Noch nicht alle Schutzbedürfnisse berücksichtigt: die gefährliche Kreuzung an der Mittermayerstraße. foto: habschied

Wieder Thema im Verkehrsausschuss

Weitere Sicherheitsmaßnahmen für Kreuzung in der Mittermayerstraße

  • Thomas Zimmerly
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Beim Neubau einer Fußgängerschutzanlage im Kreuzungsbereich Mittermayerstraße/Von-Hohenhausen-Straße/Herbststraße wird noch einmal nachgebessert. Doch nicht alle Vorschläge der Verwaltung fanden die Zustimmung des Verkehrsausschusses.

Dachau – Nach mehreren schweren Unfällen im Kreuzungsbereich Mittermayerstraße/Von-Hohenhausen-Straße/Herbststraße waren sich Politik, Polizei und Stadtverwaltung einig, dass die Situation für dort querende Fußgänger verbessert werden muss (wir haben mehrfach berichtet). Über das „wie“ wird seit Monaten diskutiert. Seit der Dienstagssitzung des Verkehrsausschusses scheint Klarheit zu herrschen.

Zur Erinnerung: Der Verkehrsausschuss beschloss zunächst im Januar eine verbesserte LED-Beleuchtung und gelbe Blinklichter. Eine Nachtverkehrsschau ergab jedoch, dass dunkel gekleidete Fußgänger hinter den gelben Blinklichtern schwer zu sehen sind. Also hieß es im April: Blinklichter wieder abbauen. Weiter stellten Experten von Polizei und Verwaltung fest, dass der vorhandene Zebrastreifen keinen Sinn mehr mache, weil an dieser Stelle zu viele Autos unterwegs sind (zu Spitzenzeiten über 1200). Konsequenz daraus: Anstelle des Fußgängerüberwegs soll eine Fußgängerschutzanlage installiert werden. Erste Maßnahme hierzu: eine Ampel.

In der Zwischenzeit reifte in der Verwaltung die Erkenntnis, dass für die Fußgänger noch nicht „alle Schutzbedürfnisse berücksichtigt worden sind“, wie es OB Florian Hartmann ausdrückte. Konsequenz daraus: Die Stadtverwaltung schnürte ein weiteres Sicherheitspaket und schickte es dem Verkehrsausschuss zur Abstimmung mit folgendem Begehr:

1. Die rote Furt für Radfahrer soll im Bereich der Einmündung zur Von-Hohenhausen-Straße an die Mittermayerstraße vorgezogen werden. Deswegen müssten allerdings ein Baum und zwei Stellplätze vor der dortigen Bäckerei weichen.

2. Der Baum soll wegen der dann fehlenden „Durchgrünung“ ersetzt werden. Der Vorschlag hierzu: ein neues „Baumquartier“ oder ein Rosenbeet vor dem Mittermayer-Hof bzw. an einem nahen Parkplatz.

3. Anstatt des einen Stellplatzes vor dem Mittermayer-Hof sollen Fahrradständer aufgestellt werden.

4. Ein Halteverbot in der Mittermayerstraße nach der Einfahrt in die Herbststraße auf einer Länge von 20 Metern.

Das neue Sicherheitspaket stieß vor allem bei der CSU auf Kritik. August Haas, der sich bereits in den zurückliegenden Sitzungen als Feind der Stellplatzreduzierung offenbarte, pochte auf den bestehenden Beschluss vom April. „Wir sollten die Straße ansonsten so lassen, wie sie ist“, meinte er mit dem Hinweis, dass es in der Mittermayerstraße sehr viele kleine Geschäfte gebe. Würden hier Parkplätze wegfallen, „wäre das eine Katastrophe für die Wirtschaft“. Auch Horst Ullmann (Bürger für Dachau) hegte Bedenken und meinte: „Wir sollten nicht die gesamte Straße umgestalten.“

Am Ende befürwortete eine Mehrheit im Verkehrsausschuss die Punkte 1 und 4 und lehnte Punkt 3 (bei einem Stimmenpatt von 7:7) ab. Punkt 2, also die Ersatzpflanzung hießen alle gut. Nur konnten sich die Mitglieder nicht auf eine Pflanzenart einigen.

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