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Applaus für den Kandidaten: Kreisvorsitzender Bernhard Seidenath, Fraktionsvorsitzender Florian Schiller (sitzend, v.l.) und Ortsvorsitzender Tobias Stephan (r.) freuten sich über die Kandidatur Peter Strauchs. 

Dachauer CSU will Rathaus-Chefsessel zurückerobern

Peter Strauch will OB werden

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Peter Strauch soll im Frühjahr 2020 als CSU-Kandidat für das Amt des Dachauer Oberbürgermeisters antreten. Dies hat der CSU-Ortsverband gestern Abend im ASV-Foyer bekannt gegeben. Die offizielle Nominierung soll im April erfolgen.

Es war eines der bestgehüteten Geheimnisse der Großen Kreisstadt: Wen schickt die CSU ins Rennen um das Oberbürgermeister-Amt in Dachau? Monatelang hatte eine „Findungskommission“ – bestehend aus dritter Bürgermeisterin Gertrud Schmidt-Podolsky, Fraktionsvorsitzendem Florian Schiller sowie Ortsvorsitzendem Tobias Stephan – nach möglichen Kandidaten Ausschau gehalten. Auf Nachfrage, wie denn der Stand der Suche sei, hieß es mantraartig: „Das interessiert doch heute noch keinen“ und „Im Dezember machen wir es bekannt.“ Selbst Landrat Stefan Löwl (CSU) und CSU-Kreisvorsitzender Bernhard Seidenath wussten bis zuletzt nicht, wer bei der Kommunalwahl im Frühjahr 2020 der Gegenkandidat zu Florian Hartmann (SPD) sein wird.

Seit gestern ist nun klar: Peter Strauch soll für die Christsozialen den Chefsessel im Rathaus zurückerobern. Der 45-jährige Stadtrat sei von der Findungskommission als derjenige befunden worden, der „das bestmögliche Profil hat, im Jahr 2020 erfolgreich in die OB-Wahl zu gehen“, so Stephan. Ortsvorstand und Fraktion bestätigten den Vorschlag der Findungskommission einstimmig.

Fraktionsvorsitzender Florian Schiller betonte, dass der Ortsverband mit der Kür Strauchs ein Zeichen setzen wollte: Wer denke, dass die OB-Wahl schon gelaufen und Amtsinhaber Hartmann der sichere Sieger sei, „dem sei gesagt, dass dem nicht so ist“! Zugleich kündigte Schiller an, dass „wir eine sehr starke Stadtratsliste aufstellen werden“. Für die kommenden Wahlkampfmonate sei sich die CSU aber durchaus ihrer Verantwortung gegenüber der Stadt bewusst, man werde sich „konstruktiv verhalten und die sinnvollen Dinge auch weiter unterstützen“. Grundsätzlich aber werde man nun eine „einige, wieder erstarkte Fraktion“ erleben.

Peter Strauch, der aktuell in leitender Position bei der Post arbeitet, gab zu, lange gezögert zu haben, das Angebot, als Kandidat ins Rennen geschickt zu werden, überhaupt anzunehmen. Nach Rücksprache mit seiner Frau und den beiden Söhnen aber habe er entschieden: „Ich stelle mich gerne der Wahl!“

Als Dachauer, der in der Altstadt und geboren und aufgewachsen ist, sieht er sich „tief verwurzelt“ in seiner Heimat. Als Mitglied diverser Vereine und der Feuerwehr kenne er die Menschen; nach der herben Wahlniederlage im Jahr 2014 und dem damit verbundenen Verlust des OB-Amtes habe er zudem geholfen, den Ortsverband „positiv für die Zukunft“ aufzustellen. In den Stadtrat habe er sich „richtig reingearbeitet“, als Sprecher seiner Fraktion im Umwelt- und Verkehrsausschuss ist der Verkehr sein „Top-Thema“ (ausführlicher Bericht dazu folgt). Wahlkampf, so glaubt Strauch, sei am Ende ein Wettstreit der Ideen und Konzepte. Er ist überzeugt, „dass wir diesen Wettstreit gewinnen werden“!

Kommentar: Spannender als erwartet

Das Job-Profil an den CSU-OB-Kandidaten war klar: Er sollte älter sein als der Amtsinhaber, sich in der freien Wirtschaft bewährt haben und ein echter Dachauer sein. Vor diesem Hintergrund muss man sagen: Glückwunsch CSU, all das erfüllt Peter Strauch! Von allen Namen, die zuletzt als mögliche Kandidaten durch die Stadt geisterten, ist er tatsächlich der einzige, der dem beliebten OB gefährlich werden könnte. Im Stadtrat erwies sich Strauch zuletzt als bissig, aber nicht als Nein-Sager um des Nein-Sagens willen. Er kann streiten, aber auch zuhören. Und: Er ist jung genug, um für die neue Generation der Dachauer CSU zu stehen. Der Wahlkampf dürfte also spannend werden – spannender als erwartet. zip

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