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Die Leiterinnen der „Kulturschule“: Sonderschulkonrektorin Ingrid Warncke (l.) und die neue Sonderschulrektorin Viktoria Spitzauer.

Dachauer Greta-Fischer-Schule wurde ausgewählt

„Kunst zu schaffen, ist wichtig für unsere Schüler“

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Auf dem Weg zur „Kulturschule“ ist die Greta-Fischer-Schule. Kultusminister Michael Piazolo hat das sonderpädagogische Förderzentrum mit weiteren bayerischen Schulen für das Pilotprojekt ausgewählt.

Dachau – „Sie haben schon in den vergangenen Jahren besonders engagiert an Projekten zur künstlerisch-kreativen Bildung teilgenommen“, heißt es vom Kultusministerium. Ihre Erfahrungen soll die Greta-Fischer-Schule jetzt weitergeben, zum Beispiel in einem Arbeitskreis am „Institut für Schulqualität und Bildungsforschung“ (ISB). Nach drei Jahren kann die GFS das Zertifikat „Kulturschule in Bayern“ bekommen. Im Interview verraten die neue Rektorin Viktoria Spitzauer und 2. Konrektorin Ingrid Warncke, warum ihre Schule ausgewählt wurde und wieso Kunst für das Selbstbewusstsein ihrer Schüler so wichtig ist.

Herzlichen Glückwunsch, die Greta-Fischer-Schule ist auf dem Weg zur Kulturschule! Was bedeutet’s Ihnen?

Viktoria Spitzauer: Wir freuen uns natürlich, auch wenn ich gerade die Lorbeeren einheimse, die sich meine Vorgänger verdient haben (lacht). Ich bin erst seit zwei Wochen Schulleiterin und sehe es als Verantwortung, dass wir für das Projekt ausgewählt wurden. Denn Kunst zu schaffen, ist wahnsinnig wichtig für unsere Schüler – für ihr Selbstbewusstsein.

Wieso?

Spitzauer: Unsere Schüler haben besonderen Förderbedarf, also zum Beispiel Lern-, Sprach- oder Aufmerksamkeitsschwierigkeiten. Deshalb tun sie sich im Unterricht und mit Noten oft schwer, sie brauchen deshalb andersartige Bestätigung.

Dafür wurde an der Greta-Fischer-Schule schon einiges getan. Warum wurden Sie für das Pilotprojekt ausgewählt?

Ingrid Warncke: Vor drei Jahren haben wir zum Beispiel einen Kunst- und Kulturtag eingeführt: Das heißt, einmal pro Woche kommen bis zu zehn Kunstschaffende an unsere Schule und bieten Workshops an: Die Kinder können Instrumente lernen, malen, filzen oder Improvisationstheater spielen. Aber wir sind insgesamt kulturell breit aufgestellt. Jedes Jahr veranstalten wir eine Greta-Woche, in der wir über unsere moralischen Werte diskutieren. Und im letzten Jahr haben wir ein Wandgemälde mit Jugendlichen aus dem Partner-Landkreis Oswiecim in Polen gestaltet, und wir bieten unseren Schülern an in die Oper oder Philharmonie zu gehen.

Bauen Sie die Kulturangebote jetzt noch weiter aus?

Spitzauer: Wir versuchen sie eher zu einem großen Ganzen zusammenzuführen. Außerdem will das Reuchlin-Gymnasium in Ingolstadt – das auch Kulturschule werden soll – mit uns zusammenarbeiten. Wie das große Ganze aussehen könnte, weiß ich noch nicht, dafür bin ich noch nicht lange genug da. Das Zertifikat Kulturschule bekommen wir nach drei Jahren übrigens, indem wir uns weiterentwickeln.


Interview: Anna Schwarz

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