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Hochaktuelle Strahlkraft: Karl-Heinz Hempel mit einem Katalogbild und dem Original von Katharina Sieverding.

Volksbank-Vorstand Karl-Heinz Hempel über die Sieverding-Ausstellung im Schloss

Dachau: „Weltkunst vor den Toren Münchens“

Im Renaissance-Saal des Dachauer Schlosses ist noch bis zum 15. September die Ausstellung „Am falschen Ort II“ der Künstlerin Katharina Sieverding zu sehen. Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr, und donnerstags 10 bis 20 Uhr. Katharina Sieverding ist nach Georg Baselitz eine weitere Künstlerpersönlichkeit in der Reihe von „Kunst und Bank“ der Volksbank-Raiffeisenbank Dachau. Die Dachauer Nachrichten haben Bankvorstand Karl-Heinz Hempel über die Ausstellung gesprochen.

Warum holt ein lokales Geldinstitut eine weltbekannte Künstlerin wie Katharina Sieverding nach Dachau?

Mit unserer Reihe „Kunst und Bank“ teilen wir mittlerweile bayernweit Aufmerksamkeit. Unser Kulturengagement richtet sich ganz wesentlich an zeitgenössische Künstler aus Dachau und der Region, um ihnen eine Plattform zu bieten. Dabei denken wir auch an unsere Kunden und an unsere Mitarbeiter, die auf diese Weise in einem nicht zu erwartenden Kontext mit Kunst in Berührung kommen und das sehr spannend finden. Dachau war im 19. Jahrhundert bis zum Erste Weltkrieg eine bedeutende europäische Künstlerkolonie, in der viele bedeutende Künstler arbeiteten, unter anderem auch Carl Spitzweg, Lovis Corinth und Max Liebermann. Daran wollen wir alle drei Jahre mit den Schlossausstellungen anknüpfen. Auf diese Weise können wir gemeinsam den Bürgerinnen und Bürgern in Dachau und im Landkreis Weltkunst vor den Toren der Metropole München bieten.

Was ist Ihr Antrieb für die Ausstellung?

In Katharina Sieverdings Werken geht es um historische und politische Geschehnisse, aber auch um gesellschaftliche Beziehungen und den Stellenwert des Menschen im Weltgefüge. Das ist hochinteressant. Gerade in einer Zeit, in der sich die politische Stimmung in Deutschland und Europa verändert, ist, auch mit dem Blick auf unsere Jugend, ein Statement gegen Ausgrenzung, Rassismus und Machtmissbrauch wichtig. Umso schöner ist es, dass insgesamt zwölf Schulklassen die Ausstellung besucht haben.

Was bedeutet die Ausstellung für die Stadt?

Dachau bietet eine aktive Kunstszene mit drei öffentlichen Häusern (Anm. d. Red.: Dachauer Gemäldegalerie, Neue Galerie und Bezirksmuseum), mit dem Museumsverein, der KVD-Galerie und dem Wasserturm Förderverein als ehrenamtliche Projekte sowie privaten Galerien. Nicht zu vergessen die vielen privaten Künstler-Ateliers mit regelmäßigen Ausstellungen. Unter den Dachauer Bürgern herrscht daran reges Interesse. Darüber hinaus sollte Dachau aber auch wieder als Ort international bedeutender Kunst eine überregionale Aufmerksamkeit erfahren. Mit der Ausstellung von Georg Baselitz 2016 haben wir dazu den ersten Schritt unternommen, und mit Katharina Sieverding erreichen wir erneut eine überregionale und hochaktuelle Strahlkraft. Das Medienecho ist enorm.

Wieso haben Sie sich für Katharina Sieverding entschieden?

Mit Katharina Sieverding präsentieren wir eine vergleichbar aussagekräftige Künstlerin. Ihr Werk ist sowohl dem Schlosssaal als anspruchsvollem Ausstellungsort als auch der gespaltenen Vergangenheit Dachaus gewachsen. Außerdem ist sie eine wichtige Persönlichkeit der Gegenwartskunst, die uns eine Botschaft mitteilt, über die wir nachdenken sollten.

Schildern Sie Ihren Besuch in dem Düsseldorfer Atelier von Katharina Sieverding?

Der Besuch fand Ende März dieses Jahres statt. Das Atelier liegt mitten in Düsseldorf in einer ehemaligen Schnapsfabrik. Die Räume verteilen sich auf mehrere Stockwerke und bieten genügend Platz für die Produktion und das Ausbreiten großformatiger Fotografien und für die umfangreiche technische Ausstattung. Gleichzeitig sind diese Räume auch der Lebensmittelpunkt der ganzen Familie. Katharina Sieverdings drei Kinder wurden dort geboren. Zufällig traf sich bei meinem Besuch die ganze Familie. Die Künstlerin hat sich den ganzen Tag Zeit genommen, um mir alles zu zeigen, mir von ihren Anfängen als Künstlerin, vom Studium bei Joseph Beuys zu berichten und mir ihre Gedanken und ihre Motivation mitzuteilen. Sie steckt voller Ideen und Pläne. Diese Energie hat mich sehr beeindruckt.  dn

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