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Möchte unbedingt in der Klinik in Indersdorf weiter behandelt werden: Kassenpatientin Maria Wilden.  

Ausschluss von Kassenpatienten in der ambulanten Therapie

Helios rudert zurück

Die Helios Amper-Kliniken AG rudert zurück. Nachdem bekannt geworden war, dass im hauseigenen Amper-Vital-Center nur noch Privatpatienten angenommen werden (wir haben berichtet), will Helios nun doch wieder „eingeschränkt“ Kassenpatienten zulassen.

Dachau – Nachdem die Heimatzeitung in der Dienstagsausgabe berichtet hatte, dass im Dachauer Amper-Vital-Center der Helios Amper-Kliniken AG nur noch Privatpatienten angenommen werden, hatte das einen Sturm des Protests ausgelöst. Viele Patienten der Therapie- und Rehaeinrichtung meldeten sich in unserer Redaktion, viele machten direkt bei Helios ihrem Ärger Luft. Das hat dort zu einem Umdenken geführt.

„Wir rudern nun zurück“, teilt Helios-Pressesprecherin Katharina Mathern mit, denn: „Wir verstehen die Kritik, schließlich wollen wir keine Zweiklassenmedizin“. Allerdings rudert Helios quasi nur mit einem Arm.

Die Sache ist so: Im Bereich der ambulanten Reha, hier bekommen die Patienten ein umfassendes Paket an Therapieleistungen, werden laut Helios weiterhin auch Kassenpatienten behandelt. Bei der ambulanten Heilmittelversorgung, die lediglich einzelne Leistungen wie Krankengymnastik oder Physiotherapie vorsieht, wird hingegen im Einzelfall geprüft, wer angenommen wird. Das gelte für Kassen- und Privatpatienten, versichert Mathern. Indes: In einer ersten Pressemitteilung von Helios vom vergangenen Montag war kein Wort von einer Unterscheidung der Bereiche Reha und Heilmittelversorgung zu finden. Und das ist noch nicht alles.

Auch im geriatrischen Zentrum des Helios Amper-Klinikums Indersdorf gilt die eingeschränkte Annahme von Kassen- und Privatpatienten. In manchen Fällen ist das tragisch, wie der Fall von Maria Wilden, 56, zeigt.

Die Indersdorferin leidet an Multipler Sklerose und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Seit über zwei Jahren bekommt sie im Zentrum für Altersmedizin am Klinikum Indersdorf ihre Heilmittelversorgung. Einige Termine sind noch offen, danach ist Schluss. „Man lässt mich völlig im Regen stehen lassen“, sagt Wilden. Für sie wäre es immens wichtig, an der Klinik bleiben zu dürfen. Ihre heimtückische Krankheit schränkt ihre Bewegungsfähigkeit ein. Dank ihrer umfassenden Reha in der Indersdorfer Geriatrie kann sie ihren Rollstuhl noch selbst bewegen. In der Gemeinde gebe es zwar weitere Therapeuten, so Wilden, aber in einem Fall fehle ein Aufzug. Und: „Ich benötige für meine Anwendungen eine spezielle Ausstattung wie etwa eine Spezialliege. Ob es diese anderswo gibt, ist fraglich“, so die 56-Jährige.

Laut Helios-Pressesprecherin Katharina Mathern sei die eingeschränkte Annahme von Patienten deshalb notwendig, weil Helios den Schwerpunkt des therapeutischen Angebots vom ambulanten in den stationären Bereich verlege, was dort zu Verbesserungen führen soll.

Landrat Stefan Löwl hatte erst durch einen Anruf der Dachauer Nachrichten von den Umstrukturierungen erfahren. Er geht nach Gesprächen mit der Klinikleitung davon aus, dass in Zukunft Härtefälle gelöst werden. Das würde Kassenpatienten wie Maria Wilden sicherlich ein Stein vom Herzen fallen. 

Thomas Zimmerly

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