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Dachauer Frauenklinik kämpft um ihren guten Ruf

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Von: Nikola Obermeier

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Baby liegt im Bett.
Die Geburtshilfe am Dachauer Krankenhaus steht im Fokus. © Fabian Strauch/dpa

Klinikärzte, Mitarbeiter und niedergelassene Frauenärzte erheben schwere Vorwürfe gegenüber der Leitung des Dachauer Krankenhauses.

Dachau – Es geht um Vorgänge in der Gynäkologie und Geburtshilfe im Helios Amper-Klinikum in den vergangenen Wochen. Helios wehrt sich gegen die Vorwürfe. Doch der gute Ruf der Dachauer Frauenklinik hat Schaden genommen.

Im Raum stehen der angeblich ungerechtfertigte Rausschmiss des Chefarztes der Gynäkologie und Geburtshilfe, schlechte Arbeitsbedingungen, die Sorge um Patientinnen – und die Befürchtung, dass Helios die gynäkologische Abteilung in Dachau zusammenlegen will mit der Klinik in Pasing. Doch die Dachauer Klinik-Chefs weisen all diese Vorwürfe und Behauptungen mit Vehemenz zurück und bekräftigen das Gegenteil: Das Dachauer Klinikum soll erweitert werden – und damit auch die Gynäkologie und Geburtshilfe.

Die Missstände, die sowohl Mitarbeiter als auch Assistenzärzte beklagen, begannen Mitte August, als Chefarzt Professor Florian Ebner von heute auf morgen nicht mehr im Dienst war. Dazu kam, dass Ärzte und Sekretariatspersonal in Urlaub gingen oder sich krank meldeten. Operationen mussten abgesagt und verschoben werden, kranke Patientinnen wurden nach Pasing verwiesen. Die niedergelassenen Gynäkologen beklagen sich, dass sie nicht informiert wurden, wochenlang niemanden erreichten, nicht wussten, wer operiert und ob überhaupt operiert wurde. Eine Frauenärztin sagt: „Wenn es sich vermeiden lässt, schicke ich meine Patienten nicht mehr nach Dachau.“

Doch seit 1. Oktober gibt es eine kommissarische Leitung für die Gynäkologie und Geburtshilfe am Helios Amper-Klinikum Dachau: Dr. Sabine Keim, Chefärztin der Gynäkologie in Pasing. Sie hat zusammen mit Klinik-Geschäftsführer Florian Aschbrenner und Ärztlichem Direktor Hjalmar Hagedorn in einem Gespräch Stellung zu den Vorwürfen bezogen.

Sie widersprechen vehement den Mutmaßungen von Mitarbeitern und Gynäkologen, dass die Frauenklinik in Dachau geschlossen oder mit dem Standort in Pasing zusammengelegt werden soll. Im Gegenteil: „Wir wollen die Gynäkologie nach vorne bringen“, sagte Professor Hagedorn. Ob die Stelle des Chefarztes nachbesetzt wird, diesbezüglich blieb Aschbrenner im Unklaren.

In der Printausgabe der Dachauer Nachrichten lesen Sie weitere Berichte zur Situation am Dachauer Krankenhaus.

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