+
Zurück in der Musikschule: Markus Faiss (rechts) freut sich, dass Tobias jetzt wieder zu ihm kommen darf. 

Dachauer Musikschüler dürfen wieder miteinander spielen. Mit Regeln

Musizieren mit Mundschutz

Die Musikschüler und -lehrer der Stadt atmen auf. Seit vergangenem Montag dürfen sie wieder miteinander musizieren. Unterricht via Internet, so viel steht heute schon fest, hat sich im Fall der Musikschulen nämlich nicht bewährt.

VON SIMONE WESTER

Dachau – „Es ist ein Lichtblick, aber rein finanziell gesehen haben wir noch große Ängste.“ Markus Faiss, Inhaber der „Bluenote Musicschool“ in Dachau freut sich zwar einerseits, dass er und sein Team seit Montag wieder Einzelunterricht geben dürfen. Die Sorgen bekommt er aber nicht aus seinem Kopf.

Weder, so berichtet er, liefen die staatlichen Hilfen so, wie versprochen, noch kann er sich derzeit selbst ein Gehalt auszahlen. Ihm persönlich gehe es zwar nicht schlecht, aber er mache sich Gedanken um seine Angestellten. Von den 500 Schülern nämlich seien seit der Schließung der Musikschule wegen der Corona-Pandemie maximal die Hälfte auf Online-Unterricht umgestiegen. Deshalb, gibt er zu, „gab es auch Kündigungen“.

Oftmals war das langsame Internet das große Problem, sowohl bei Schülern als auch Lehrern. Und auch die Wohnverhältnisse, erklärt Faiss. „Da gibt es schnell ein Problem mit den Nachbarn, wenn sie den ganzen Tag Schlagzeug- oder Saxophonunterricht zuhause geben.“ Viele Schüler nutzen seit Montag nun aber wieder den Unterricht in den Räumen seiner Musikschule; Gruppenunterricht oder Bandproben bleiben aber bis auf weiteres verboten. Die Räume sind groß, es wird ständig gelüftet. Es gibt Hygienespender, Abstandsregeln und Maskenpflicht. „Alle sind superfroh, dass sie wieder kommen dürfen“, fasst er die aktuelle Situation zusammen.

Angelaufen ist seit Montag auch der Unterricht bei der Schlagzeugschule „Drums“ von Norbert Siegl. Sein Team ist bestens aufgestellt, die Räume sind groß genug, um Abstand zu halten. Sämtliche Hygieneregeln und Vorschriften hat er schon lange umgesetzt, nachdem die Musikschulen ja kurzfristig für eine Woche öffnen durften, um dann wieder dicht machen zu müssen (wir berichteten).

Für Schlagzeuglehrer Jan van Meeredonk, war der Montag ein „großartiger Nachmittag“: endlich wieder mit den Schülern zusammen spielen zu können! Auch er spricht von technischen Problemen beim Online-Unterricht. Der persönliche Kontakt mit seinen Schülern ist ihm aber ohnehin viel lieber. So könne jetzt wieder gleichzeitig gespielt werden, „was online nicht möglich war“.

Mit Einbahnstraßensystem, Markierungen und Hygienemaßnahmen hat auch die Knabenkapelle Dachau den Betrieb wieder aufgenommen. Der große Saal ist ideal für den Unterricht mit Blasinstrumenten – mit acht Metern Abstand. „Wir warten jetzt sehnsüchtig auf die Freigabe für Kleingruppen, so wie bei den Fußballern“, beschreibt Vorstand Tilo Ederer die Gefühlswelt seines Teams. Denn Bigband und sämtliche Orchester dürfen nach wie vor nicht gemeinsam proben. Einige Lehrer bleiben trotz Öffnung noch beim Online-Unterricht, der auch von manchen Schülern weiterhin genutzt wird. Ein besonderes Entgegenkommen bietet der Verein derzeit den Schulen und deren „Bläserklassen“ an: Anstatt dass die Lehrer der Knabenkapelle in die Schulen gehen, dürfen die Kinder jetzt auch in die Räume in der Sudetenlandstraße kommen.

Auch interessant

Kommentare