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Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen: die Dachauer Delegation mit vielen Kindern vor einer Sanitätsstation in Kokologho. foto: Verein „Perspektiven für Burkina Faso“

Dachauer wollen Perspektiven schaffen für Burkina Faso

Verein soll Hilfe vor Ort geben

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Perspektiven schaffen und dabei den Menschen helfen. Das ist das Ziel des neu gegründeten Dachauer Vereins „Perspektiven für Burkina Faso“. Eine neunköpfige Delegation aus dem Landkreis war im März 2019 in Afrika, und alle sind überzeugt: Hier wollen wir helfen.

VON LEYLA YILDIZ

Dachau – „Es waren die intensivsten sechs Tage, die ich jemals erlebt habe“, sagt Bernd Wanka, vom BRK Dachau. Er ist einer von insgesamt neun Menschen aus dem Landkreis Dachau, der sich im März 2019 auf die Reise nach Burkina Faso in Afrika gemacht hatten. Mit von der Partie waren Bernhard Seidenath, Angelika Gumowski, Angelika Kniesl, alle drei vom BRK Dachau, sowie Anton Kreitmair und Rosmarie Böswirth vom Bauernverband, Alexandra Gorges vom psychiatrischen Krisendienst mit Tochter Lourdes-Marie und Polizist Günther Gensberger. Die Gruppe besuchte Jeanette Huber, besser bekannt unter ihrem Mädchennamen Schaberl, in der Hauptstadt Ouagadougou. Huber ist nach ihrem Rücktritt aus der Schwabhauser Politik nach Burkina Faso gezogen. Dort übernahm sie die Leitung des Büros der Hanns-Seidel-Stiftung und stellte Kontakte für die Dachauer vor Ort her.

Die Gruppe reiste schon mit dem Gedanken zu helfen nach Ouagadougou. Dort angekommen, war die Gruppe erst einmal fasziniert, aber schnell verfestigte sich bei allen der Gedanke: „Burkina Faso gilt als drittärmstes Land der Erde. Wir sind hochbeeindruckt von dem Land und den Menschen dort. Wir müssen einfach helfen!“ Nun hat die Dachauer Delegation den Verein „Perspektiven für Burkina Faso“ gegründet.

Der Verein steckt noch in den Kinderschuhen, allerdings wurde schon alles Nötige in die Wege geleitet. Flyer sind gedruckt, die Homepage muss nur noch mit Inhalt gefüttert werden und zwei Spendenkonten wurden eingerichtet. Der Verein macht allerdings keine übliche Entwicklungshilfearbeit. „Es werden eigene Projekte der Bevölkerung unterstützt, nicht welche, die wir gebracht haben“, sagt Bernd Wanka. Das würde nicht funktionieren und sei auch nicht das Ziel das Vereins. Hilfe zur Selbsthilfe sozusagen, wie es richtig heißt.

Bislang haben sich viele Möglichkeiten aufgetan, bei denen den Menschen vor Ort geholfen werden kann. Und ein Projekt liegt den Dachauern dabei besonders am Herzen: In einem Steinbruch in Ouagadougou arbeiten viele Menschen, darunter einige Kinder und Jugendliche, in brütender Hitze. „Die Arbeitsbedingungen dort, sind teils apokalyptisch“, sagt Seidenath. Neben den hohen Temperaturen von bis zu 40 Grad würde auch noch die Hitze der verbrannten Autoreifen hinzukommen, die zur Sprengung des Granits dienen. Somit steige die Temperatur noch einmal um zehn, auf 50 Grad. „Wir wollen die Kinder, die dort arbeiten, in den Kindergarten oder in die Schulen bekommen“, sagt Wanka. Bei 30 Prozent hätten die Helfer vor Ort schon Erfolg gehabt, das Ziel sei aber 100 Prozent.

Den jugendlichen Arbeitern wird die Chance ermöglicht eine Schneider-Lehre zu machen, allerdings gibt es auch da Probleme. „In der Schneiderei, die wir besucht haben, kämpfen insgesamt 97 Schneiderlehrlinge um eine einzige Nähmaschine. Das heißt, jeder von ihnen muss fünf Stunden warten, bis er an der Reihe ist“, sagt Bernhard Seidenath. 20 Nähmaschinen könnten Abhilfe schaffen. Sie können vor Ort gekauft werden. Was fehlt, ist das Geld. Eine manuelle Maschine kostet 200 Euro. Auf strombetriebene Nähmaschinen wird verzichtet, da zwar die Stromversorgung vorhanden ist, aber nicht flächendeckend funktioniert.

Eine Gruppe Frauen stellt Sheabutter her. Das Fett des Sheabaums kann zur Hautpflege, Haarpflege oder sogar als Heilmittel hergenommen werden. Allerdings findet die Butter in dem westafrikanischen Land nur einen geringen Absatz. Der Verein möchte deshalb in den Aufbau von solchen Märkten investieren.

Spenden für den Verein

Die Kontodaten dazu lauten: Volksbank-Raiffeisenbank Dachau: IBAN: DE65 7009 1500 0000 0557 00. Sparkasse Dachau: IBAN DE23 7005 1540 0280 8304 23. Weitere Infos gibt es bald unter www.perspektiven-burkina.de. Eine Vereins-Mitgliedschaft kostet pro Jahr 20 Euro.

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