Auch bei Kälte, Schnee und Glätte waren die Mitglieder der Dachauer Bigband mit dem Lastenrad unterwegs. foto: bigband

Musiker nehmen an Aktion „Ich entlaste Städte“ teil

Dachauer Bigband testet Lastenfahrrad

Drei Monate lang haben die Mitglieder der Bigband Dachau an der Studie „Ich entlaste Städte“ teilgenommen und dabei ein Lastenfahrrad auf dessen Alltagstauglichkeit untersucht. Mit dem eindeutigen Ergebnis: So ein Fahrrad ist eine tolle Sache. Das brauchen wir!

Dachau – Die Studie „Ich entlaste Städte“ wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt durchgeführt und sollte herausfinden, ob Lastenräder eine sinnvolle Transportalternative zum Auto in den Städten darstellen.

Und die Dachauer Bigband testete fleißig. Über 500 Kilometer fuhren die Musiker mit dem Lastenrad und transportierten dabei nahezu alles, was sie für ihre Musik benötigen: Instrumente, Gitarrenverstärker oder Lautsprecher. Nur für das Schlagzeug hat es nicht ganz gereicht. „Das war etwas zu groß, aber es gäbe auch etwas größere Modelle, wo dann auch ein Schlagzeug Platz hat“, erklärt Bandmitglied Oliver van Meerendonk. Insgesamt bewegten die Musiker in der Testphase über eine Tonne Bandequipment in der Transportbox des Fahrrads.

Und das nicht nur bei schönem Wetter. Auch bei Kälte, Schnee und Glätte waren sie mit dem Rad unterwegs. Bandleader Tom Jahn legte bei solchen Witterungsbedingungen sogar die längste Einzelstrecke mit 50 Kilometern – von Augsburg zum Musikheim der Knabenkapelle Dachau – zurück. Bei Minus zehn Grad Außentemperatur! Durch die Konstruktion des Fahrrads – es verfügt über drei Räder – waren auch die Straßenbedingungen kein Problem.

Ganz pannenfrei verlief aber auch die Testphase nicht. „In einer Woche hatte ich etwas Pech, da hatte ich zwei Mal einen Platten. Und das obwohl diese Reifen eigentlich unplattbar sind“, erzählt van Meerendonk. Der mobile Wartungsservice konnte in beiden Fällen aber schnell helfen. Schuld an den beiden Platten seien jeweils spitze Splitsteine gewesen. „Der war dieses Jahr anscheinend besonders aggressiv“, so van Meerendonk. Aber auch dieses Problem ließe sich durch bessere Reifen lösen.

Die Mitglieder der Dachauer Bigband sind auf jeden Fall überzeugt von dem Lastenrad. Eine Anschaffung können sie aus finanziellen Gründen jedoch nicht stemmen. Ein einzelnes Rad kostet mehrere tausend Euro. Deshalb streben sie eine andere Lösung an. Zusammen mit dem Kreisverband Dachau des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) wollen die Musiker ein Lastenrad-Sharing in Dachau auf die Beine stellen.

Größtes Problem sind auch hierbei wieder die Kosten: Auch wenn die Anschaffung solcher Räder bezuschusst wird, für ein Sharing-System werden mehrere Räder benötigt, so dass sich schnell fünfstellige Kosten ergeben. Sie sind deshalb auf Spenden angewiesen. Für van Meerendonk steht aber fest: „Das wäre für alle Bürger eine super Sache. Alleine lohnt sich so ein Rad nicht, aber wenn sie allen Bürgern zur Verfügung stehen, können alle davon profitieren.“

Thomas Benedikt

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