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CSU-Hoffnungsträger: Peter Strauch soll das Dachauer Rathaus zurückerobern. 

CSU Dachau

Wie Peter Strauch das Dachauer Rathaus zurückerobern will

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Peter Strauch will die Dachauer in den kommenden Monaten davon überzeugen, dass er die besseren Ideen und Konzepte für die Große Kreisstadt hat. Ziel des CSU-Oberbürgermeisterkandidaten: „die Potenziale der Stadt noch besser nutzen“. Dabei soll vor allem eine bessere Zusammenarbeit mit dem Landratsamt helfen.

Dachau – Bei seiner Vorstellung als frisch gebackener OB-Kandidat der CSU zitierte Peter Strauch am Montagabend erst mal seinen Stadtratskollegen August Haas. Das Urgestein habe während seines (am Ende leider erfolglosen) Landtagswahlkampfes nämlich immer betont: „Stadt und Land, Hand in Hand.“ Strauch sieht es ähnlich: „Nur so funktioniert’s.“

Gerade beim Thema Verkehr, das der 45-Jährige als sein Steckenpferd, sein „Top-Thema“ nannte, sei eine gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis unabdingbar. Strauch sprach es am Montag zwar nicht aus, aber die Botschaft war klar: Ein CSU-Oberbürgermeister hätte einen wesentlich besseren Draht ins CSU-Landratsamt als ein OB anderer Parteien.

CSU-Kreisvorsitzender Bernhard Seidenath, der Strauch als „hervorragende Persönlichkeit im besten Alter“ und „bestens vernetzt“ bezeichnete, formulierte das Selbstverständnis der Christsozialen so: „Natürlich ist es der Anspruch der CSU, das Rathaus der Großen Kreisstadt mit einem OB aus unseren Reihen zu besetzen!“ Ortsvorsitzender Tobias Stephan erklärte nicht weniger selbstbewusst: „Wenn wir als CSU in einen Wahlkampf gehen, dann spielen auf Sieg, nicht auf Platz!“

Vor den Augen des zustimmend nickenden Landrats Stefan Löwl präsentierte Strauch denn auch seine Pläne zum Thema Verkehr: Die Nord-Ost-Umfahrung sei „ein wichtiger Baustein“, um den Verkehr in der Großen Kreisstadt zu entlasten. Die gerade von Landrat Löwl vehement betriebene Verkehrsdrehscheibe Breitenau sei eine „interessante Idee“. Die Taktverdichtung der Dachauer Busse – „nur im Schulterschluss mit dem Landkreis möglich“!

Das aktuelle Verhältnis zwischen Stadt und Landkreis beschreibt Strauch als schwierig, „von außen“ sehe es nicht nach einer „sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit“ zwischen Rathaus und Landratsamt aus. „Ständiger Krieg“, da ist er sich sicher, „bringt nix. Für niemanden.“

Apropos Krieg: Strauch will keinesfalls „Verkehrsmittel gegeneinander ausspielen“. Klar, „Autos zu verteufeln ist auch keine Lösung“. Doch es müsse „Alternativen zum Umsteigen“ geben. Und dazu gehörten neben einer Taktverdichtung der Busse genauso neue Radlwege.

Den Spagat zwischen Umweltschutz und Wirtschaftskraft scheut Strauch ohnehin nicht. Sein Ziel sei ein „Dachau, das grün ist und in dem Dachauer arbeiten können“. Jeder Mensch, der nicht mehr pendeln müsse, erhalte zum einen mehr Lebensqualität und leiste zum anderen aktiven Umweltschutz. Dachau zu einem umweltfreundlichen Wirtschaftsstandort auszubauen, ist für Strauch daher „kein Widerspruch“.

Als „ganz besonders wichtiges“ bezeichnete der Kandidat bei seinem Parforceritt durch sein Wahlprogramm auch die Versöhnungs- und Erinnerungspolitik, die „heute wichtiger denn je“ sei. Hier wolle er an die Arbeit des früheren CSU-OB Peter Bürgels anknüpfen beziehungsweise diese weiterentwickeln.

Weiterentwickeln möchte Strauch auch die Sportstätten der Stadt. „Schnell und unkompliziert“ müsse hier gehandelt werden; in den vergangenen Monaten sei bei dem Thema „alles viel zu schleppend“ gegangen.

Wie er seine bislang sehr allgemein formulierten Ziele konkret umsetzen will, kann – und will – Strauch allerdings noch nicht sagen. Spätestens zur offiziellen Aufstellungsversammlung im Frühjahr wolle er konkreter werden; vieles möchte er zudem mit den Listenkandidaten ausarbeiten. Seine Chancen, die Wahl zu gewinnen, sieht er realistisch. Natürlich hätte es bessere Zeiten gegeben, anzutreten. Aber die Stadt befinde sich momentan in einer wichtigen Zeit, in der wegweisende Entscheidungen getroffen werden müssten: Und da, betont Strauch, „will ich nicht noch sechs Jahre warten“.

Zur Person: 

Peter Strauch wurde am 28. März 1973 in der Koschade-Klinik in der Dachauer Altstadt geboren. Er besuchte die Klosterschule, anschließend die Ludwig-Thoma-Schule. Nach einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann machte er über den zweiten Bildungsweg Abitur. Als studierter Betriebswirt arbeitet er seit rund 15 Jahren bei der Post – zunächst direkt in Bonn, seit zehn Jahren ist er Leiter der Direktmarketingcenter in München und Augsburg. Seit 2004 ist Strauch verheiratet, seine Frau Sonja ist Beamtin bei der Polizeiinspektion Dachau. Das Paar hat zwei Söhne: Quirin, 10, und Kilian, 14. Strauch ist nach eigenen Worten tief verwurzelt in das Dachauer Vereinsleben. Seit 27 Jahren ist er Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr der Großen Kreisstadt, zehn Jahre lang war er dort Jugendausbilder. Als Handballer erzielte er sowohl für den TSV Dachau 1865 als auch den ASV Dachau Tore. Zuletzt war er beim ASV als Kinder-Fußballtrainer ehrenamtlich aktiv. In der Pfarrjugend von St. Jakob kannte man Strauch ebenfalls als quirligen und geselligen jungen Mann. Politisch habe er sich schon immer engagiert, betont der Kandidat. In seiner Jugend war er Klassensprecher, dann Schülersprecher. 2001 verschlug es ihn zur CSU, seit 2012 sitzt er im Stadtrat. Dort ist er im Umwelt- und Verkehrsausschuss, im Werkausschuss sowie im Bauausschuss vertreten. Im Umwelt- und Verkehrsausschuss fungiert er als Sprecher seiner Fraktion.

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