Stolz auf ihren neuen Unverpackt-Laden: Hannah Eisenmann, Erika Eisenmann, Claudia Simperl und Fanny Simperl (von links) am Eröffnungstag ihres Geschäfts in der Steinkirchner Straße 1.
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Stolz auf ihren neuen Unverpackt-Laden: Hannah Eisenmann, Erika Eisenmann, Claudia Simperl und Fanny Simperl (von links) am Eröffnungstag ihres Geschäfts in der Steinkirchner Straße 1.

Einkaufen geht jetzt auch anders

Dachaus erster Unverpackt-Laden „Simpe(r)l“ ist erfolgreich gestartet

Was für ein Start: Dachaus erster Unverpackt-Laden hat eröffnet - mit großem Erfolg. Die vielen Besucher beweisen: Sowas hat einfach gefehlt.

Dachau- Es ist ein ständiges Kommen und Gehen, als Claudia Simperl und Erika Eisenmann am 31. März ihren Unverpackt-Laden „Simpe(r)l“ in der Steinkirchner Straße eröffnen. Im Laden, wo sich derzeit höchstens sieben Personen aufhalten dürfen, herrscht stetiges Treiben. Es müssen am Nachmittag Stühle in den sonnigen Innenhof gestellt werden, um es den wartenden Kunden angenehmer zu machen. Und das alles, obwohl die beiden Geschäftsinhaberinnen außer in sozialen Netzwerken keine Werbung gemacht hatten. „Das zeigt uns, dass das Interesse groß ist und so ein Unverpackt-Laden in Dachau lang ersehnt war“, sagt Claudia Simperl sichtlich erfreut.

Das bestätigen die Kunden auch im Gespräch. „Viele sagen ‚endlich’ und erzählen, dass sie auf die Eröffnung hingefiebert hätten“, erzählt Erika Eisenmann. Coronabedingt zögerte sich die Eröffnung etwas heraus. Eigentlich hätten die beiden Freundinnen und nun Geschäftspartnerinnen schon im Herbst 2020 eröffnen wollen. Doch vor allem die finanziellen Ungewissheiten hätten die beiden warten lassen.

Aus der alten Garage des Bus- und Reiseunternehmens Simperl ist ein heller Laden geworden. Die großen Fensterfronten und neue Dachfenster lassen das Geschäft offen und freundlich wirken, so Eisenmann, die für diesen Traum ihren Arzthelferinnen-Beruf aufgegeben hat.

Die Töchter Fanny Simperl und Hannah Eisenmann helfen am ersten Tag fleißig mit: beraten, abkassieren und abwiegen. Um letzteres kommt man hier nicht herum. „Die Leute überlegen sich am besten schon vorher, was sie brauchen und kommen mit entsprechenden Gefäßen oder Taschen zu uns. Diese werden dann im Eingangsbereich gewogen und das Gewicht darauf notiert“, erklärt Claudia Simperl – weiterhin auch Lehrerin – den Ablauf. Dann können verschiedene Nudeln, Samen, Hülsenfrüchte, Saaten und Getreide abgefüllt werden. An der Kasse wird dann erneut gewogen. „Man zahlt also nur so viel, wie man auch eingefüllt hat“, verspricht Simperl. Für Spontankäufe stehen im Laden Gefäße bereit.

Neben den trockenen Lebensmitteln haben sich die Inhaberinnen auch um eine Auswahl an frischem, regionalen Obst und Gemüse, Süßem sowie Hygieneartikel gekümmert. Bei der Waschmittel-Tankstelle kann beispielsweise Spülmittel abgefüllt werden. In großen Regalen aus etwa 70 alten, grünen Obst- und Gemüsekisten gibt es Plastik-Alternativen wie Bienenwachstücher sowie Bücher zu entdecken. „Es ist ein besonderes Kauferlebnis wie ein kleines Event. Ein Genuss-Shoppen, denn es entschleunigt auch“, sagt Eisenmann.

Die zehnjährige Maria Tyroller verkauft in ihrem „Laden im Laden“ selbst gemachte Deoroller, Lippenbalsam und wiederverwendbare Kosmetik-Pads. „Die leeren Verpackungen können die Leute wieder mitbringen, ich verwende sie dann wieder“, erklärt die Schülerin. Sie führt auch die Nussmus-Maschine vor, die am Eröffnungstag aus einer Haselnuss-Schoko-Mischung cremiges Mus direkt ins Glas zaubert.

„Das wechselt regelmäßig“, erklärt Erika Eisenmann, genau wie das restliche Angebot. „Wir müssen erst herausfinden, was gut ankommt und was vielleicht noch fehlt. Das Angebot wird sich also regelmäßig verändern.“ Auch eine Café-Ecke auf der Holzterrasse wird noch entstehen, sobald diese laut Infektionsschutzgesetz erlaubt ist.

Die beiden sind mit dem Eröffnungstag zufrieden. „Viele wussten schon, wie es geht und kamen vorbereitet, andere wollten erst mal gucken und haben dann trotzdem was gekauft“, freut sich Claudia Simperl.

Die Öffnungszeiten

von „Simpe(r)l“ lauten Dienstag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 12.30 Uhr.

Der erste Unverpackt-Laden im Landkreis-Dachau

Auch In Indersdorf gibt es seit Kurzem einen Unverpackt-Laden. Den Ohne Schmarrn.

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