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Das Dachauer Klinikum sucht derzeit händeringend nach neuem Pflegepersonal.

Weniger Patienten, mehr Pflegepersonal

Kreistag: Klinik-Chef legt Zahlen vor

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Der Vortrag in der Kreistagssitzung über die Lage an den Helios Amper-Kliniken hat zu einer Grundsatzdiskussion über die Gesundheitsversorgung im Dachauer Land geführt. Weil der Kreis Dachau 5,1 Prozent Anteile an den Häusern in Dachau und Indersdorf besitzt, wird die Klinik-Situation im Beteiligungsbericht offen gelegt.

Es berichtete: Kliniken-Geschäftsführer Gerd Koslowski, der Zahlen und Daten aus dem Krankenhausjahr 2018 mit einer Prognose für das laufende Jahr würzte. Was der Referent servierte, schmeckte den Kreisräten mal süß und mal bitter.

Süß, weil schon im November zehn Vollkräfte mehr in der Pflege arbeiten werden und in drei bis sechs Monaten weitere zehn Gesundheits- und Krankenpfleger hinzukommen könnten. Dabei handelt es sich um ausländische Bewerber, die in Deutschland erst noch ihren Anerkennungslehrgang absolvieren müssen. Süß auch, weil bald alle 40 Betten im frisch renovierten fünften und sechsten Stock im Dachauer Krankenhaus bezugsfertig sein werden.

Bitter mundeten Koslowskis Worte hingegen, weil die Zahl der stationär behandelten Patienten von 24 257 im Jahr 2017 auf 24 115 in 2018 zurückgegangen ist. Ein bedeutender Faktor für das Minus war, dass in der Unfallchirurgie „aufgund einer Fluktuation beim Personal“ (Koslowski) ein Operationssaal geschlossen werden musste und mithin weniger Eingriffe gemacht werden konnten. Nicht zuletzt wegen des Rückgangs der Patientenzahl ist auch das Jahresergebnis leicht auf gut 4,91 Millionen Euro (2017 gut 4,94 Millionen Euro) gesunken.

Verbitterung herrschte bei den Kreisräten auch, weil das Dachauer Krankenhaus seine Intensiv- und Intensivüberwachungsstation in den vergangenen Jahren sehr oft abmelden musste. Wie oft genau, wollte Mechthild Hofner (ÖDP) wissen. „Es gab viele Situationen, wo wir abmelden mussten“, antwortete Koslowski etwas schwammig. Es habe jeweils die Gefahr bestanden, die Mitarbeiter zu überfordern. Allerdings sei das Abmelden der Stationen kein spezifisches Problem für Dachau. Auch den großen Kliniken in München ginge es nicht besser, versuchte der Klinikchef zu beruhigen.

Doch Hofner ließ nicht locker. Sie – und weitere Kollegen – wollten vom Klinikchef wissen, „welche Anreize Sie setzen, um weiteres Personal zu gewinnen“. „Eine Menge“, erwiderte Koslowski und verwies auf den seit diesem Jahr für die Amper-Kliniken-Beschäftigten geltenden Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst im Bereich Krankenhäuser, der in der Hauptsache zu einer besseren Entlohnung führt. Zudem habe man auf den Stationen „klare Strukturen“ geschaffen, das heißt, die Teams wurden verkleinert und neu gemischt. Zudem setzen die Amper-Kliniken wieder mehr auf klassische Stationsleitungen, so Koslowski.

Ein wichtiger Punkt: Personalwohnungen. Wie die Heimatzeitung berichtete, könnten auf dem Klinikareal 70 bis 120 Wohnungen gebaut werden. Weitere könnten auf einem nahen Grundstück, das dem Landkreis gehört, entstehen. Reichlich viel Konjunktiv, doch Landrat Stefan Löwl sprang dem Helios-Geschäftsführer bei. In Bezug auf die Planungen meinte Löwl, dass das bestehende Mitarbeiterhaus saniert oder gleich durch einen Neubau ersetzt werden solle. Und vielleicht, so Löwl in einer Gesamtschau, könnte im Januar vielleicht eine Grundsatzentscheidung zu diesem Thema fallen.

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