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Für den Unterricht: Dachaus Grundschüler sollen mit iPads lernen.

Auf die Stadt kommen große und teure Aufgaben zu

Dachauer Grundschulen wollen iPads

Die Dachauer Grundschulen wollen sich fit machen für das digitale Zeitalter. Mittels iPads sollen die Kinder den Umgang mit den Neuen Medien lernen. Das Problem: Die Anschaffung der Apple-Geräte ist teuer, zudem fehlt es an schnellem Internet. Bei der Stadt ist man daher noch skeptisch.

Dachau – Dass „wir über kurz oder lang an der Digitalisierung nicht vorbeikommen“, sagt Markus Haberl, sei klar. Schließlich sollten die kleinen Dachauer möglichst früh im Umgang mit den sogenannten Neuen Medien – also Geräten wie Computer, Smartphones und Tablets – trainiert werden. Was der Amtsleiter für Schule, Kinderbetreuung und Jugend bei der Stadt in diesem Zusammenhang aber „interessant“ findet: Das bayerische Kultusministerium delegiere die Umsetzung dieser Herkules-Aufgabe an die Schulen. Und die, so Haberl, „kommen jetzt mit ihren Wunschlisten zu uns. Leider hat das Kultusministerium nicht gesagt, wie wir das finanzieren sollen“.

Tatsächlich haben die sechs Dachauer Grund- und Mittelschulleiter bei ihrer jüngsten Dienstbesprechung ein Konzept erarbeitet, dass für die Schulen unter anderem folgende – einheitliche! – Ausstattung vorsieht: WLAN im ganzen Schulhaus, schnelle Internetverbindungen, iPads sowie Steckdosen. Zusätzlich, erklärt Helga Schiller von der Grundschule Augustenfeld, müssten die Lehrer natürlich „das Know-how für die Tablets in Fortbildungen lernen“. Grundsätzlich, klagt die Schulleiterin, herrsche an den städtischen Schulen „wirklich Nachholbedarf“! Bisher habe bei der Stadtverwaltung nämlich eher die Devise gegolten: „Was braucht eine Grundschule schon Computer?“

Haberl, der das Ansinnen der Schulen nachvollziehen kann, drückt dennoch auf die Euphorie-Bremse. Denn: „Mit Geld allein ist das nicht zu regeln. Das muss intensiv geplant werden!“ Gerade für die schnellen Internetverbindungen seien bauliche Maßnahmen nötig, weshalb die Stadt nun erst intern schauen werde, „was geht und wann wir was umsetzen könnten“.

Dass sich so der ambitionierte Zeitplan der Schulen einhalten lässt – Schiller wünscht sich die iPads schon für das Schuljahr 2018/19 – ist daher mehr als fraglich. Dabei zeigen sich die Schulen kompromissbereit: Schiller zufolge würden die iPads ohnehin erst im Unterricht eingesetzt, wenn die Kinder lesen und schreiben könnten. Auch nicht jedes Kind würde eines erhalten, sondern die Kleinen müssten in Zweier-Teams damit arbeiten. Und es wäre eine sogenannte „Bring-your-own-device“-Lösung vorstellbar, das heißt: Kinder, die zuhause ohnehin ein iPad haben, könnten dieses auch in die Schule mitbringen.

Warum es überhaupt die teuren Apple-Produkte sein sollen und keine vergleichsweise günstigeren von Samsung oder HTC, erklärt Schulleiterin Schiller so: Nur die Apple-Produkte könnten zentral verwaltet werden und von allen Dachauer Grund- und Mittelschullehrern – auch der von Schule zu Schule wechselnden mobilen Reserve – genutzt werden.

Einigkeit herrscht zwischen Stadt und Schulen bislang nur in dem Punkt, dass das Ministerium in München nun beweisen solle, wie ernst es ihm wirklich mit der Digitalisierung der Schulen ist. Während Haberl aber auch dann noch Bedenken im Hinblick auf die verschiedenen Betriebssysteme hat – „Was machen wir, wenn wir jetzt Apple-iPads anschaffen und in einem Jahr heißt es aus München, wir stellen auf Android um?“ – geht es Schiller um Grundsätzliches: „Jeder schreibt sich Bildung auf die Fahnen. Jetzt schauen wir mal, was dabei rumkommt!“

Stefanie Zipfer

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