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Der Eingang zum Untergeschoss des Anwesens an der Pfarrstraße muss dringend verschönert werden, wenn sich dort ein Lebensmittelmarkt ansiedeln soll. Der Bauherr zeigte guten Willen, sich um die Platzgestaltung zu kümmern - aber nicht um jeden Preis.

Kein „Theatron“ an der Pfarrstraße 1

Stadträte wollen Nahversorger in der Altstadt - aber nicht um jeden Preis

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Das Bauvorhaben an der Pfarrstraße 1, der Umbau des ehemaligen Kaufhauses Hörhammer zum schicken Birgmannforum, hat unter den Stadträten erneut zu Diskussionen geführt.

Wie berichtet, möchten die Bauherren Franz und Andreas Scherm im Untergeschoss des Anwesens einen Lebensmittelmarkt ansiedeln. Hierfür muss jedoch der Eingangsbereich einladender gestaltet werden. Weil auch der Stadt daran gelegen ist, dass es in Dachau wieder einen Nahversorger gibt, hatten sich die Stadträte im Mai 2018 darauf verständigt, die Gestaltung des Eingangsbereichs finanziell zu fördern – mit 50 Prozent der Baukosten oder maximal 100 000 Euro.

Während das Bauvorhaben in den oberen Etagen nach zahlreichen gestalterischen und planerischen Meinungsverschiedenheiten zwischen Bauherren und Stadtbauamt mittlerweile auf Hochtouren läuft, gab es beim Untergeschoss-Eingangsbereich nun erneut Gesprächsbedarf. Die Maßnahme, das zeichnet sich nämlich ab, wird teuer, weshalb die CSU-Fraktion im Umwelt- und Verkehrsausschuss anregte, die Zuschussvereinbarung mit dem Bauherren noch einmal zu überdenken – im Sinne von: den Zuschuss gegebenenfalls zu erhöhen. Schließlich, so begründete es CSU-Sprecherin Gertrud Schmidt-Podolsky, habe die Stadt ja auch einen Nutzen an einem „städtebaulich schönen Entrée“. Und ihr Fraktionskollege Peter Strauch mutmaßte gar, dass der Bauherr „abspringt“ und damit den Umbau des kleinen Plätzchens am Ende gar nicht mehr leisten wolle.

Oberbürgermeister Florian Hartmann betonte jedoch, dass „wir als Stadt Haltung zeigen sollten gegenüber Bauträger und Bauherren“. 100 000 Euro seien schließlich „ein Batzen Geld“!

Volker C. Koch (SPD) erinnerte daran, dass es sich bei der Maßnahme „immer noch um ein privates Bauvorhaben handelt“. Natürlich habe die Stadt ein Interesse an einem Lebensmittelmarkt, dafür gebe es ja auch einen Zuschuss. Den „unternehmerischen Vorteil“ an der Immobilie habe aber allein der Bauherr.

Jürgen Seidl (FDP) wurde deutlicher: Er sehe „keinerlei Verpflichtung der Stadt“, das Bauvorhaben mit noch mehr Geld zu fördern. Abgesehen davon wundere es ihn schon, dass die CSU, „noch keine sechs Wochen nach der Haushaltssitzung, schon wieder im Übermaß Geld ausgeben will“! Zur Erinnerung: Die CSU hatte im Dezember den Haushaltsvorschlag der Kämmerei abgelehnt, unter anderem weil ihr darin zu wenig Spar-Willen zu erkennen war.

Am Ende entschied sich das Gremium gegen die Stimmen der CSU und Claus Weber (Freie Wähler) dafür, den auf 100 000 Euro gedeckelten Zuschuss beizubehalten. Der Eingangsbereich in das Untergeschoss, in dem nach dem Wunsch aller dereinst ein Lebensmittelmarkt einziehen wird, soll daher nun auch nicht mehr als sogenanntes „Theatron“ mit Sitzbänken und eventuell sogar einem Cafébereich gestaltet werden, sondern nur noch als einfachere, offene Stufenanlage. Zudem, schlug August Haas (CSU) vor, könnte man ja „bei der Materialgestaltung zurückfahren“ und statt Naturstein billigeren Beton verwenden?

Immerhin, so fand Sylvia Neumeier (SPD) am Ende der Diskussion, hätten nun beide Seiten „Rechtssicherheit“ und der Bauherr, so Thomas Kreß (Grüne), habe nun einen „gewissen Druck, kostengünstig zu arbeiten“.

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