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Das Freibad bleibt vorerst geschlossen

Dachauer Freibad: Keine Öffnung per Eilverfügung

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Die Dachauer CSU forderte eine Öffnung per Eilentscheidung, die  Bäderreferentin im Stadtrat, Ingrid Sedlbauer, fordert: Sommer daheim - nicht ohne unser Freibad. Doch jetzt setzt fest: Das Dachauer Freibad bleibt definitiv bis Juli oder länger geschlossen. 

Dachau – „Sommer daheim – Nicht ohne unser Freibad“, findet die Bäderreferentin im Dachauer Stadtrat, Ingrid Sedlbauer (ÜB). Auch CSU-Fraktionssprecher Florian Schiller betont, dass wenn man den Bürgern schon nahe lege, die Ferien zuhause zu verbringen, dann doch wenigstens „das Familienbad als wichtiger Bestandteil der Freizeitgestaltung geöffnet sein“ müsse. Angesichts der Tatsache, dass die Stadtwerke zuletzt eine Freibadöffnung – wenn überhaupt – für frühestens Anfang Juli in Aussicht gestellt hatten, forderte er gar eine „Öffnung per Eilentscheidung“ des Oberbürgermeisters (wir berichteten).

Doch diese Eilentscheidung wird es nicht geben, wie OB Florian Hartmann jetzt auf Nachfrage klarstellte. Natürlich, so Hartmann, könne er bei Vorliegen einer entsprechenden Eilbedürftigkeit eine Entscheidung treffen. Nur im Fall des Freibads sei dies schlicht nicht möglich: „Die Becken sind nicht nutzbar, weil der Beckenrand noch aufbetoniert ist. Wir können kein Wasser einlassen.“ Dass die bayerische Staatsregierung grundsätzlich eine Freibadöffnung am 8. Juni erlaubt, sei im Fall des Dachauer Familienbads daher unerheblich.

Warum die beschriebenen Sanierungsarbeiten an Springer- und Schwimmerbecken nach wie vor nicht abgeschlossen sind, begründet Hartmann mit der Corona-Pandemie. Eigentlich, so hätten es die Planungen der Stadtwerke vorgesehen, hätte das Bad schon zum 1. Juni startklar sein müssen, doch die beauftragten Baufirmen verfügten nach Schließung der innereuropäischen Grenzen schlicht nicht mehr über das – sehr häufig ausländische – Personal: „Normalerweise fährt der eine Bautrupp heim und der andere kommt. Wegen Corona konnten die neuen Arbeiter aber nicht mehr zurück nach Deutschland“, so Hartmann. Aus diesem Grund seien auch die Arbeiten ins Stocken geraten.

Der Plan der Stadtverwaltung beziehungsweise der Stadtwerke ist nun, mit dem Werkausschuss am Dienstag, 30. Juni, zu beraten, ob eine Öffnung des Familienbads in diesem Sommer noch möglich ist.

Stadtwerke-Chef Robert Haimerl hatte in diesem Zusammenhang schon mehrfach darauf verwiesen, neben der Durchführbarkeit der Hygienevorschriften – die von der Staatsregierung nach wie vor nicht festgelegt wurden – auch die Wirtschaftlichkeit im Auge zu behalten.

Die CSU, die im vergangenen Dezember mit dem Stadtwerke-Haushalt noch hart ins Gericht gegangen war, signalisierte in diesem Zusammenhang bereits eine gewisse Offenheit: Ein zusätzliches Einnahmenminus dürfe bei dem ohnehin defizitären Betrieb des Bades keine Rolle spielen, betonte Sprecher Schiller.

Auch Ingrid Sedlbauer findet, dass derzeit „alle wirtschaftliche Einbußen hinnehmen müssen“. Aus diesem Grund „sollten die Werkleitung und die Stadtverwaltung ein Herz für ihre Bürger zeigen und uns nicht an die überfüllten Seen verweisen“. Trotz Abstandsregeln sei jetzt „Bürgernähe gefragt“!  

So ist die Lage der Freibäder im Landkreis

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