Investor Carsten Maschmeyer in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“
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Investor Carsten Maschmeyer in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“

Deal in der Höhle der Löwen

Dachauer Super-Papier sorgt für Furore

Zwei gelernte Dachauer Papiermacher haben es am Montagabend zu deutschlandweiter Bekanntheit gebracht. In der TV-Sendung „Höhle der Löwen“ überzeugten sie drei namhafte Investoren von ihrem patentierten stromleitenden Papier.

Dachau – Nach dem Motto „It’s never too late to start a company“ (deutsch: Es ist nie zu spät, ein Unternehmen zu gründen) haben die beiden Dachauer Walter Reichel (76) und Peter Helfer (55) in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ direkt drei Investoren von ihrer Erfindung überzeugt. Für das Investment von 200 000 Euro erhalten Unternehmerin Dagmar Wöhrl, Finanzexperte Carsten Maschmeyer und der frühere Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg zusammen 33 Prozent der Unternehmensanteile. Der Deal wurde im Nachgang zur Sendung, die am Montag um 20.15 Uhr auf dem Sender Vox ausgestrahlt wurde, erfolgreich abgeschlossen. Das neue Kapital wird verwendet, um den Vertrieb des Unternehmens zu stärken und die Marke „Kohpa“ langfristig zu etablieren.

Was die Investoren an dem Dachauer Produkt „Kohpa“ überzeugte: Es ist die weltdünnste und leichteste Flächenheizung. Das Papier, ein Mix aus Kohlenstoff- und Naturfasern, kann laut Reichel und Helfer als heizbare Tapete, im Fußboden oder als Wand- und Deckenheizung eingesetzt werden. „Kohpa protect“ wird zudem im ökologischen Hausbau zur Abschirmung vor Elektrosmog eingesetzt. Langfristig soll es neben Geschäfts- auch Privatkunden angeboten werden. Grundsätzlich werden für das Dachauer Produkt Kohlenstofffaser-Abfälle der Industrie recycelt, die sonst als Sondermüll vernichtet werden müssten.

Gute Wachstumsperspektive

Die drei TV-Investoren sahen gute Wachstumsperspektiven für das Start-up-Unternehmen aus der Großen Kreisstadt. Denn die industrielle Fertigung der „Kohpa“-Produkte, mit der einhergehenden Skalierbarkeit, bietet das Potenzial, ein bedeutender Teil der anstehenden Energiewende zu sein. Das energie-effiziente Papier ist vielseitig einsetzbar, etwa im Leichtbau, zur Abschirmung sicherheitsrelevanter Gegenstände oder als Caravan-Fußbodenheizung.

„Wir haben eine Symbiose aus zwei chemischen Komponenten gebildet, die normalerweise nicht miteinander kompatibel sind, somit ein Produkt geschaffen, was eine Bereicherung für verschiedenste Branchen bietet“, betont „Kohpa“-Vorstandsvorsitzender Helfer. „Die jahrelange Forschung und das Herzblut, welches wir in ,Kohpa’ hineingelegt haben, zahlt sich nun aus. So sieht Ruhestand für mich aus“, ergänzt der 76-jährige Reichel.

Der mit der Finanzvertriebsgesellschaft AWD Holding AG reich gewordene Investor Maschmeyer hält „Peter und Walter für hochinnovative, technische Erfinder. Mit ihrer Erfindung haben sie ein echtes Alltagsproblem gelöst. Ihr stromleitendes Papier kann als Flächenheizung und Abschirmmaterial gegen Elektrosmog verwendet werden. ,Kohpa’ recycelt für ihr Produkt Kohlenstofffaser-Abfälle, die sonst als Sondermüll vernichtet werden müssten. Nachhaltigkeit durch Erfindergeist – das finde ich super!“

Ex-Rennfahrer Rosberg sieht in der „Verwendung von Abfällen aus innovativen Materialien wie Kohlefaser ein exzellentes Beispiel einer Kreislaufwirtschaft, in der hochwertige Rohstoffe nicht verschwendet, sondern weiter eingesetzt werden“.

Unternehmerin Wöhrl will mit „Kohpa“ gar „die Zukunft des modernen Bauens in der Hand“ halten. „Auf beeindruckende Art und Weise“ sei es den beiden Dachauern gelungen, „Sondermüll und Umweltbewusstsein in Einklang zu bringen“. Wöhrl ist sich daher sicher, dass Helfers und Reichels Produkte „nicht nur deutschlandweit, sondern weltweit für Furore sorgen und Energieeffizienz neu denken wird“. Das innovative Duo, das seinen Firmensitz in der Dachauer Grubenstraße hat, zeige, dass „Gründertum keine Frage des Alters ist“!

mm

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