad. Und die sind bislang sogar in Bundesländern, die in Sachen Corona-Lockerungen offener sind als Bayern, nach wie vor geschlossen. Der Grund: Klassische Freibäder werden mit Chemikalien gereinigt, Naturbäder mittels einer natürlichen Filterung. Wie sicher oder unsicher daher Naturbäder im Hinblick auf mögliche Corona-Infektionen sind, da sind sich laut Vierkirchens Bürgermeister Harald Dirlenbach „nicht einmal die Experten einig“.

In Vierkirchen bereite man sich derzeit dennoch auf eine Öffnung vor, man reinige das Becken und lasse frisches Wasser einlaufen. Anschließend bekomme das Bad seine vorgeschriebene Ruhezeit. „Spätestens im Juli“, bekräftigt Dirlenbach, „könnten wir aber in Betrieb gehen“. Die Frage der Rentabilität stellt sich in Vierkirchen laut Dirlenbach weniger, „wir haben größtenteils ehrenamtliche Mitarbeiter und setzen ja auch keine Chemie ein“. Die große Frage dort aber ist: „Sind die Auflagen so, dass ein Betrieb vernünftig darstellbar ist?“ Nicht darstellbar sei es beispielsweise, „wenn ich zwei zusätzliche Leute für Security einstellen muss“.

Für Dachaus Stadtwerke-Chef Robert Haimerl stellt sich zudem noch eine andere Frage, nämlich die nach den Sanitäranlagen. „Das Bad zu öffnen, aber die Toiletten nicht“, mache für ihn wenig Sinn. Campingplätze beispielsweise aber müssten genau diese Vorgabe umsetzen: Campen ist erlaubt, duschen und WC-Gang nicht.

Vor diesem Hintergrund kam Stadträtin Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) zu dem Schluss, den Dachauern diesen Sommer zu empfehlen, nach Südtirol zu fahren. Laut OB Florian Hartmann könne man jedoch nicht einmal diese Reise ohne Bedenken empfehlen, denn: „Von Südtirol rät der ADAC ab!“

Anderswo öffnen die Freibäder jetzt schon.

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