Nachfrage wächst

Dachauer Palliativteam erweitert Angebot

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Es geht um Menschen, die eine sogenannte lebensbegrenzende Krankheit haben, und deren Angehörige. Die Nachfrage nach Beratung und Hilfe wird immer größer. Deshalb erweitert das Dachauer Palliativteam sein Angebot - freiwillig.

Dachau – Das Dachauer Palliativteam erweitert sein Beratungsangebot. Wegen der gesetzlichen Vorgaben war es dem engagierten Verein bisher nur möglich gewesen, zehn Prozent der Patienten, die an einer sogenannten lebensbegrenzenden Krankheit leiden, also eine Krankheit, die unvermeidlich zum Tod führt, und deren Angehörigen zu beraten. Die übrigen 90 Prozent leiden zwar ebenfalls unter solchen Erkrankungen, ihre Symptome, wie Schmerzen oder Übelkeit, sind jedoch noch nicht so stark ausgeprägt, dass der gesetzliche Rahmen eine Betreuung vorsieht. Das Dachauer Palliativteam weitet sein Angebot jetzt über die Vorgaben hinaus aus.

„Wir waren da ethisch und moralisch in einer Zwickmühle“, erklärt Sabine Kronauer, die Ansprechpartnerin für das neue Beratungsangebot und ausgebildete Pädagogin. Viel zu oft musste sie erschöpften und ratlosen Angehörigen erklären, dass es dem Todkranken noch zu gut für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) geht. „Diese Menschen hängen in der Luft“, sagt Kronauer. Nur zu gerne hätte das Palliativteam auch ihnen geholfen. Natürlich hat der Verein trotzdem versucht, den Betroffenen beizustehen und an die richtigen Stellen zu verweisen.

Denn eigentlich ist das Gesundheits- und Versorgungsnetzwerk im Landkreis Dachau gut aufgestellt. Nur: Kaum ein Betroffener hat den Überblick über all die Angebote, was diese kosten und wie man sie überhaupt beantragt. Es fehlt ein Lotse, der den Angehörigen den Weg durch das Gesundheitssystem weist. Diese Rolle übernimmt das Palliativteam Dachau – ab sofort nicht mehr nur für die zehn Prozent der Schwerstbetroffenen. Aber: „Wir sind keine Anlaufstelle für alle Pflegefälle“, betont Kronauer. Dafür gibt es andere Ansprechpartner, unter anderem die Beratungsstelle der Caritas.

Dass das Dachauer Palliativteam sein Zusatzangebot überhaupt stemmen kann, ist nicht selbstverständlich. Denn der Verein finanziert diese Beratung ausschließlich über Spenden, teils von Angehörigen, teils von örtlichen Firmen und Institutionen. Dazu wurde die Struktur innerhalb des Vereins abgewandelt, und mehrere Mitarbeiter haben ihre Arbeitsstundenzahl aufgestockt.

So kann die Vorsitzende des Vereins, Leonore Hiebsch, auch selbstbewusst sagen: „Wir haben die Kapazitäten und die finanziellen Mittel dazu!“ Bei Bedarf könne das Personal sogar noch aufgestockt werden, so die Vereinsvorsitzende. Und sollte das Team feststellen, dass keine Nachfrage besteht, kann es das Angebot immer noch zurückfahren.

Ihre Erfahrung lehrt Sabine Kronauer etwas anderes: „Der Bedarf ist da!“ Diese Erkenntnis, so hoffen die Vereinsmitglieder, setzt sich auch in der Politik durch. Sie wünschen sich, dass die Finanzierung des Projekts nicht nur über Spenden funktioniert, sondern dass es auch staatliche Unterstützung gibt. THOMAS BENEDIKT

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