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Dachauer Volksfest will heuer hoch hinaus

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Von: Thomas Zimmerly

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Erfolgreiche Probefahrt im traditionellen Riesenrad: Oberbürgermeister Florian Hartmann, Volksfestreferent Robert Gasteiger und Platzmeister Siegfried Kistler (von links).
Erfolgreiche Probefahrt im traditionellen Riesenrad: Oberbürgermeister Florian Hartmann, Volksreferent Robert Gasteiger und Platzmeister Siegfried Kistler (von links). © Norbert Habschied

Der traditionelle Vor-Volksfestrundgang in Dachau offenbarte, was auf der Thomawiese alles geboten ist. Und das ist so einiges.

Dachau – Beim Dachauer Volksfest ist es ein wenig so wie bei einer Braut. Diese soll an ihrem Hochzeitstag traditionell etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues tragen. Bei der Wiesn, die am morgigen Samstag beginnt und bis 22. August dauert, ist es ähnlich.

Es gibt viel Neues, aber auch Bewährtes auf dem Dachauer Volksfest

Es gibt beispielsweise Altehrwürdiges wie „Die kleine Backstube“ von Ursula Krems, die schon seit 48 Jahren auf dem Volksfest die Gäste mit Waffeln oder Krapfen verwöhnt.

Und es gibt einiges Neues, wie Kollmanns historisches Kinderkarussell oder den Stand des Dachauer Altstadt-Restaurants Dal Faggio, wo Pasta und Wein feilgeboten werden. „Es freut mich, dass Dachauer Wirte, die ein gutes Konzept haben, dabei sind“, sagte Kulturamtsleiter Tobias Schneider, der gemeinsam mit Organisatorin Andrea Löffler sowie Platzmeister Siegfried Kistler die Geschicke des Volksfestes 2022 leitet. Für Kistler ist es übrigens das letzte Mal. „Ich habe das 32 Jahre lang gemacht. Jetzt ist Schluss“, meinte er in aller Ruhe. Seine Nachfolgerin heißt Magdalena Staudt und war ebenfalls beim Rundgang gestern mit dabei.

Augustiner-Festbier wird aus Holzfässern eingeschenkt

Geliehen hat sich die Stadt Dachau einige große Kühlcontainer. Von der Münchner Augustiner-Brauerei. Sie sind zwischen dem großen Zelt und der Toilettenanlage platziert. Die kantigen Dinger versperren den Biergartenbesuchern zwar den direkten Weg zum Häusl, sind aber dringend notwendig, denn das Augustiner gibt es heuer aus Holzfässern. Und das muss natürlich gut gekühlt werden. „Jeden Tag kommt eine Lieferung aus München“, verriet OB Florian Hartmann. Das Bier werde in der Landeshauptstadt abgefüllt und dann nach Dachau transportiert. Freunde der gepflegten Augustiner-Hopfenkaltschale, aufgepasst! „Eineinhalb Tage reicht der Vorrat“, so der OB, dann braucht es Nachschub. Die Lieferkette sollte also besser nicht unterbrochen werden. Und noch eins verriet Hartmann: In den Hochphasen wird das Fassl angezapft, der Hahn aufgedreht und dann nicht mehr zugedreht, bis der letzte Tropfen im Masskrug ist. Eine Viertelstunde dauere das, so der OB.

Apropos laufen lassen. Die Wiesn 2022 versteht sich als Fest der Gleichberechtigung. Daher zahlen Männlein wie Weiblein jeweils 30 Cent für jeden Gang auf die Toilette. Zur Erinnerung: 2019, bei der letzten Wiesn vor Corona, hatte es einen erbitterten Streit darüber gegeben, dass die Herren für den Gang aufs Pissoir nichts bezahlen mussten. „O tempora, o mores“, sprich der Wandel der Zeiten, wie Cicero und Baba, der Pirat aus dem Asterix-Comics, einst gesagt haben. Wobei das auch gut sei, wie Kulturamtschef Schneider meinte, denn: „Auch Männer wollen das!“

Altbewährtes gibt es einiges auf dem Volksfest: Ursula Krems ist mit der kleinen Backstube seit 48 Jahren dabei.
Altbewährtes gibt es einiges auf dem Volksfest: Ursula Krems ist mit der kleinen Backstube seit 48 Jahren dabei – sehr zur Freude von Volksfestreferent Robert Gasteiger und OB Florian Hartmann. © Norbert Habschied

Blaues findet sich auch auf dem Fest. Und was für ein Hingucker. Der Bayern-Tower der Familie Kaiser ist 90 Meter hoch und so etwas wie „der höchste Maibaum der Welt“, so Egon Kaiser. Das blau-weiß lackierte Kettenkarussell „ist die neueste Anlage, die auf dem Markt ist“, so das Mitglied einer der ältesten Schaustellerfamilien Europas. Premiere feierte das Prachtstangerl 2019 auf dem Oktoberfest, doch dann musste es zwei Jahre lang in der Horizontalen verweilen. Jetzt feiert der Tower Wiederauferstehung und darf sich munter drehen. Kaiser relativiert: „Schlecht wird es keinem. Macht er sich in die Hose, kommt das nur von der Höhe.“

Das Riesenrad ist 38 Meter hoch und beleuchtet

Und noch ein Fahrgeschäft gibt es, bei dem es hoch hinaus geht: das Riesenrad. 38 Meter hoch, mit 26 Gondeln bestückt, soll es ein richtiger Hingucker werden. Nach Angaben von Betreiber Ludwig Landwermann wird die runde Aussichtsplattform vorne und hinten beleuchtet. Die neue Lichtanlage des Riesenrads kann Smileys oder Herzen produzieren. „Es ist wie bei einem Feuerwerk“, so Landwermann. Das echte gibt’s dann am Donnerstag, 18. August, bei Einbruch der Dunkelheit. Das gesamte Programm finden Interessierte auf www.volksfestdachau.de oder auf der Homepage der Stadt unter www.dachau.de.

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