Jobcenter
+
In der Krise bleibt vielen nur noch der Weg zum Jobcenter.

Neue Regelungen für ALG II-Bezieher – Antragsaufkommen hat sich seit Pandemiebeginn mehr als verdoppelt

Dachauer Jobcenter im Krisenmodus

Dachau – Die Corona-Pandemie dauert nun seit rund einem Jahr. Seither hat das Jobcenter Dachau für den persönlichen Kontakt grundsätzlich geschlossen. Die telefonische Erreichbarkeit soll unter der Telefonnummer 0 81 31/3 32 90 sowie unter der Hotline 0 81 31/3 32 91 50 dennoch gewährleistet bleiben.   

Die Bundesregierung hat seit März 2020 bis voraussichtlich zum 31. Dezember 2021 den Bezug von Arbeitslosengeld II erleichtert. Allgemeine Informationen können unter www.arbeitsagentur.de entnommen werden. Zu finden ist dort auch der vereinfachte Antrag auf Arbeitslosengeld II sowie weitere begleitenden Anlagen dazu.

Peter Schadl, Geschäftsführer des Dachauer Jobcenter, findet, dass diese geschaffenen Möglichkeiten es auch den von der Pandemie stark betroffenen Selbstständigen „deutlich leichter machen, Arbeitslosengeld II zu beantragen und zu beziehen“.

Vermögen werde dadurch nämlich erst ab einem Freibetrag von 60 000 Euro beziehungsweise weiteren 30 000 Euro je zusätzlichem Familienmitglied berücksichtigt. Außerdem wird, so der Gesetzestext, „bei Pandemie bedingten Neuanträgen die tatsächliche Miete in voller Höhe bei der Berechnung berücksichtigt“.

Unverändert wird jedoch der Bedarf einer Bedarfsgemeinschaft – diese kann sowohl Einzelperson als auch eine Familie sein – dem gesamten Einkommen gegenübergestellt, erklärt Schadl. Daher sei es auch im vereinfachten Verfahren notwendig, dass die angeforderten und somit erforderlichen Unterlagen eingereicht werden.

Der Bedarf setzt sich demnach, beispielhaft für eine Familie mit einem zehnjährigen Kind, wie folgt zusammen: je 401 Euro für Vater und Mutter sowie 309 Euro für das Kind. Unter der Annahme, dass die Miete mit Nebenkosten 1000 Euro beträgt, ergibt sich hier ein Bedarf in Höhe von 2111 Euro. Liegt anrechenbares Einkommen – inklusive Kindergeld – unter diesem Betrag, so errechnet sich ein Anspruch auf Arbeitslosengeld II.

Arbeitsaufkommen hat sich verdoppelt

Bei Erwerbseinkommen inklusive Kurzarbeitergeld gibt es Schadl zufolge je nach Höhe Freibeträge, die anrechnungsfrei bleiben. Für Familien mit mindestens einem Kind kann sich dabei ein höherer Leistungsanspruch über den Kinderzuschlag errechnen, der bei der Familienkasse beantragt werden muss.

Grundsätzlich hat sich im Dachauer Jobcenter mit der Corona-Krise das Antragsaufkommen mehr als verdoppelt. „Die Mitarbeiter arbeiten unter Hochdruck, um den Ansprüchen gerecht zu werden“, betont der Leiter. So gelinge es „weiterhin annähernd, alle Anträge nach Vorliegen der vollständigen Antragsunterlagen innerhalb von zehn Arbeitstagen abschließend zu prüfen“.

Trotz der Auswirkungen der Pandemie und der erschwerten Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt werden laut Schadl Beratungen und Unterstützungsleistungen zur Erlangung eines neuen Arbeitsplatzes nicht vernachlässigt. So hätten in der Zeit von März bis Dezember des vergangenen Jahres über 400 Personen mit Unterstützung des Jobcenters eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen können.  dn

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare