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Am Landgericht muss sich derzeit ein Dachauer Rentner verantworten. Ihm wird sexueller Missbrauch seines Enkels vorgeworfen.

Prozess am Landgericht

Rentner gesteht sexuellen Missbrauch des Enkels

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Von April 2012 bis November 2013 soll ein Rentner (57) aus Dachau regelmäßig seinen Enkel sexuell missbraucht haben. Seit diesem Mittwoch muss er sich nun vor dem Landgericht München II verantworten.

Dachau – Eigentlich sollte bereits ab Dienstag gegen ihn verhandelt werden, doch er ließ sich wegen Herzproblemen ins Klinikum Dachau einliefern. Dort wurde er behandelt, über Nacht von der Polizei bewacht und morgens ins Strafjustizzentrum in München gebracht, wo ihm ein Haftbefehl eröffnet wurde. Somit befindet sich der Mann, der im Rollstuhl gefahren wird, nun in Untersuchungshaft.

Laut Staatsanwaltschaft war der Enkelsohn in besagter Zeit regelmäßig von Freitagnachmittag bis Sonntagabend beim Großvater in Dachau, weil er mit seiner Familie nicht zurechtkam. Anfangs war er noch zwölf Jahre, später dann 13 und 14 Jahre alt.

Nach einem Rechtsgespräch zwischen allen Prozessbeteiligten stellte das Gericht dem Angeklagten eine Haftstrafe zwischen dreieinhalb und vier Jahren in Aussicht – für den Fall, dass er ein Geständnis ablegt und dem Enkel einen Täter-Opfer-Ausgleich über 4000 Euro zahlt.

Opa gesteht die Tat - und drückt sein Bedauern aus

Daraufhin ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger Thomas Novak ein Geständnis ablegen: Die Anklage entspreche „grundsätzlich der Wahrheit“. Der Mann wisse aber nicht mehr genau, wie oft es zu den Übergriffen gekommen sei. Aber er bestreite nicht, dass die Aussage des Enkels richtig sei. „Es tut ihm außerordentlich leid“, sagte der Verteidiger. „Er weiß, dass er therapeutische Hilfe braucht.“ Diese wolle er nun in Anspruch nehmen.

Der Rentner stammt aus Ostdeutschland, wo er weitgehend im Heim aufwuchs und Agrartechniker lernte. Anschließend arbeitete er auch als Kesselwärter. Aus gesundheitlichen Gründen musste er aufhören. Im Jahr 2009 kam er nach Dachau, wo er zwei Jahre als Busfahrer arbeitete. Dann bekam er einen Schlaganfall und wurde arbeitsunfähig. Er lebte von Hartz IV. 

Laut seinen Angaben wurde ihm das Geld jedoch gestrichen, weil das Amt davon ausgehe, dass er eine Beziehung mit seiner Vermieterin habe. Das bestreitet er. Nun lebe er von 316 Euro Pflegegeld. Täglich komme ein junger Mann vorbei, der ihm bei der alltäglichen Pflege hilft. Es gehe ihm nicht gut, sagte er dem Gericht. „Ich bin müde, einfach müde.“

Der Prozess dauert an. 

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