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Freibad-Gäste: Nicht zum Aushalten! Sind wir hier auf der Loveparade?

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Von: Thomas Zimmerly

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Der Ort, von dem die Musik erschallt: das Restaurant im Dachauer Freibad.
Der Ort, von dem die Musik erschallt: das Restaurant im Dachauer Freibad. © hab

Aus den Lautsprechern am Restaurant des Dachauer Freibads ertönt täglich und stundenlang Musik. Die einen freut das, andere bringt die Beschallung auf die Palme.

Dachau Was gehört zu einem entspannten Tag im Dachauer Freibad? Sonne, gut temperiertes Wasser, viel Platz auf der Liegewiese und wenig Mücken – sicherlich. Doch gehört auch Musikbeschallung dazu? Daran scheiden sich die Geister. Aus den am Restaurant angebrachten Lautsprechern ertönt sie im Freibad täglich über mehrere Stunden. Manche Gäste bringt das in Stimmung, andere in Rage. Das Ehepaar Monika (59) und Robert Obermeier (62) aus Kleinberghofen etwa, denn der „Techno, Trommel-Techno und ein wenig Loveparade“, wie es Robert Obermeier nennt, geht ihm gewaltig auf die Nerven.

Badegast ist genervt: Der „Schmarrn“ ist unerträglich

Damit es niemand falsch versteht: Robert Obermeier stört nicht die Musik an sich. Den langjährigen Jahreskarteninhaber wurmt nur, dass er – wie er vermutet – seit Jahren immer die gleichen Stücke ertragen muss. Und: Dass er nirgendwo auf dem rund 10 000 Quadratmeter großen Areal des Freibads von den „wummernden Bässen“ verschont wird. Er habe sich sogar schon soweit nach hinten zurückgezogen, dass er beinahe in die nahe Amper geplumpst wäre, doch die Bässe seien ihm und seiner Gattin Monika auch dort noch durch Mark und Bein gegangen. An seinem Stammplatz, den der Stammgast für gewöhnlich einnimmt, rund 35 Meter vom Restaurant entfernt auf der gegenüberliegenden Seite des Schwimmerbeckens, sei „der Schmarrn“ unerträglich.

Coole Sprünge zu cooler Musik – das lieben viele Badegäste. Andere sind hingegen genervt von der Dauerbeschallung.
Coole Sprünge zu cooler Musik – das lieben viele Badegäste. Andere sind hingegen genervt von der Dauerbeschallung. © hab

Wie Obermeier mitteilt, habe er mit vielen Badenden gesprochen, darunter einigen, die wie seine Frau und er, Stammgäste seien. „Und da gibt es viele, die das ebenfalls aufregt“, sagt er. „Ich bin also zum Restaurant getigert und habe gefragt, ob es nicht etwas leiser oder mit weniger Bass ginge. Antwort: ,Wenn es Ihnen nicht passt, suchen sie sich halt einen anderen Platz’“. 

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Bademeister: Bayern 3 wäre mir lieber

Als er dies vernahm, hätte Robert Obermeier vom Fünf-Meter-Sprungturm hechten können. Stattdessen tigerte er erneut los: zu den Schwimmmeistern. Von einem erfuhr er, dass diese nur für die Sicherheit der Gäste verantwortlich seien, nicht aber für die Musikauswahl. „Ein junger Bademeister, von mir gefragt, was er von der Musik und der Lautstärke halte, antwortete mir: ,Mir gefällt das auch nicht. Es wäre besser, wenn die ein Radio einschalten und Bayern 3 spielen würden. Dann hören wir alle halbe Stunde Verkehrsdurchsagen’“, so Obermeier.

Ein Kompromiss soll jetzt Abhilfe schaffen

Schließlich kontaktierte der Kleinberghofer die für das Bad zuständigen Stadtwerke. Dort erfuhr der 62-Jährige, dass er der Erste sei, der sich beschwere. Und genau das bestätigt nun Barbara Kern, Leiterin der Abteilung Bäder bei den Stadtwerken Dachau: „Es gab noch nie große Beschwerden. Das ist ein Einzelfall.“ Und: „Die Stadtwerke sind nur der Verpächter. Deshalb haben wir keinen Einfluss auf die Speisekarte oder eben die Musik. Aber ich habe einige Male mit der Pächterin gesprochen. Sie hat dann die Musik ohne weiteres leiser gemacht.“

Auf Betreiben Kerns gab es schließlich ein Gespräch zwischen den Obermeiers und der Gaststätten-Pächterin Parthena Spanidou. „Wir haben über die Lautstärke gesprochen und uns geeinigt, dass ich die Musik leiser drehe“, bestätigt Spanidou.

Nun muss abgewartet werden, ob der Friede anhält und die Obermeiers die letzten Badetage des Jahres entspannt an ihrem Stammplatz genießen können – bei Sonne, temperiertem Wasser, wenig Mücken und: leiser Musik.

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