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An Dachauer Schule: Pädagogische Fachkräfte ersetzen Schulbegleiter

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Von: Thomas Zimmerly

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Heidi Schaitl ist Kreisgeschäftsführerin der Caritas, die viele Schulbegleiter beschäftigt.
Heidi Schaitl ist Kreisgeschäftsführerin der Caritas, die viele Schulbegleiter beschäftigt. © DN-Archiv

An der Greta-Fischer-Schule sollen nun zwei pädagogische Fachkräfte sechs Schulbegleitungen ersetzen – ein innovatives Alternativkonzept.

Dachau – Schulbegleiter werden im Landkreis Dachau immer wichtiger. 101 persönliche Assistenten für Kinder mit Körperbehinderung, geistiger Behinderung oder psychischer beziehungsweise seelischer Störung sind derzeit in den Landkreisschulen tätig. Der Trend, Schulbegleiter einzusetzen, „geht steil nach oben“, sagte Britta Neumann, im Landratsamt für die Jugendhilfeplanung zuständig, in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses.

Allein an der Greta-Fischer-Schule gibt es derzeit 21 Schulbegleiter

Alleine 21 Schulbegleiter gibt es aktuell an der Greta-Fischer-Schule. Zum Vergleich: Im Schuljahr 2019/20 waren es noch 14 gewesen. In Zukunft sollen bei dem sonderpädagogischen Förderzentrum, für das der Landkreis der Sachaufwandsträger ist, zwei pädagogische Fachkräfte sechs Schulbegleitungen ersetzen. Das „innovative Alternativkonzept“, so das Landratsamt, hießen nicht alle Ausschussmitglieder vollumfänglich gut.

Nun ist es so, dass das Jugendamt die Kosten für die Schulbegleitungen bei Kindern mit allein seelischen Behinderungen übernimmt. Ist die Schulbegleitung wegen einer körperlichen oder geistigen Behinderung oder wegen einer Mehrfachbehinderung erforderlich, springt der Bezirk ein. Die Eltern müssen nichts bezahlen. 28 512 Euro sind im Jahr pro Begleiter fällig. Die beiden pädagogischen Fachkräfte hingegen kämen zusammen auf 172 000 Euro jährlich. Insgesamt wäre deren Einsatz also kostenneutral, stellte das Landratsamt fest.

Die Fachkräfte, die über einen freien Träger angestellt werden, sollen erstmals im Schuljahr 2023/24 zum Einsatz kommen. Weitere Argumente, die für die Fachkräfte sprächen, so Neumann, seien etwa, dass Schulbegleitungen zu einer Stigmatisierung der Kinder führen könnten und so die Gefahr eines erhöhten Konfliktpotenzials an der Schule bestünde, so Neumann.

Caritas als Träger an der Schule wusste von nichts

„Das mit der Stigmatisierung würde ich nicht so hoch hängen“, meinte hingegen Ausschussmitglied Thomas Frey, zweiter Vorsitzender der Brücke Dachau. Heidi Schaitl, Kreisgeschäftsführerin der Caritas, wiederum erfuhr erstmals in der Sitzungsvorlage von dem neuen Konzept. Die Caritas stellt nicht weniger als 18 der 21 Schulbegleiter der Greta-Fischer-Schule. „Ein vorheriges Gespräch mit dem Landratsamt hätten wir daher gut gefunden“, so Schaitl. Sie gibt überdies zu bedenken, dass es in Zeiten großen Fachkräftemangels schwierig werden könnte, Erzieher zu finden. Daher solle das Landratsamt auch über andere geeignete Berufsgruppen wie Sozialpädagogen und Heilerziehungspfleger nachdenken und entsprechend ausschreiben.

Am Ende billigte der Jugendhilfeausschuss einstimmig die beiden pädagogischen Vollzeitstellen. Das Konzept wird regelmäßig mittels externer Expertise evaluiert. Die Ergebnisse werden dann spätestens 2024 im Jugendhilfeausschuss vorgestellt.

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