Schlimme Diagnose für Markus Maria Profitlich: „Will Erkrankung nicht verbergen“

Schlimme Diagnose für Markus Maria Profitlich: „Will Erkrankung nicht verbergen“
+
Die Helios Amper-Klinik steht seit Monaten in der Kritik.

Dachauer Kreisräte kritisieren Zustände an Klinik

Helios massiv unter Beschuss

  • schließen

Die Helios Amper-Klinik steht seit Monaten in der Kritik. Personalnot, Hygienemängel, Aufgabe des MVZ in Indersdorf – immer wieder macht das Krankenhaus Negativ- Schlagzeilen. Auch der Kreistag ist alarmiert. In der jüngsten Sitzung versuchten zwei Klinikvertreter, die Mitglieder aufzuklären. Doch am Ende war die Stimmung noch schlechter. Das Problem: die Kommunikation.

Dachau Schon vor einem Jahr gab es die gleiche Problematik: Die Berichte über die Beteiligungen des Landkreises auf der Tagesordnung – die Missstände am Helios Amperklinikum als Thema. Auch heuer nutzten die Kreisräte die Gelegenheit, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Los ging alles damit, dass sich der neue Geschäftsführer Thomas Eberl den Kreisräten kurz vorstellte und die aus wirtschaftlicher Sicht durchaus positiven Unternehmenszahlen aus 2016 präsentierte (8,6 Millionen Euro Überschuss). Doch dann meldete sich CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Offenbeck zu Wort: „Sie stellen hier positive Zahlen vor, haben aber inzwischen fast vierteljährlich die Presse voll mit Schlagzeilen über Probleme im Hygiene- oder Personalbereich. Entweder haben Sie Ihre Pressearbeit nicht im Griff oder die Personalzufriedenheit. (…) Das scheint mir aus dem üblichen Bereich der Probleme hinaus an den Rand der Unprofessionalität zu gehen, wenn sich diese Dinge nicht lösen lassen“, wetterte Offenbeck.

Landrat Stefan Löwl versuchte zu beschwichtigen: „Es gibt immer Licht und Schatten.“ Ihm bereite vor allem Sorgen, dass es eine diffuse Stimmung gebe, „die mit Lügen gemacht wird“. So würden Verdi-Vertreter behaupten, das Dachauer Klinikum zahle keine Rentenversicherung. Es gebe Gerüchte, Azubis würden nicht übernommen, und es gebe einen Personalstopp. „Hier wird mit Lügen und Unwahrheiten Stimmung gegen die Klinik gemacht“, sagte der Landrat und sprach von „aktiver Sabotage“. Denn das Krankenhaus zahle angemessen, es gebe keinen Einstellungsstopp, und 80 Prozent der Auszubildenden würden übernommen. Löwl forderte: „Wir sollten für unser Krankenhaus einstehen!“

Doch für die Kreisräte stand vor allem die Berichterstattung und der Wahrheitsgehalt hinter den Schlagzeilen im Fokus: Harald Dirlenbach, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, sagte zum Beispiel: „Wenn vier Azubis öffentlich ausschließen, aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen dort zu arbeiten, muss ein Funken Wahrheit drin stecken.“ Auch Franz Eichinger von den Freien Wählern im Landkreis Dachau hatte zahlreiche Fragen an die Klinikvertreter mitgebracht: Welche Schritte wurden unternommen, um den Pflegezustand zu verbessern? Bleibt die Notaufnahme in Indersdorf? Was ist mit Ampervital?

Marcus Sommer sah sich vielen Fragen ausgesetzt, die er zu beantworten versuchte. „Was hier an Gerüchten und Halbwahrheiten in Umlauf ist, ist bemerkenswert.“ Er beteuerte beispielsweise, dass die Notaufnahme in Indersdorf bleibe. Die Klinik arbeite beständig daran, sich zu verbessern. Beim Thema Ampervital entschuldigte sich Sommer für das Vorgehen. Es seien interne Fehler in der Kommunikation gemacht worden und eine Falschmeldung sei in Umlauf geraten.

Dachaus OB Florian Hartmann musste seinem Ärger Luft machen: „Ich fühle mich hier langsam verarscht. Es ist nicht mehr fünf vor zwölf, sondern fünf nach. So kann es nicht weitergehen!“ Zudem kritisierte er, dass die Krankenhausleitung viele Punkte nur in der nicht-öffentlichen Sitzung ansprechen wolle. Die Klinik begründete das damit, dass auch interne Zahlen beispielsweise zu den Tarifverhandlungen genannt werden sollten.

Abschließend schlug Landtagsabgeordneter Martin Güll (SPD) vor, einen Begleitausschuss zu bilden, in dem alle Fraktionen vertreten sind und der als Verbindungsglied zwischen Kreistag und Klinik fungiere. So könne die Kommunikation verbessert werden. Das ist auf jeden Fall nötig. Denn schon in der nicht-öffentlichen Sitzung gab es ein erneutes Problem in Sachen Kommunikation: Offenbar wurden dort fast ausschließlich Themen besprochen, die in den öffentlichen Teil gehört hätten. „Die schlechte Kommunikation von Seiten von Helios geht offenbar weiter...“ war anschließend aus den Reihen der Kreisräte zu hören. Helios war für eine Stellungnahme dazu leider nicht zu erreichen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Parkgebühren bringen Kolbe auf die Palme
Es gibt gute und schlechte Nachrichten für die Besucher des Karlsfelder Sees: So wird etwa die Badesaison verlängert, und es wird mehr Grillzonen geben. Im Gegenzug wird …
Parkgebühren bringen Kolbe auf die Palme
Der Motorradfahrer kann sich nun bei seiner Ersthelferin bedanken
Die junge Frau, die vor einer Woche, am Freitag, 13. April, dem verunglückten 28-jährigen Motorradfahrer zur Seite stand, ist bekannt. Die Polizei meldete sich direkt am …
Der Motorradfahrer kann sich nun bei seiner Ersthelferin bedanken
VW-Bus brennt am Straßenrand: Fahrerin und Hunde in Sicherheit
In der Pollnstraße in Dachau-Ost ist am Donnerstagvormittag ein VW-Bus in Brand geraten, wie die Polizei mitteilte. Die Fahrerin konnte sich und ihre beiden Hunde noch …
VW-Bus brennt am Straßenrand: Fahrerin und Hunde in Sicherheit
Seit einem Jahr bleibt ihr Briefkasten leer - Post ist Anfahrt zu gefährlich 
50 Jahre lang hat es keine Probleme gegeben. Doch seit einem Jahr ist Schluss. Gertraud Krautheim (69) aus Altomünster bekommt keinen Brief mehr zugestellt. Die Gründe …
Seit einem Jahr bleibt ihr Briefkasten leer - Post ist Anfahrt zu gefährlich 

Kommentare