Eimer Hausmeister Halle
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Alles im Eimer? Hausmeister Harry Kaltner muss zu ungewöhnlichen Mitteln greifen.

Sanierung ist dringend erforderlich, aber sehr teuer

Damit die Halle noch fünf Jahre hält

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Da es so schnell nichts werden dürfte mit dem schicken neuen Sportpark für den TSV 1865 Dachau an der Theodor-Heuss-Straße, müssen dessen teilweise 50 Jahre alten Sportstätten an der Alten Römerstraße fit gemacht werden für die kommenden Jahre. Die Stadt muss dafür tief in die Tasche greifen.

Dachau – Wenn – so Corona will – am Freitag, 23. Juli, tausende Athleten aus aller Welt in das Nationalstadion von Tokio einlaufen, sollen darunter auch einige Sportler aus Dachau sein. Die Taekwondo-Kämpfer des TSV 1865 sind seit Jahren deutsche Spitze; derzeit bereiten sich die Dachauer Besten auf ihren Olympiaeinsatz im Sommer vor.

Keine Fliese hängt mehr an der Wand.

Diese Vorbereitung läuft allerdings unter erschwerten Bedingungen. Und zwar nicht nur wegen Corona. Die Taekwondo-Sportler trainieren nämlich im Sportpark Ost an der Alten Römerstraße. Die Anlage ist in die Jahre gekommen – vor allem Sporthalle und der knapp 50 Jahre alte Umkleidetrakt, zuletzt von Fußballern und Baseballern genutzt, sind marode: Das Dach ist undicht; Heizung, Sanitäranlagen, Beleuchtung, Lüftung und Brandschutz müssen dringend ertüchtigt werden. Gesundes Raumklima, für Leistungssportler wie die Taekwondo-Olympioniken genauso wichtig wie für Hobbysportler, ist praktisch nicht vorhanden.

Bei der Stadtverwaltung, den Vereinsverantwortlichen sowie den Stadträten im Bauausschuss herrschte daher zuletzt Einigkeit: Die Anlage muss saniert werden. 730 000 Euro werden dafür für die Arbeiten an der Sporthalle eingeplant, weitere 205 000 Euro für die Instandsetzung des Umkleidetrakts. Immerhin: Der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) dürfte sich an den Maßnahmen beteiligen und 20 Prozent der Kosten übernehmen. Damit würden die der Stadt verbleibenden Kosten für die Halle auf 567 000 Euro und für den Kabinentrakt auf 160 000 Euro sinken.

In die Jahre gekommen ist die Halle am Sportpark Ost.

Dass die Stadt das Geld kurzfristig zur Verfügung hat, verdankt sie der „konservativen“ Haushaltung der Kämmerei, wie Oberbürgermeister Florian Hartmann dem Bauausschuss des Stadtrats dazu erklärte. Klar habe man allen Vereinen der Stadt aufgrund der schlechten Haushaltslage zuletzt die Mittel gekürzt (wir berichteten); aber, so Hartmann, „wir haben natürlich auch Reserven im Haushalt, so dass es möglich ist, das Geld zur Verfügung zu stellen“.

Die Mitfinanzierung des BLSV allerdings hat auch ihre Tücken. Denn: Der Sportverband knüpft seinen Zuschuss an die Bedingung, dass sein Geld einer Zweckbindung von 25 Jahren unterliegt. Angesichts der Tatsache, dass Stadt und Verein seit Jahren die große Aussiedlung an die Theodor-Heuss-Straße planen, wird diese langfristige Vorgabe von Seiten der Verwaltung „kritisch beurteilt“, wie es in einer entsprechenden Vorlage heißt. Und: „Nach Auffassung der Verwaltung sollte bei der Sanierung von einem Zeitkorridor für eine noch erforderliche Nutzung der Hallen von fünf bis maximal zehn Jahren ausgegangen werden.“

Tatsächlich sollte künftig die Sporthalle an der Alten Römerstraße überflüssig werden: Sowohl der Sportpark an der Theodor-Heuss-Straße wird eine neue Halle bekommen als auch die Schulturnhalle Dachau-Ost. Das Areal an der Alten Römerstraße im Zuge der Umsiedlung an die Theodor-Heuss-Straße ganz aufgeben kann der TSV allerdings auch nicht: Längst ist klar, dass der neue Sportpark mangels vorhandener Grundstücke nicht so groß werden kann wie ursprünglich von Stadt und Verein gewünscht.

Der Sportpark an der Alten Römerstraße, den der TSV vor etwas mehr als zehn Jahren vom SSV Ost übernommen hatte, soll daher umgeplant werden und mit einem Kunstrasenplatz sowie einer Leichtathletikanlage versehen werden.

Die marode Halle, in der heute noch die Taekwondo-Kämpfer sich für Olympia vorbereiten, kommt in diesen Plänen nicht mehr oder nur noch am Rande vor. Laut Verwaltung gebe es bei der Umplanung des Sportparks an der Alten Römerstraße nämlich „auch eine Variante ,ohne Sporthalle’“.

Doch für den TSV-Vorsitzenden Wolfgang Moll ist die Zukunftsmusik: Die Anlagen müssten „unverzüglich“ instand gesetzt werden. Immerhin weise er seit 2016 auf die Schäden hin. Und nicht erst seit Beginn der Coronapandemie sei klar, dass „eine zeitgemäße Lüftungsanlage“ für Sportler eine „unvermeidliche“ Investition ist.

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