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Abschiedsfahrt: Werner Seifert wurde nach seinem letzten Arbeitstag von seinem Kameraden Toni Huber nach Hause chauffiert. Im Einsatzfahrzeug, ohne Blaulicht. 

Nach 48 Jahren beendet er seinen Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Dachau

Hinterm Lenkrad war keiner so gut wie Werner Seifert!

Werner Seifert, eine Institution bei der Freiwilligen Feuerwehr Dachau, hat jetzt, nach 48 Jahren,offiziell seinen Dienst beendet.

Dachau – Sein letzter Alarm ertönte kurz vor 14 Uhr, dann rückte Werner Seifert mit der alten Drehleiter, der DL 25, vom Gerätehaus ab, durch ein Spalier aus Kameradinnen und Kameraden sowie vorbei an den bereitgestellten Einsatzfahrzeugen, samt Salut aus der pyrotechnischen Trickkiste, die normalerweise für realistische Übungen dienen.

Die Abschiedsfeier musste aufgrund der aktuellen Situation entfallen, lediglich die Feuerwehrführung sowie die hauptamtlichen Kollegen verabschiedeten Werner Seifert im kleinen Kreis.

Werner Seifert war 1972 in die Freiwillige Feuerwehr Dachau eingetreten, 1999 wechselte er aus der Privatwirtschaft zur Feuerwehr und wurde hauptamtlicher Gerätewart. In den 48 Jahren fuhr er mehrere Tausend Einsätze.

Sein Hauptaufgabengebiet war der vorbeugende Brandschutz. Er kontrollierte die Planungen der Brandmeldeanlagen und nahm diese nach Fertigstellung ab, daneben wurde er aber auch in allen anderen Arbeitsbereichen eingesetzt. Er war ausgebildeter Gruppenführer, Ausbilder, Schiedsrichter für die Abnahme der Leistungsabzeichen, und „es gab nahezu keinen Lehrgang an den Staatlichen Feuerwehrschulen, den der Werner in seiner Laufbahn nicht besucht hat“, so Kommandant Thomas Hüller beim Abschied.

Als Maschinist für Löschfahrzeuge sowie Drehleitern fuhr er alle Einsatzfahrzeuge, aber die „alte Drehleiter“, die DL 25 -Baujahr 1959, hatte es ihm besonders angetan. Nur sehr wenige beherrschen die „Arbeit hinterm Lenkrad“ dieses Oldtimers so wie er. Fahren ohne Servolenkung oder Lenkunterstützung, dafür bei der richtigen Drehzahl mit Zwischengas und Zwischenkuppeln zu schalten, mit einem Schaltweg bis weit auf den Beifahrersitz, das ist eine besondere Herausforderung. Bei seinem letzten Einsatz ließ er sich jedoch von einem Kameraden kutschieren.

„Wir wünschen Werner alles Gute für den Ruhestand, die grauen Panther freuen sich schon auf ein neues Mitglied“, erklärte Vorsitzender Stefan Fichtl zum Abschied. Seifert dankte gerührt: „Alles“ an seiner Arbeit sei „immer wieder ein Erlebnis“ gewesen. Denn: „Jeder Einsatz bringt was Neues!“ 

dn

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