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Die Komparsen von „Dahoam is Daho am“ bei einer Drehpause. Theresia Burgstaller (vorne links) aus Unterweikertshofen gehörte sieben Jahre lang zum Team. Sie genoss vor allem das Zusammensein und die Gemeinschaft am Set. 

Zum zehnjährigen Bestehen der TV-Serie

So kam der Dachauer Einfluss in „Dahoam is Dahoam“

Die einen brachten ein paar alte Radl mit ans Set, der zweite organisierte einen Traktor und die dritte korrigierte das etwas ungelenke Bairisch der Schauspieler: Dass die TV-Serie „Dahoam is Dahoam“ ein so großer Erfolg werden konnte, verdankt sie auch den Komparsen und Kleindarstellern aus der Region.

Dachau – Theresia Burgstaller aus Unterweikertshofen kann sich noch gut an die Zeitungsannonce erinnern: Für eine vom BR produzierte TV-Serie, die in Dachau gedreht werden sollte, würden Komparsen gesucht. Für Burgstaller und ihre Tochter war klar: „Das machen wir, das probieren wir aus!“

Vor allem die Mutter Burgstaller fand Gefallen an dieser neuen Tätigkeit – im Lauf der folgenden sieben Jahre spielte sie Bäuerinnen, Hausfrauen, Landfrauen und Hochzeitsgäste. Vor allem aber wuchs ihr die Serie selbst, „Dahoam is Dahoam“, immer mehr ans Herz.

Auch wenn sie es derzeit aus Zeitgründen nicht mehr schafft, als Komparsin zu arbeiten, verfolgt sie „Dahoam is Dahoam“ regelmäßig; entweder direkt im Fernsehen oder später via BR-Mediathek am Computer. Im Lauf der Zeit, sagt Burgstaller, sei „Dahoam is Dahoam“ nämlich immer besser geworden. Sie ist sich sicher: „Wenn sie so weitermachen, gibt es die Serie in zehn Jahren immer noch!“

Am Anfang aber, das gibt sie zu, habe es nämlich durchaus Startschwierigkeiten gegeben. Das Bairisch der Darsteller beispielsweise sei nicht authentisch gewesen: Jemanden als „dumme Antn“ – also als dumme Ente – zu beschimpfen, sei hierzulande einfach nicht üblich; stattdessen, merkte Theresia Burgstaller bei den Dreharbeiten an, sage man in Bayern lieber „dumme Kuah“ oder „dumme Gans“. Die Serien-Macher folgten ihr – wie sie so vieles übernahmen, was von den aus der ganzen Region stammenden Komparsen und Kleindarstellern angeregt wurde.

Diese unkomplizierte Zusammenarbeit mache auch den Zauber der Serie aus, findet die 60-Jährige. Einmal, nach einem achtstündigen Drehtag, habe sie festgestellt, dass eine Mit-Komparsin aus Wollomoos ihre Verwandte sei. „Man kam einfach miteinander ins Gespräch, wir waren alle eine Gemeinschaft“, erinnert sich Burgstaller. Die Schauspieler seien immer nett und nahbar gewesen, weshalb im Gegenzug die Komparsen und Kleindarsteller auch stets vollen Einsatz brachten – in jeder Beziehung. Wenn Musiker und Goaßlschnalzer gesucht wurden, ließen Burgstaller und Co. ihre Beziehungen spielen. Ebenso wenn es um Requisiten ging: Die Komparsen brachten ihre eigenen Kinderwagen oder Radl mit. Burgstaller spricht vom besonderen „Flair“ der Serie: „Es ist so familiär, so nett, so klein.“ Dass die Produzenten gerade am Anfang mit ihrem Budget streng haushalten mussten, machten alle Beteiligten – Einheimische wie Filmprofis – durch ihren Einsatz wieder wett.

Dieser Liebe zum Produkt ist es wahrscheinlich auch zu verdanken, dass nicht nur die Menschen aus Stadt und Landkreis Dachau Fans von „Dahoam is Dahoam“ sind. „Es geht um das Leben auf dem Land, das sind alles Dorfleut’“, beschreibt es Burgstaller. Die Streitigkeiten, aber auch die Feiern – das sei einfach typisch. „Da menschelt’s“, fasst sie es zusammen.

Am Samstag, 14. Oktober, wenn auf dem Drehgelände im Dachauer Osten wieder der alljährliche Fantag stattfindet, können Fans und Neugierige dieses „Dorfleben“ aus nächster Nähe kennenlernen. Von 11 bis 18 Uhr stehen Crew und Schauspieler für Autogramme, Fragen und Gespräche zur Verfügung. Theresia Burgstaller, die sich selbst als „kritischen, aber treuen Fan“ bezeichnet, wird wohl auch kommen. Schließlich will sie ihren alten Kollegen sagen: „Macht’s weiter so!“ Sie selbst hofft, bald wieder als Komparsin mitmachen zu können: Und zwar „lieber heut als morgen“!

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