Notar Dr. Günter Promberger

Zum Tod des Dachauer Notars Dr. Günter Promberger

„Odysseus des bayerischen Notariats“

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Der Notar Dr. Günter Promberger ist im Alter von 78 Jahren plötzlich und überraschend verstorben. Er hinterlässt seine Frau, drei Kinder – zwei Töchter und einen Sohn – und ein Enkelkind. 25 Jahre lang – von 1984 bis 2009 – hatte er die Kanzlei am Sparkassenplatz geleitet.

Dachau – Mit ihm in der Kanzlei arbeitete seit 1998 Jörg Zöbelein. Für ihn war Promberger „ein Spitzenjurist und vor allem ein Spitzenmensch“. Geboren im Jahr 1939 in der Oberpfalz, erlebte Promberger als Sohn eines Forstmeisters die karge Nachkriegszeit am eigenen Leib. Als eines von vielen Kindern lernte er in dieser Zeit den Wert des Teilens, obwohl er selbst nicht viel hatte. Eine Erfahrung, die ihn für immer prägen sollte.

Die Charakterzüge Bescheidenheit und Großzügigkeit ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Zöbelein beschreibt seinen Weggefährten als „fleißigen, gütigen und sehr gläubigen Menschen“, der jeden seiner Klienten, unabhängig seiner Herkunft und seines sozialen Hintergrunds, gleich behandelte. Er verstand es wie kein Zweiter, die komplizierte Sprache des Rechts für jedermann verständlich zu übersetzen.

Günter Promberger überzeugte aber nicht nur in seiner „Rolle als Dolmetscher“, sondern war auch in Fachkreisen hoch angesehen. Zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze und Veröffentlichungen untermauern seine Fachkenntnis. „Odysseus des bayerischen Notariats“ nannte ihn Zöbelein anerkennend: „Wenn man in einer scheinbaren juristischen Sackgasse steckte, fand er immer einen Ausweg.“

Umso schwerer fiel Promberger der Abschied von seinem Beruf, den er mit so viel Leidenschaft ausgeübt hatte. Bis zu seinem Lebensende sprang er regelmäßig als Urlaubsvertretung für seine Nachfolger in der Kanzlei ein und stand ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Zu seiner Verabschiedung erschienen sogar der Präsident und Vizepräsident des Landgerichts. Eine Respektbekundung, „die nicht gewöhnlich“ sei, so Zöbelein.

Seine Energie steckte Promberger dafür in andere Bereiche. Als Mitglied und Präsident des Rotary Clubs Dachau engagierte er sich in zahlreichen sozialen Projekten.

Ein Requiem gibt es am Donnerstag, 22. März, um 10 Uhr in St. Jakob. Die Beerdigung findet im engsten Familienkreis statt.

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