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Der Polizei gingen zwei junge Männer ins Netz, die in ganz Dachau ihre „Tags“, wie hier in der Dachau, Karl-Benz-Str. 6 a, hinterließen.

50 000 Euro Schaden

Polizei schnappt zwei notorische Sprayer

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Die Polizei hat zwei Sprayer geschnappt, denen insgesamt 170 Fälle von Sachbeschädigung zur Last gelegt werden. Der Schaden, den die beiden Dachauer anrichteten, ist enorm: 50 000 Euro.

Dachau – Der 19-jährige Schüler und der 20-jährige Abiturient und Arbeitssuchende waren seit Mai 2016 bis vergangenen Juli als Sprayer unterwegs: Sie beschmierten Brücken, Mülltonnen, Verkehrsschilder, Hausmauern und sogar Schulen, Kindergärten oder die KZ-Gedenkstätte mit ihren „Tags“, wie sie in der Sprayerszene genannt werden, also ihren Schriftzügen. „Durch diese Tags sind wir ihnen dann auch auf die Schliche gekommen“, sagt Polizeisprecher Roland Itzstein.

Denn die zwei Dachauer sprühten immer wieder den Satz „All Cops are Bastards“ (zu deutsch: „Alle Polizisten sind Bastarde“) – entweder in Form der Buchstabenkombination „ACAB“ oder als Zahlenkombination „1312“ – sowie die die Zahl „85“ als Hinweis auf die ersten beiden Zahlen der Dachauer Postleitzahl. Zunächst seien die jungen Männer nur in Dachau-Ost aktiv gewesen, so Polizeisprecher Itzstein, doch dann hätten sie ihre „Schmierereien“ über Dachau-Süd bis in die Altstadt verbreitet– vor allem nachts. Bis die Videokamera die Täter filmte.

Im April war das Duo wieder in Dachau-Ost unterwegs und beschmierte ein Lokal, was eine Kamera am Gebäude aufzeichnete. Ein Polizist erkannte einen der beiden Täter, da dieser bereits mehrmals gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen hatte. Mit einem Durchsuchungsbefehl der Staatsanwaltschaft kamen die Ermittler in die Wohnung der Sprayer und fanden dort schließlich Farbdosen und Zeichnungen.

Bis die 170 Fälle, die den beiden jungen Männer angelastet werden, aufgeklärt sind, dauert es aber noch. Viele Geschädigte müssen erst noch Schadensersatzansprüche einreichen. Josef Hermann, Hauptamtsleiter im Rathaus Dachau und damit zuständig für viele der besprühten Gebäude, kündigt schon mal an: „Wir werden unseren Schaden auf jeden Fall geltend machen.“

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