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Welchen Bussen gehört die Zukunft? Die Stadt braucht zehn neue. 

Neue Busse für Dachau

Diesel, Hybrid, Erdgas oder Elektro?

Die Stadt Dachau braucht bis 2020 zehn neue Busse. Nur: Welchen Antrieb sollen sie haben? Diesel mild-hybrid oder Gas. Das war die große Frage im Werkausschuss.

Dachau – Die Dachauer Busse sollen ab Dezember 2020 länger und öfter fahren. So ist für die Ringlinien 720, 722 und 726 zu den Hauptverkehrszeiten (5.30 bis 20.30 Uhr) ein 10-Minuten-Takt vorgesehen. Ein „sportliches“ Ziel, so der technische Leiter der Stadtwerke Gerald Nübel. Deshalb braucht die Stadt zwölf neue Busse (veranschlagte Kosten: 3,3 Millionen Euro) und neues Personal (700 000 Euro). Die Ausschreibung dafür soll im Juni mit einem Teilnahmewettbewerb beginnen. „Wir werden drei Anbieter raussuchen, sonst bekommen wir Angebote aus China“, so Reinhard Dippold, Leiter der Verkehrsbetriebe, zum Prozedere. Die große Frage in der jüngsten Werkausschusssitzung war nun: Welchen Antrieb sollen die Gefährte haben?

Antriebsalternativen gibt es einige: Diesel, Hybrid, Erdgas oder Elektro. Die Stadtwerke schlugen vor, weiterhin Busse mit Diesel mild-hybrid anzuschaffen. Dies lehnten mehrere Ausschussmitglieder ab. Sie fordern Erdgas-Fahrzeuge.

So auch Volker C. Koch (SPD). Der Verkehrsreferent der Stadt meinte, „komplett nur Erdgasbusse zu kaufen“, denn eine Tankstelle hierfür gebe es bereits. Nur, so Nübel, könnten dort nur zwei Busse gleichzeitig tanken. Es müsse also eine neue gebaut werden. Und die komme mit rund vier Millionen Euro – samt Flächen und Büros – teuer, so Nübel.

Michael Eisenmann (Bündnis für Dachau) ist ebenfalls Gas-Fan. Er nannte drei Gründe, warum: Es könnte bald eine CO2-Steuer kommen, der Restwert von Diesel-Gefährten sei gering, und man könnte vielleicht sogar Biogas aus eigener Herstellung nutzen. Wie berichtet, denkt das Landratsamt Dachau darüber nach, an der GfA in Geiselbullach eine Vergärungsanlage zu bauen.

Die Verantwortlichen bei den Stadtwerken lehnen Erdgas keineswegs rundherum ab, dennoch hegen sie Zweifel, ob diese Antriebsart sinnvoll ist. Neben dem Bau einer teuren Tankstelle gibt es weitere Argumente, die gegen Gas sprechen.

Da ist zum einen die Schadstoffbilanz. Die 36 000 überwiegend mit Diesel betriebenen Busse auf Deutschlands Straßen würden nur 1,4 Prozent der gesamten CO2-Emissionen des Verkehrs verursachen, so Nübel, der von einem „geringen Hebel zur Verbesserung der CO2-Bilanz“ sprach. Ein Großteil des Feinstaubs entstehe durch den Abrieb an Bremsen und Reifen, beides unverzichtbares Zubehör aller Fahrzeuge.

Weiter müsste sich erst noch zeigen, so Nübel, ob sich Erdgas überhaupt am Markt durchsetzen könne (siehe dazu Kasten). Wenn nicht, dann würde sich die neue Tankstelle nicht mehr rentieren. Nübel empfahl deswegen, den Markt genau zu beobachten. Auch im Hinblick darauf, dass die Stadt bereits 2023 zehn Busse aus der aktuellen Flotte erneuern muss.

Am Ende der Debatte lehnte der Werkausschuss den Vorschlag der Stadtwerke zum Kauf von Diesel-Bussen mit 11:4 Stimmen ab. Dafür war nur die CSU. Gertrud Schmidt-Podolsky etwa hielt den Vorschlag der Stadtwerke für „äußerst vernünftig“ und kanzelte das Begehr nach Erdgasfahrzeugen im Hinblick auf den geringen Anteil der Busse an den Gesamtemissionen als „Imageaktion“ ab.

Schmidt-Podolsky, ihre Parteikollegen sowie auch alle übrigen Ausschussmitglieder votierten hingegen für einen Alternativ-Beschluss: Die Stadtwerke sollen nun die Betriebskosten pro Kilometer für Gas-Busse berechnen – samt Vorabfrage für eine Bustankstelle.

Thomas Zimmerly

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