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„Verkleide dich als Wikinger und entere ein Schiff“: Aufgaben wie diese mussten die „Chaoscityriders“ während ihrer „Baltic Sea Circle Rallye“ erledigen. Das machte Spaß und brachte jede Menge Spendengeld! Bild: die Dachauer Tobias Pietzonka, Benjamin Markovic und Bernard Zeidler (v.r.) mit zwei weiteren Rallye-Teilnehmern.

Tief beeindruckt vom hohen Norden

Dachauer „Chaoscityriders“ zurück vom Abenteuer ihres Lebens

Als „Chaoscityriders“ haben vier junge Dachauer an einer Charity-Rallye rund um die Ostsee teilgenommen. Dabei sammelten sie Spenden in Höhe von 31 157,30 Euro, die nun bedürftigen Kindern in der Region zugute kommen sollen.

Sie erlebten das Abenteuer ihres Lebens und sammelten dabei eine Rekordsumme für den guten Zweck: die „Chaoscityriders“. Auf der „Baltic Sea Circle Rallye“ begegneten die vier Freunde aus Dachau – Michael Pietzonka, Tobias Pietzonka, Benjamin Markovic und Bernard Zeidler – den unterschiedlichsten Menschen, erfüllten die aberwitzigsten Aufgaben und überwanden das ein oder andere Hindernis.

Bei der nördlichsten Rallye der Welt durchquerten die vier Dachauer vom 15. bis 30. Juni von Hamburg aus zehn Länder und zwar ohne GPS, abseits von Autobahnen und in einem nicht mehr ganz neuem Fahrzeug. Mit ihrem über 20 Jahre alten VW Bus, den sie extra für die Fahrt gekauft und bereits davor als fahrende Litfaßsäule durch Dachau kutschiert hatten, fuhren sie los. Klar, dass bei diesen Bedingungen Herausforderungen auf die Jungs warteten!  

„Der Bus hat gehalten, er ist uns ans Herz gewachsen, und wir werden ihn auch behalten“, verrät Bernard Zeidler und gibt gleichzeitig ein Malheur zu: „Statt einem halben Liter Öl habe ich einmal zweieinhalb nachgeschüttet.“ Weil Google aber sagte, dies könne zum Motorschaden führen und die Jungs, wie sie zugeben, nur „wenig Ahnung“ von Kfz haben, mussten sie kurz vor dem Nordkap die Werkstatt-Jungs der Rallye-Veranstalter rufen. Doch die gaben den Bus der Dachauer zur Weiterfahrt frei – „also nichts passiert“!

Ein anderes Mal dachte Michi Pietzonka, der Trip sei jetzt für ihn vorbei: „Auf dem Weg zum schönem Strand der Kvalvika-Bucht in den Lofoten, den Berg runter, bin ich umgeknickt“, schildert er. Alles Kühlen im Meer habe nichts gebracht. Nur ein schneller Rückweg über den Berg und drei Tage Schonen und Hochlegen brachte Michi zurück an das Lenkrad. „Wir hatten es gut, dass wir zu viert waren, so konnten wir uns immer abwechseln“, sagt Bernard.

Und das mussten sie! Zweimal fuhren sie 26 und 30 Stunden am Stück. „Da haben wir hinten im Bus während der Fahrt die Ravioli warm gemacht“, erzählt Tobi. Wenn die vier Jungs dennoch einmal rauskamen, stellten sie aber durchwegs fest: „Die Einheimischen waren alle super nett!“ In einer Bar in Norwegen etwa lernten die Dachauer eine Grundschullehrerin kennen, die ihnen – mangels Übernachtungsgelegenheit – anbot, bei ihr schlafen zu können. Am nächsten Tag machten sie, als kleines Dankeschön, noch den Abwasch für ihre Gastgeberin, bevor es weiter ging mit ihrem großen Abenteuer.

Das bestand neben der Fahrtstrecke an sich auch aus zahlreichen Aufgaben, die sie zu bewältigen hatten und für die es am Ende Spenden gab: etwa dafür, dass sie im hohen Norden den „Kreisblick“ des Landratsamtes lasen, oder dafür, dass sie einen Volkstanz lernten. Ebenso galt es, „sich als Wikinger zu verkleiden und ein Schiff zu entern“, „auf dem Autofriedhof den Abba-Bus zu finden“ oder „ein Bild mit einem Bären zu machen“.

Alle Aufgaben, betonen sie, meisterten die „Chaoscityriders“ ohne Probleme. Eine große Herausforderung in diesem Zusammenhang stellte allerdings das Surströming dar. Diese schwedische Fischspeise ist für ihren fauligen Gestank berühmt-berüchtigt. Nur bei der Aufgabe eines Dachauers „Schneidet euch eine Glatze“ war es dann vorbei: Ihre Haare wollten sie für Geld nicht lassen!

Durch tapferes Aufgabenerledigen und das schon vor Reiseantritt fleißige Rühren der Werbetrommel brachte die Rallye am Ende über 30 000 Euro ein, die nun an ein Projekt in Schönbrunn, den Integrationskindergarten Himmelreich und die Greta-Fischer-Schule gehen sollen. „Das beweist, wenn man etwas Gescheites macht, sind die Dachauer gerne bereit zu spenden“, schlussfolgert Tobi Pietzonka.

Diese Dynamik sowie die Marke „Chaoscityriders“ wollen die vier Jungs nun aber „nicht einfach sterben lassen“, wie sie es ausdrücken. Deshalb überlegen sie schon jetzt, welchen neuen Aufgaben sie sich stellen könnten: mit dem Bus von München nach Südafrika oder zu Fuß nach Klagenfurt, wären bereits erste Ideen.

Bis ein richtig zündender Einfall kommt, versuchen sie jedoch, mit kleineren Aktionen im Gedächtnis der Dachauer zu bleiben und das Motto „Von Dachau für Dachau“ weiterleben zu lassen. Aber egal wie es weiter geht, die Reise rund um die Ostsee werden die vier so schnell nicht vergessen. Miriam Kohr

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