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Weniger Attacken auf Dachauer Polizeibeamte soll es bald geben, wenn sie Body-Cams tragen.

Zunehmende Aggression gegen Polizeibeamte

Dachauer Polizei bekommt Body-Cams

  • Claudia Schuri
    VonClaudia Schuri
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Dachauer Polizisten werden bald mit Body-Cams unterwegs sein. Die Polizeiinspektion wird mit sechs Kameras ausgestattet.

Dachau –  Die Beamten können die Kameraus zum Beispiel im Streifendienst oder bei speziellen Einsätzen tragen. Die Geräte sind bereits vorhanden, demnächst werden sie auch in der Praxis genutzt. „Vorher gibt es noch ein paar Schulungen“, erklärt Stefan Reichenbächer von der Dachauer Polizei.

Die Polizisten tragen die signalgelben Kameras offen und deutlich erkennbar an der Uniform. Betreten sie eine Wohnung, müssen sie ausgeschaltet sein. Auch die Pre-Recording-Funktion darf nicht aktiviert sein. Dabei wird alle 30 Sekunden ein Speicher überschrieben. Die Sequenzen werden aber erst dauerhaft mitgespeichert, wenn die Polizisten die Aufzeichnungstaste drücken.

In Privaträumen dürfen die Body-Cams laut dem Bayerischen Polizeiaufgabengesetz nur bei einer dringenden Gefahr für Leben, Gesundheit oder Freiheit einer Person verwendet werden.

Der Einsatz der Body-Cams wurde seit November 2016 in einem Pilotversuch in Rosenheim, Augsburg und München getestet. Das Fazit war positiv: „Die Hemmschwelle, Polizeibeamte anzugreifen, ist höher“, erklärt Michael Graf vom Polizeipräsidium Oberbayern-Nord. Die Gewalt gegen Polizeibeamte steigt in Bayern seit Jahren an, im Bereich Oberbayern-Nord gab es vergangenes Jahr 603 registrierte Fälle.

Auch die Dachauer Polizei steht den Kameras deshalb positiv gegenüber: „Dass Polizisten bespuckt, getreten und gekratzt werden, ist leider auch bei uns Alltag“, berichtet Reichenbächer. Körperliche Widerstände und Beleidigungen seien im Streifendienst Normalität: „So ein Verhalten der Polizei gegenüber wird leider immer mehr“, sagt Reichenbächer. „Das ist nicht zu akzeptieren.“

Die Polizisten hoffen, dass durch die Body-Cams die Attacken weniger werden. „Und wenn das Geschehen aufgezeichnet wird, kann man im Nachhinein nichts mehr beschönigen“, sagt Reichenbächer. Gerade für die Beweisführung vor Gericht und bei Ermittlungen seien Videoaufnahmen hilfreich. „Weil sie die Realität darstellen, sind sie sehr hilfreich bei der Beurteilung des Geschehens.“

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