Stadtwerke machen ordentlich Verlust

„Nicht zufriedenstellend“

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Mit einem „erheblichen Verlust“ von 1,617 Millionen Euro beenden die Stadtwerke Dachau das Geschäftsjahr 2018. Stadtwerke-Chef Robert Haimerl sprach von einem „nicht zufriedenstellenden Ergebnis“.

Dachau – Das Problem: Hatte man in den vergangenen Jahren am Ende besser abgeschnitten als geplant, war es diesmal, so Haimerl, „andersrum. Das Ergebnis ist deutlich schlechter“ als im Wirtschaftsplan vorgesehen.

Die Gründe hierfür sieht der Stadtwerke-Chef in den hohen Personalkosten seines Unternehmens, dem hohen Defizit des von den Stadtwerken betriebenen Verkehrsbetriebs, in der zuletzt milden Witterung, die im Gasvertrieb zu einem rückläufigen Ergebnis geführt habe, sowie den nicht mehr kostendeckenden Gebühren bei der Abwasserentsorgung. Dazu sei auch das Ergebnis der Stromsparte „magerer“ ausgefallen als in den Vorjahren. Wie berichtet, belastet die Beteiligung an einem hochdefizitären Kohlekraftwerk in Lünen die Bücher der Stadtwerke. Für die Einführung des Zehn-Minuten-Takts der städtischen Buslinien im kommenden Dezember müssten die Stadtwerke außerdem „erheblich in Vorleistung“ gehen.

In Summe, so Haimerl, weisen die Stadtwerke im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Bilanzsumme von rund 113 Millionen Euro aus. Im Vergleich zum Jahr 2017 bedeute dies einen Anstieg um 3,4 Millionen Euro beziehungsweise vier Prozent. Für die Zukunft schwarz sehen will Haimerl aber nicht – weshalb der Jahresverlust 2018 von exakt 1,617 044,77 Euro auch erst einmal „in voller Höhe“ auf die neue Rechnung vorgetragen werden soll. Bleibe die wirtschaftliche Situation der Stadtwerke schwierig, könne man den Fehlbetrag später immer noch mit dem Eigenkapital – das bei 53,9 Millionen Euro liegt – verrechnen.

„Jetzt sind wir da, wo wir letztes Jahr schon vermutet haben, dass wir landen“, kommentierte Stadtrat Peter Strauch (CSU) die Bilanz. Michael Eisenmann (Bündnis für Dachau) forderte zudem, den Landkreis beim Thema Nahverkehr „stärker in die Pflicht zu nehmen“. Oberbürgermeister Florian Hartmann betonte, dass hierüber bereits „Gespräche terminiert“ seien. Stadtwerke-Chef Haimerl wollte das Minus ohnehin nicht nur auf das Thema Nahverkehr reduziert wissen: „Wir haben eine Vielfalt an Aufwendungen und Erträgen, die rauf und runter gehen. Da ist es schwierig, eine einfache Lösung zu generieren.“ 

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