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Weiß statt Wahlwerbung: Die neuen Plakatwände der Stadt bestehen laut Bauamt aus einem Kunststoffkern mit auflaminiertem Kunststoff. Leider lassen sich nun aber kein e Plakate mehr darauf kleben, die Wände sind viel zu glatt. 

Stadt Dachau will Grund gefunden haben, warum die Wahlplakate nicht kleben

Posse um die Poster

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61 neue Plakatständer hat die Stadt den Parteien für die kommende Landtagswahl zur Verfügung gestellt. Allein: Die Ständer funktionieren nicht. Nun will die Stadt endlich den Grund für die Panne herausgefunden haben: Die Parteien hätten einfach beim falschen Wetter plakatiert!

Dachau – Den Start in sein neues Amt als Leiter des städtischen Bauamts dürfte sich Moritz Reinhold auch anders vorgestellt haben. Der „Architekt mit Hang zur Stadtplanung“ – so hatte er sich am Donnerstag bei seiner offiziellen Vorstellung im Rathaus noch bezeichnet (ausführlicher Bericht folgt) – muss sich dieser Tage nämlich mit einer zutiefst fehlgeplanten Angelegenheit befassen: den 61 neuen Plakatständern der Stadt, die einfach nicht funktionieren. Die Plakate, die die Parteien darauf kleben wollen, halten nach wie vor nicht.

20 483 Euro hatte die Stadt in die Neuanschaffung investiert, wobei die Mitarbeiter des Bauhofs „über das Jahr verteilt“ und „sukzessive“ die Kunststoffflächen mit Aluminiumrahmen „in Eigenregie“ zusammengebaut hätten, wie Reinhold betont. Und natürlich, betont der neue Bauamtsleiter, seien die Wände im Zuge der Arbeiten auch getestet worden. Ergebnis: „Alle acht Versuche“, so Reinhold, „waren erfolgreich“! Die Parteien, glauben Reinhold und seine Kollegen vom Bauhof nun, mussten daher einen entscheidenden Fehler begangen haben. Und dieser war: Die Plakate wurden geklebt, als es regnete – und die Wände damit nass waren.

„Unsinn“, widerspricht SPD-Fraktionsvorsitzende Christa Keimerl prompt. Sie habe schon zwei Klebeversuche unternommen, beim zweiten Mal sei es sogar sehr sonnig und trocken gewesen. „Aber da sind die Plakate genauso runtergefallen!“ Auch der „sündteure“ Komponentenkleber, den die Stadt den Parteien zuletzt empfohlen hatte, habe außer hohen Kosten bislang nur geringen Erfolg gebracht.

Anton Limmer, CSU-Stadtrat und gelernter Malermeister, kann über das Thema nur noch den Kopf schütteln. Die Plakatwände selbst hält er grundsätzlich „für eine Fehlkonstruktion“, da die Oberflächen „viel zu glatt“ seien. „Da hält im Grunde nur doppelseitiges Klebeband.“ Auch die Klebemischung, die die Stadt zuletzt den Parteien empfohlen hatte, sei in seinen Augen völlig wirkungslos. Die einzige Maßnahme, die Wände doch noch brauchbar machen zu können, sei es, sie mattzuschleifen. Zehn Minuten pro Quadratmeter würde dies dauern, schätzt Limmer. Bei 61 Plakatwänden wäre dies zwar ein Arbeitsaufwand von gut über 100 Stunden. In Kombination mit der von ihm selbst angerührten Spezialmischung – bei der er die Kleister-Empfehlung der Stadt explizit nicht befolgt – sieht er darin aber die einzige Möglichkeit, die Plakate doch noch aufhängen zu können.

Doch nicht nur die Stadt kostet die Poster-Panne viel Zeit. Denn wie CSU-Ortsvorsitzender Tobias Stephan betont, seien es ja schließlich Ehrenamtliche, die in ihrer Freizeit seit Tagen versuchen würden, Plakate aufzuhängen. Die neuen Wände hätten den Wahlkampf „wahnsinnig verkompliziert“. Zu beachten gelte es ja nicht nur Klebemischung und Witterung: „Die neuen Wände sind deutlich höher als früher. Ohne Leiter geht da jetzt gar nichts mehr.“ Er findet es daher „schade“, dass sich die Stadt nicht im Vorhinein mit den Parteien zusammengesetzt habe. Denn jetzt, so Stephan, „haben wir die teuren Tafeln, und die meisten sind komplett leer. Das kann’s doch nicht sein!“

Christa Keimerl nimmt die Sache mittlerweile sogar schon mit Humor: „An den Plakaten“, glaubt sie, „wird’s am Ende schon nicht liegen, wie die Wahl ausgeht.“

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