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Die Diva 2017 stieß bei den Politikern auf Kritik. Dieses Bild zeigt den Bewegungsparcours im Freien.

Dachauer Regionalmesse vor dem Umbruch

Stadtrat will eine neue Diva

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Seit Jahren gab es – mal mehr, mal weniger offene – Kritik an der Regionalmesse Diva. Auf Initiative des Stadtrats soll nun ein doppelter Schlussstrich gezogen werden: unter die Zusammenarbeit mit Ausrichter Josef Schmid und unter das bisherige Konzept. Schmid jedoch will die Kritik nicht auf sich sitzen lassen – und findet Unterstützung.

Dachau – Die Diva soll es auch weiterhin geben. Darin waren sich die Stadträte im Haupt- und Finanzausschuss einig (wir berichteten). Doch Einigkeit herrschte auch in einem anderen Punkt: So, wie sich die Regionalmesse zuletzt präsentiert hatte, soll es nicht weitergehen. Fazit: Die Diva muss sich ändern! Und dafür, beschlossen die Stadträte mit großer Mehrheit, brauche es ein neues Konzept. „Wir müssen uns überlegen: Wie kann man so was aufziehen? Wie kann man thematisch eine andere Basis finden“, formuliert Stadtkämmerer Thomas Ernst die Kernfragen.

Dass der Neustart Zeit benötigen wird, ist dabei allen klar. Turnusgemäß würde im Jahr 2019 die nächste Regionalmesse auf der Thomawiese anstehen. Ernst gibt aber zu, sich nicht vorstellen zu können, „dass es 2019 eine Diva gibt“. Apropos Diva: Auch der Name der Messe steht zur Diskussion. Diva, Kurzform für Dachauer Informations- und Verkaufsausstellung, ist laut Ernst ein Markenname. Diese Marke habe aber in der Vergangenheit „doch stark gelitten“.

Die Hauptkritikpunkte, die nach der jüngsten Diva so laut wie nie zuvor zur Sprache kamen, waren Ernst zufolge das Fehlen eines inhaltlichen Schwerpunkts sowie mangelnde Regionalität. „Es war schwierig, Betriebe aus Dachau zu motivieren, auf die Diva zu gehen“, berichtet Ernst. Gleichzeitig habe man sich – nicht nur im Rathaus – die Frage gestellt: „Müssen sich Behörden und Vereine auf so einer Messe vorstellen?“ Am Ende, fasst Ernst zusammen, sei im Ausschuss das „Meinungsbild sehr einheitlich“ gewesen – gegen die Diva.

Christian Tannek, Vorsitzender des Messebeirats und selbst Aussteller auf der Messe, widerspricht dem klar: „Es gibt Freunde der Diva und welche, die sie nicht so mögen.“ Er als Gewerbetreibender und viele Kollegen hätten die Diva jedoch stets als „mehr als erfolgreich“ erlebt. Und: „Sie ist fester Bestandteil unseres Werbeplans!“

Dass die Stadt eine Plattform wie die Diva für ihre Gewerbetreibenden brauche, steht für Tannek daher außer Frage. Auch den Kritikpunkt, dass es zuletzt zu wenig regionale Aussteller gegeben habe, kontert er kühl: „Es wären mehr gekommen, wenn die Stadt hinter der Diva stehen würde!“ Bereits im Vorfeld sei die Messe schlechtgeredet und sogar falsche Aussagen darüber getätigt worden. Einer Modernisierung des Konzepts will er sich aber dennoch nicht verschließen. Wichtig sei für ihn einfach, dass „es weitergeht. Und da nehm ich die Lokalpolitiker beim Wort!“

Nicht weitergehen wird es dagegen wohl für Josef Schmid. Der Schwabe hatte zwölf Jahre lang die Diva organisiert und zuletzt per Brief die Mitteilung erhalten, dass die Messe neu ausgeschrieben werden soll – ohne Angabe von Gründen. Er betont jedoch, stets in Absprache mit den Verantwortlichen gearbeitet und deren Vorgaben umgesetzt zu haben.

Das Grundproblem in Dachau sei jedoch – und darin stimmt Schmid mit Christian Tannek überein – „dass Stadträte eine Veranstaltung beurteilen, auf der sie selber nicht einmal waren“! Eine „Entpolitisierung inklusive Professionalisierung“ hält er daher für „höchst zielführend“. Er selbst würde für eine Neuauflage der Diva zur Verfügung stehen und Vorschläge liefern, „an die heute noch gar keiner denkt“. Für Dachau brauche es schließlich eine „Profi-Lösung“! Kämmerer Ernst verweist dagegen auf den Wunsch der Stadträte. Die, so Ernst, „ möchten auch mal jemand anderem die Chance geben, das zu machen“.

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