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Acht Cannabispflanzen baute der 29-Jährige im Garten seiner Eltern an.

Fall vor Gericht

Dachauer Student baut Cannabis im elterlichen Garten an

Ein 29-jähriger Student aus Dachau hat sich wegen des Anbaus von Drogen vor dem Dachauer Schöffengericht verantworten müssen.

Dachau – Genauer gesagt: Es handelte sich um acht Cannabispflanzen, die der Angeklagte im Garten seiner Eltern im Frühjahr 2015 gepflanzt hatte. Die mitangeklagten Eltern wussten angeblich nichts vom Treiben ihres Sohnes.

Laut der Aussage eines Polizeibeamten flog die Sache auf, als eine anonyme E-Mail in der Inspektion eingegangen war, in der stand, dass sich Cannabispflanzen in dem Garten eines Grundstücks befinden würden. Daraufhin machte sich der Beamte auf die Suche und fand den Angeklagten und zwei Freunde von ihm auf dem Grundstück vor. Dabei jedoch habe er das Privatgrundstück unerlaubt betreten, meinte der Verteidiger des Angeklagten.

In der Hauptverhandlung kamen dem Gericht die Luftaufnahmen mittels einer Drohne, die ein Freund des 29-Jährigen gemacht hatte, gelegen, denn: das Grundstück ist 2,5 Hektar groß. Dabei stellte sich heraus, dass dort hohes Gras wucherte, so dass man die Cannabispflanzen, um die der Angeklagte einen Schutzzaun errichtet hatte, nicht so ohne weiteres entdecken konnte.

Polizei überführte den 29-Jährigen durch WhatsApp-Nachrichten

Die Polizei stellte fest, dass der 29-Jährige insgesamt 4,51 Kilogramm Cannabis geerntet hatte. Er selbst berichtete vor Gericht, dass er zum fraglichen Zeitpunkt 2015 rund fünf Gramm Cannabis pro Woche konsumiert habe, um Stress abzubauen oder sich für Erfolge an der Uni zu belohnen. Allerdings: nicht aus eigenem Anbau, denn das eigene „Gras“ sei noch nicht getrocknet gewesen. Seine eigene Ernte habe er später nur zum Eigenkonsum verwenden wollen. Handeltreiben wäre für ihn nicht in Frage gekommen. Wie die Polizei nach der Überprüfung der WhatsApp-Nachrichten auf dem Handy des Angeklagten herausfand, hatte dieser seinen Freunden gegenüber die Drogen erwähnt und dabei Begriffe wie „grünes Zeug“ oder „Notration“ verwendet.

Am Ende verurteilte das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Lukas Neubeck den 29-jährigen Dachauer „nur“ wegen des Besitzes einer nicht unerheblichen Menge von Drogen zu einer Bewährungsstrafe in Höhe von einem Jahr und drei Monaten. Gegen den Angeklagten spreche seine Vorstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung. Für ihn die Tatsache, dass das Cannabis von schlechter Qualität sei. Die Eltern sprach das Gericht frei.

Samantha Schreiner und Magdalena Schuhbauer

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