Gestalten die letzte Wand am MD-Gelände: Adrian Till, David Christmann, Geschäftsführer der Isaria, und Johannes Wirthmüller (v.l.).
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Gestalten die letzte Wand am MD-Gelände: Adrian Till, David Christmann, Geschäftsführer der Isaria, und Johannes Wirthmüller (v.l.).

Die letzte Wand der Papierfabrik gestaltet

Das letzte MD-Kunstwerk

  • Verena Möckl
    VonVerena Möckl
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Es ist das letzte Gebäude, das noch auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik Dachau steht: die Garagenrückwand an der Ostenstraße. Bevor auch sie im September abgerissen wird, haben zwei Künstler vom Verein Outer Circle die letzte Mauer der Papierfabrik in ein Kunstwerk verwandelt.

Dachau – „Wir sind stark mit diesem Ort verbunden“, sagt Johannes Wirthmüller. Seit rund zwölf Jahren hat er mit dem MD-Papierfabrikgelände beziehungsweise den Außenmauern zu tun. Wirthmüller ist ein junger Künstler. Mit seinem Verein Outer Circle hat er die grauen Betonmauern der Papierfabrik an der Freisingerstraße vor und während der Abbrucharbeiten in bunte Kunstwerke verwandelt. Mittlerweile sind fast alle Gebäude abgerissen.

Die Garagenmauer am Infoturm der Projektentwicklungsfirma Isaria an der Ostenstraße ist das letzte Bauwerk, das noch übrig ist – mit Ausnahme der denkmalgeschützten Gebäude.

Bevor die letzte Wand im September abgerissen wird, haben Johannes Wirthmüller und Outer-Circle-Vorstand Adrian Till die Mauer künstlerisch gestaltet. „Das ist etwas Persönliches und auch Emotionales für uns“, so Wirthmüller. Dieser Ort sei „der Grundstein“ ihrer Vereinsgründung. „Im besten Fall“, hofft Wirthmüller, „ist die Gestaltung der letzten Mauer eine Wertschätzung der Vergangenheit und ein Blick auf die Chancen“, die eine Verwandlung biete.

Mit der Aktion sollen die künstlerischen Arbeiten, die über die Jahre entstanden sind, gewürdigt werden. Die subkulturellen Bilder haben nicht nur das Gelände der MD Papierfabrik, sondern auch das Stadtbild Dachaus geprägt. Über viele Jahre markierten die Graffitis den Start der Verwandlung des ehemaligen Industriestandorts in den neuen, öffentlichen Stadtteil „Mühlbachviertel“.  

„Mit der Entwicklung des Geländes der MD-Papierfabrik bekommen die Dachauer einen Teil ihrer Stadt zurück“, sagt David Christmann, Geschäftsführer der Isaria. Ein wesentlicher Teil des neuen Viertels werde, so Christmann, neben Wohnen und Gewerbe auch die Kultur sein. Er denke etwa an den Bau eines Museums und eines Jugendzentrums. „Die Jugendkultur wird ein großes Thema sein.“

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