Das Schuh-Outlet ist ein „Schuhladen mit Textilien“ und laut Stadtbauamt am Wettersteinring verboten. Ein „Textilladen mit Schuhen“ dagegen ist erlaubt.
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Das Schuh-Outlet ist ein „Schuhladen mit Textilien“ und laut Stadtbauamt am Wettersteinring verboten. Ein „Textilladen mit Schuhen“ dagegen ist erlaubt.

ÜB/FDP hält Konzept für nicht zeitgemäß

Nach angedrohter Zwangsschließung: „Dachauer Liste“ prüfen

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Die von der Stadt Dachau angedrohte Zwangsschließung des Schuh-Outlets am Wettersteinring hatte für Aufregung gesorgt. Nun fordert die ÜB/FDP-Fraktion, die sogenannte „Dachauer Liste“ zu überprüfen.

Dachau - Für heftige Diskussionen hatte im März die von der Stadt angedrohte Zwangsschließung des Schuh-Outlets am Wettersteinring gesorgt. Wie die Heimatzeitung berichtete, will die Stadt dem Inhaber der Immobilie die Nutzung als „Schuhladen mit Textilien“ untersagen; stattdessen dürfe der Laden nur als „Textilladen mit Schuhen“ betrieben werden oder – gemäß der vom Stadtrat im Jahr 2011 beschlossenen sogenannten Dachauer Liste – als Lebensmittelmarkt.

Während der Besitzer des Schuh-Outlets nun gegen die Stadt klagt, beschäftigten sich auch die Lokalpolitiker mit der Frage, inwieweit die Dachauer Sortimentsliste zeitgemäß und angemessen ist. Die ÜB/FDP-Fraktion stellte nun sogar den Antrag, die Liste, deren Zweck ja sein sollte, die Einzelhändler der Innenstadt vor der Konkurrenz in den Gewerbegebieten zu schützen, zu überprüfen.

Denn: „Die sogenannte Dachauer Liste umfasst unter ,zentrenrelevante Sortimente’ zahlreiche Positionen, die von Antiquitäten und Kunstgegenständen über Waffen bis Zooartikel, Tiere, Tiernahrung- und -pflegemittel reichen. Wir gehen davon aus, dass sich sowohl das Angebot als auch die Nachfrage innerhalb der letzten zehn Jahre verändert hat. Zudem haben sowohl die Stadt als auch der Einzelhandel innerhalb dieses Zeitraums strukturelle Veränderungen durchlebt“, so FDP-Stadtrat Jürgen Seidl.

Indem man nun die aus dem Jahr 2011 stammende Liste überprüfe, könnten darin ja „idealerweise auch Erkenntnisse aus dem im Jahr 2020 mit externer Unterstützung erarbeiteten ,Nahversorgungskonzept für die Große Kreisstadt Dachau’ einfließen“. Seidl und seine Kollegen Peter Gampenrieder und Ingrid Sedlbauer sehen die städtische Wirtschaftsförderung dabei „in einer zentralen Rolle, um die ortsansässigen Einzelhändler von Beginn an in die Überlegungen einzubinden“.

Grundsätzlich, so Seidl, habe die „kontroverse Diskussion“ um das Schuh-Outlet am Wettersteinring gezeigt, „wie sensibel das Thema für alle Beteiligten ist und dass eine breite Akzeptanz die Grundvoraussetzung für eine weiterhin erfolgreiche Anwendung des Instruments darstellt“.

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