1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau
  4. Dachau

Tolles Schüler-Projekt in Dachau: Damit Geflüchtete im Unterricht nicht abgehängt werden

Erstellt:

Kommentare

Übergabe: Die Flüchtlinge nehmen aus der Hand der Gymnasiastinnen die gespendeten Laptops entgegen.
Übergabe: Die Flüchtlinge nehmen aus der Hand der Gymnasiastinnen die gespendeten Laptops entgegen. © sim

Was brauchen geflüchtete Menschen, um Teil der Gesellschaft zu werden? Diese und weitere Fragen stellten sich im vergangenen Jahr die 13 Teilnehmer des P-Seminars „Ankommen in einer neuen Heimat“ unter Leitung von Oberstudienrätin Astrid Lindinger.

Dachau ‒ Die jungen Männer und Frauen aus der damals 11. Jahrgangsstufe am Josef-Effner-Gymnasium, die sich jetzt auf ihr Abitur vorbereiten, waren sich schnell einig, dass neben der Grundversorgung in der Asylbewerberunterkunft so schnell wie möglich Deutschkenntnisse vonnöten sind, damit die Geflüchteten die Integration erfolgreich meistern können. Und da während des Lockdowns im vergangenen Jahr oftmals die Schulen zu blieben und online unterrichtet wurde, machte es sich das P-Seminar zur Aufgabe, Laptops für die Schüler, Berufsschüler und Auszubildenden zu sammeln, damit sich diese im Unterricht nicht abgehängt fühlen.

„Wir haben in den Asylheimen nachgefragt, was am meisten gebraucht wird. Die Antwort war eigentlich immer: Laptop“, erzählen die Abiturienten unisono. Ihre damalige Lehrerin Astrid Lindinger stellte den Kontakt zu Julius Fogelstaller vom Landratsamt Dachau her, der als Integrationslotse seinerseits wieder den Kontakt zu den Flüchtlingshelfern im Landkreis knüpfte. Das P-Seminar entwarf einen passenden Fragebogen, der dann in den Unterkünften verteilt wurde.

Das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung zeigte sich besonders spendabel. Und so konnten die P-Seminar-Teilnehmer zusammen mit einigen privaten Spendern jetzt 16 Laptops samt Ladegeräten übergeben. Zuvor hatten die Schüler in Eigenleistung etliche Programme aufgespielt, damit die Asylbewerber die Geräte auch sofort verwenden können.

Über viele Monate wurde die Übergabe immer wieder verschoben, da coronabedingt auch immer wieder Beschränkungen zu beachten waren. Jetzt wollten die inzwischen Zwölftklässler aber nicht mehr länger warten und beschlossen, die Übergabe der elektronischen Gerätschaften im Freien vor dem Haupteingang des Josef-Effner-Gymnasiums stattfinden zu lassen. Bei Plätzchen und Tee gab es auch Zeit für private Gespräche. Die vorbereiteten Willkommens- und Kennenlernspiele wurde hingegen gestrichen.

Trotzdem war die Stimmung bestens. Und die strahlenden Augen der Frauen und Männer, als sie die Geräte erhielten, waren auch in der Abenddämmerung deutlich zu erkennen. Die Laptops werden ihnen nun den Schulalltag sehr erleichtern. sim

Auch interessant

Kommentare