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Familienhündin Kira lebt nicht mehr. Die zehn Jahre alte Mischlingshündin ist vor einer Woche in Etzenhausen von einem anderen Hund totgebissen worden. 

Dachauer Familie sucht Zeugen des Angriffs

Kira - totgebissen beim Gassi gehen

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Für Jasmina F. (54) ist nichts mehr so wie es war: Ihre Hündin Kira ist vor einer Woche bei einem Spaziergang in Dachau von einem anderen Hund totgebissen worden. Immer wieder hat sie die schrecklichen Szenen vor Augen. Und hat nun außerdem eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung am Hals.

Dachau – Freitag, 31. März: Dieses Datum wird Jasmina F. nie vergessen. Die 54-jährige Dachauerin ging mit ihrer Hündin Kira in Etzenhausen spazieren. Die Anton-Burgmaier-Straße runter, am Webelsbach und an der Amper entlang, als ihr eine Frau mit drei Hunden entgegenkam. Einer der drei, ein großer weißer Rüde, riss sich los, erzählt Jasmina F. Er riss Jasmina F. und und biss Kira halbtot. Die Mischlingshündin musste später beim Tierarzt eingeschläfert werden. Die Besitzerin des weißen Hundes sagt nun, Kira habe sie in die Hand gebissen, daraufhin haben ihre drei Hunde ihr Frauchen verteidigt. Sie zeigte Jasmina F. wegen fahrlässiger Körperverletzung bei der Polizei an. Jasmina F. und ihre drei Kinder suchen nun Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben.

Es geht ihr eigentlich nicht um die Anzeige. Und Kira, zehn Jahre alt, knapp kniehoch, kann nichts mehr lebendig machen. Aber für Jasmina F. ist wichtig, dass sich solch ein Vorfall nicht wiederholt. „Es hätte auch ein Kind sein können“, sagt die Dachauerin. Deshalb schildert sie, was ihr vergangenen Freitag gegen 13 Uhr in Etzenhausen passiert ist. Sie spaziert mit Kira an der Amper entlang, in dem Bereich gegenüber vom Restaurant La Bodega. Kira, auch „Mausi“ genannt, läuft an der Flexi-Leine. Ihr kommt eine Frau mit drei Hunden entgegen, zwei braune an der Leine und ein größerer weißer Rüde. „Die Frau blieb stehen, fasste mit dem Arm um den weißen Hund und hielt ihn fest, wie im Schwitzkasten“, berichtet Jasmina F. „Er war nicht einmal angeleint.“

Kira, die immer zurückhaltend gegenüber anderen Hunden war, bleibt neben ihrem Frauchen, gemeinsam gehen sie an den drei Hunden vorbei. Nach ein paar Metern lässt Jasmina F. Kiras Leine lockerer. Sie blickt sich um und sieht, wie sich der weiße Hund aus dem Griff der Frau herauswindet und zu Kira läuft. „Und die Frau hat nichts gesagt und nicht gerufen“, weiß Jasmina F. noch. Dann geht alles ganz schnell: Der weiße Hund schnüffelt, beugt sich dominant über Kira, die sich auf den Rücken legt und unterwirft. Dann kommt die Frau näher, mit den beiden Hunden an der Leine, die laut kläffen. Die Hundebesitzerin versucht, den Rüden am Hals wegzuziehen, aber sie schafft es nicht, berichtet Jasmina F. Auch die Hunde an der Leine stürzen sich auf Kira, „die laut gewinselt und gewimmert hat“. In dem ganzen Gedränge sieht Jasmina F. ihre Hündin zunächst nicht, die großen Hunde waren genau davor. Schließlich stößt der große weiße Hund mit seinem Hinterteil gegen die zierliche Dachauerin und stößt sie um. „Ich hatte starke Schmerzen im Bein und konnte nicht mehr aufstehen.“ Dann sieht sie ihre Kira: Wie sie wieder und wieder von dem weißen Rüden in den Hals gebissen wird. „Überall war Blut“, sagt Jasmina F. schluchzend. Sie wählt den Notruf. Die Besitzerin des Rüden versucht weiterhin, ihren Hund wegzuziehen – bis er von alleine von Kira ablässt. Mit blutigem Schädel schnuppert er an Kira. Kira bleibt reglos liegen. „Aber an ihrem Auge hab ich gesehen, dass sie noch lebt“, so Jasmina F. „Ich habe die Frau angeschrien, dass sie herkommen soll und ihren Hund von meinem Hund wegholen soll.“ Jasmina F. robbt zu Kira, streichelt ihre Pfote.

Für Kira gibt es keine Rettung mehr - sie wird beim Tierarzt eingeschläfert

Eine Radfahrerin hält an und leistet Jasmina F. Beistand. Dann kommt die Besitzerin der drei Hunde wieder zurück, ohne Hunde. „Sie hat sich nicht entschuldigt, kein nettes Wort zu mir gesagt“, sagt Jasmina F. Sanitäter kommen, versorgen zuerst Kira mit einer Infusion und einem Verband am Hals, verbinden dann der anderen Hundebesitzerin die Hand, berichtet Jasmina F. Offenbar wurde sie erwischt, als sie versuchte, ihren Hund aus der Beißerei zu ziehen.

Noch bevor die Polizei kommt, wird Jasmina F. mit Kira zum Tierarzt gefahren, vom Mann der anderen Hundebesitzerin. Er setzt sie vor der Praxis ab. „Auch von ihm kam kein Wort der Entschuldigung“, so Jasmina F. Der Tierarzt stellt bei Kira schwere Bisswunden fest: eine völlig zerfetzte Luftröhre, der ganze Hals war offen. „Man konnte nichts mehr machen“, Kira wird eingeschläfert. Die drei Kinder von Jasmina F., ihre 23-jährige und ihre 24-jährige Tochter sowie ihr 21-jähriger Sohn, kommen zum Tierarzt und nehmen Abschied von ihrem Familienhund Kira. Erst am Abend geht Jasmina F. selbst zum Arzt. Die Diagnose: Muskelfaserriss.

Roland Itzstein, Sprecher der Polizei Dachau, bestätigt, dass die Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Eine 49-jährige Dachauerin war laut Itzstein mit ihren drei Hunden spazieren. Ihr sei eine 55-jährige Frau mit ihrem Hund entgegengekommen – Jasmina F. mit Kira. Dieser Hund habe dann die 49-Jährige in die Hand gebissen, woraufhin die drei Hunde ihr Frauchen verteidigt – und die Hündin zu Tode gebissen haben. Bei den drei Hunden handele es sich um einen Boxer-Mischling, einen Beagle und eine „Art Bullterrier“, eine Kampfhund-Rasse. Allerdings seien die beteiligten Personen noch nicht vernommen worden, die Ermittlungen laufen.

Für Jasmina F. und ihre Kinder wäre es wichtig, nun Zeugen zu finden. „Wir haben schon eine Zeugin, aber zwei Mädchen sollen den Vorfall auch mitbekommen haben.“ Die Familie will beweisen, dass Kira nicht zugebissen hat. „Sie war ein Familienhund, immer freundlich zu allen.“ Auch wenn sie wissen: Lebendig wird Kira nicht mehr werden.

Zeugen können sich unter Telefon 0 81 31/7 97 11 melden.

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