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„Schatten, dieses Thema beschäftigt mich schon eine sehr lange Zeit“ , sagt Monika Siebmanns, deren Werke ab heute in einer Atelierausstellung in der Ludwig-Thoma-Straße 15 zu sehen sind. 

Ausstellung

Selbstständige Schatten

Schatten sind Symbol für vieles, sind vielfach interpretierbar. Das wird auch bei der Atelierausstellung von Monika Siebmanns deutlich. 

VON MIRIAM KOHR

Dachau – „Schatten und mehr“ bekommen die Besucher in Monika Siebmanns Atelier zu sehen. Nach drei Jahren zeigt die Künstlerin erneut ihre Kunst in ihrer Werkstatt in der Ludwig-Thoma-Straße 15.

„Schatten, dieses Thema beschäftigt mich schon eine sehr lange Zeit“, sagt Siebmanns. „Bei ihr finden wir die Schatten reduziert, als beinahe formlose Wesen, stark abstrahiert, ohne Arme und oft nur mit einem zentralen Bein als Stütze. Nur die Form des Oberkörpers lässt das Geschlecht erahnen“, schreibt ihr Freund Klaus Münzenmaier im Buch „Schattenspiele?“, das er passend zur Atelierausstellung herausgebracht hat. Darin beschäftigt er sich mit der Bedeutung und Darstellung des Schattens in der Kunstgeschichte und stellt dies den Kunstbetrachtungen von Siebmanns’ Werken gegenüber.

Schemenhafte Figuren treten seit 2002 vermehrt in ihren Arbeiten auf, egal ob in Papierbildern, Objekten oder Skulpturen. In der aktuellen Ausstellung sehen Besucher das ganze Spektrum von Siebmanns’ Wirken – ältere sowie neue Arbeiten. Handgeschöpfte Papierbilder, in denen der Schattenumriss durch die vielen Celluloseschichten mal mehr und mal weniger verschwindet. In ihren Papierwerken arbeitet sie selbstbedruckte Papiere mit ein und schöpft diese in drei bis zehn Schichten, wie sie erklärt. Oft lassen sich in den Bildreihen kleine Geschichten erkennen – wie eine Figur, die durch eine Tür hindurchgeht.

„Der Schatten hat keinen Ursprung mehr, er verselbstständigt sich. Ist er zum Doppelgänger geworden oder ist er doch die Materialisierung des Geistes?“ Diese Sätze stehen in Münzenmaiers Buch und beschreiben die Gedanken der ehemaligen KVD-Vorsitzenden gut: „Wo Licht ist, ist auch Schatten, es ist ein ständiges Wechselspiel. Ich habe mich lange mit der Darstellung der Seele beschäftigt. Heraus kamen meine Schatten.“

Siebmanns sehe die Schatten in ihren Arbeiten als die Seele des Menschen, die Figuren in dem Kunstwerk als Trennung von Körper und Geist, ergänzt Münzenmaier. So finden sich Figuren mit Schatten oder Schatten alleine in fast all ihren Arbeiten wieder – aus Bronze, Ton oder Papier. Die beiden Materialien Metall und Ton hätten sie schon immer fasziniert, vor allem in ihrer Gegensätzlichkeit, meint die Künstlerin. „Eisen ist anfänglich stark und starr, lässt sich aber mit der Hitze verformen und verändert sich im Laufe der Zeit“, sagt sie vor einer großen Bronzefigur, die schon Rost ansetzt. „Ton ist formbar, modellierbar und wird nach dem Brennen fest und überdauert so manch einen Menschen“, erklärt sie weiter. Meistens brennt sie beide Materialien zusammen bei 1200 Grad.

Auch von ihrer früheren Ausstellung „Was bleibt“ sind Werke zu sehen. „Wenn etwas geht, ein Mensch zum Beispiel, bleibt etwas, ein Schatten“, formuliert es die Künstlerin. Auf Tonquadrate modellierte sie in einer Tonschicht Naturmaterialien ein und brannte diese mit. Die Äste, Knospen oder Hülsen verbrannten, und was bleibt sind Abdrücke oder eine dünne, aufgerissene Hülle, ähnlich wie Schatten.

Die Atelierausstellung

von Monika Siebmanns in der Ludwig-Thoma-Straße 15 eröffnet mit einer Vernissage am Freitag, 8. November, um 18 Uhr. Danach ist sie am Wochenende 9./10. November jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet sowie bei der Finissage am Samstag, 16. November, ab 18 Uhr.

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