Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Oradour-sur-Glane: Wolfgang Moll, Sabine Geißler, Bürgermeister Philippe Lacroix und Kai Kühnel (v.l.).

Dachauer Delegationen zu Gast

Gedenken in Oradour-sur-Glane

Jedes Jahr wird am 10. Juni in Oradour-sur-Glane der Opfer des Massakers gedacht, bei dem die Waffen-SS im Jahr 1944 fast alle Einwohner des Dorfes ermordete: 642 Menschenwurden getötet, nur sechs überlebten. An der Gedenkfeier nahmen wieder Besucher aus Dachau teil. 

Dachau/Oradour – Besucher aus ganz Europa sind am vergangenen Samstag nach Oradour-sur-Glane gereist, um gemeinsam der 642 Opfer des Massakers am 10. Juni 1944 zu gedenken. Die Waffen-SS hatte fast alle Einwohner des Dorfes ermordet, nur sechs überlebten. Das Dorf wurde völlig zerstört.

Zu der Gedenkfeier kamen auch mehrere Reisegruppen aus Dachau. Gerda Hasselfeldt, Dachauer Wahlkreisabgeordnete, war bereits vor zehn Jahren, damals noch als Vizepräsidentin des Bundestages, als erste Vertreterin der Bundespolitik nach Oradour-sur-Glane gereist. Seitdem steht sie in stetem Kontakt mit den Verantwortlichen. Sie wurde unter anderem begleitet von Stadträtin und dritter Bürgermeisterin Gertrud Schmidt-Podolsky. Die offiziellen Vertreter der Stadt Dachau waren Bürgermeister Kai Kühnel und die Stadträtin Sabine Geißler, die ein Blumenbouquet niederlegten.

Stadtrat Wolfgang Moll, Referent für Tourismus und Städtepartnerschaften, pflegt seit drei Jahren engen Kontakt nach Oradour. Ihm liegt die Freundschaft zu der Stadt und ihren Bürgern neben der politischen Ebene auf sportlicher Basis am Herzen. Moll wurde von Vorstandsmitgliedern der Dachauer Sportvereine begleitet. Am Rande der Feierlichkeiten stimmte er Einzelheiten zum „Europäischen Wochenende der Jugend und Freundschaft“ vom 1. bis zum 3. September 2017 in Oradour ab, an dem die Basketballdamen des TSV 1865 sowie die Radsportler der Soli Dachau teilnehmen werden.

Bei der Gedenkfeier war auch der neue französische Staatspräsident Emmanuel Macron zu Gast. Er habe sich sehr bürgernah gezeigt, berichtete Moll. Macron habe mit seiner Rede „einen hoffnungsvollen und zuversichtlichen Eindruck für ein europäisches Miteinander“ hinterlassen. Doch genauso beeindruckend wie die Feierlichkeiten im Beisein des französischen Staatspräsidenten „war die Gastfreundschaft unserer Freunde“, so Moll. Es sei „ein großer Tag für die deutsch- französische Freundschaft und Europa gewesen“.

dn

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