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Freut sich auf Gäste im Max-Mannheimer-Haus: Donatus Maurer, Betriebsleiter der Dachauer Jugendherberge. 

Nur 60 von 116 Betten können belegt werden

Dachauer Jugendherberge darf sehr eingeschränkten Betrieb starten

Vom üblichen Trubel ist noch nichts zu spüren in der Dachauer Jugendherberge im Max-Mannheimer-Haus. Dort, wo sonst zu dieser Jahreszeit gut 100 Gäste logieren, meist junge Leute und Schüler auf Klassenreise, sind aktuell gerade einmal 20 Betten belegt. Dennoch freut sich Betriebsleiter Donatus Maurer, dass sein Haus nach der Corona-Zwangspause nun endlich wieder öffnen durfte. Seine Hoffnung: „dass die Leute wieder Mut fassen für einen Urlaub!“

Wie Hotels oder Campingplätze brauchen auch Jugendherbergen nun Hygienekonzepte und müssen Auflagen erfüllen. „Buffets gibt es gar nicht mehr, wir reichen die Speisen, auf dem Teller angerichtet, durch eine verglaste Essensausgabe“, berichtet Maurer. Viel mehr werde gereinigt und desinfiziert, „der Aufwand für die Mitarbeiter ist höher“. Und natürlich gelten Abstandsregeln, Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht. „Aber die Gäste sind die Masken schon gewohnt.“

Doch entscheidend dafür, dass das Dachauer Haus nun zu den bayerischen Jugendherbergen gehört, die wieder geöffnet sind, war Maurer zufolge ein anderes Kriterium: „Wir haben relativ viele Zimmer mit eigener Dusche und WC.“ Nur diese Unterkünfte werden wieder belegt, Räume mit gemeinsamer Etagendusche sind noch gesperrt. „Von 116 Betten dürfen wir 60 betreiben.“

Immerhin sind die Sorgen ums finanzielle Überleben weg. Noch im Mai fürchtete Maurer, dass sein Haus wie alle Jugendherbergen in Bayern die Corona-Zwangspause kaum überstehen würde. Zumal die 69 bayerischen Jugendherbergen, die über einen Finanzpool gemeinsam wirtschaften, als gemeinnützige Einrichtungen kaum Rücklagen erwirtschaften dürfen. Doch Gelder aus einem staatlichen Rettungsschirm, der im April von der Bayerischen Staatsregierung verabschiedet wurde, konnten bereits beantragt werden. Und werden, wie Maurer hofft, „ bald auf dem Konto eintreffen“.

Vor allem aber richtet sich die Perspektive auf den Herbst. Sofern die Schulen normal starten und Klassenfahrten wieder möglich sind, wird die Dachauer Jugendherberge wieder stärker nachgefragt sein. Immerhin machen Schüler die Hälfte der jährlich 23 000 Gäste aus. Bis dahin will Donatus Maurer schauen, „wie wir mit reduzierter Kapazität über den Sommer kommen“. Petra Schafflik

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